E-Health: Deutschland krankt am Fortschritt

E-Health: Deutschland krankt am Fortschritt

Neue Technologie soll die Bedürfnisse der alternden Gesellschaft befriedigen. Doch ausgerechnet Gesundheitseinrichtungen drohen den Anschluss zu verlieren. Besonders die vergleichsweise strengen Datenschutzrichtlinien sieht KPMG-Gesundheitsexperte Volker Penter als Problem.

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Die gesundheitliche Versorgung in Deutschland steht zweifelsfrei vor Veränderungen. Wie die „Ärzte-Zeitung“ berichtet, werden in zehn Jahren viele Arztgänge bereits überflüssig, weil die Diagnose und Behandlung digital vonstattengehen. Laut Volker Penter, der bei KPMG Gesundheitseinrichtungen betreut, ist das nötig, weil die Bevölkerung abseits größerer Städte dann nicht mehr auf eine gute medizinische Versorgung bauen kann. Doch da beginnen die Probleme: „China und die USA überholen uns technologisch“, mahnt Penter. Und weiter: „Beide Länder gehen völlig anders mit dem Thema Datenschutz um.“

Viel Zeit ist verloren gegangen

Deutschland hat laut Penter in der Vergangenheit zu viel Zeit mit dem Aufbau einer Telematikinfrastruktur verloren. Das Land setze auf ein komplexes System, um einen größtmöglichen Konsens zwischen Befürwortern und Kritikern zu schaffen.

Deshalb fordert Penter ein einheitliches Vernetzungssystem, in dem Datenverkehr unkompliziert möglich ist. Dafür müsse allerdings eine kontroverse Diskussion über Datenschutz her: „Wenn man sieht, welch hohes Sicherheitsbedürfnis die Menschen hierzulande bei der Frage, welche Daten die Krankenversicherer erfassen und auswerten dürfen, haben und wie auf der anderen Seite bei Facebook und Co. persönliche Daten einfach so preisgegeben werden, dann braucht es eine neue Form der gesellschaftlichen Diskussion über den Datenschutz.“

Keine Technik, keine Vernetzung

„Wir wissen aus den Kliniken, dass wir eine enorme Investitionslücke haben und noch nicht einmal die regelmäßig anfallenden, normalen Reinvestitionen gedeckt sind“, berichtet Penter. Ohne die technische Ausstattung also auch keine Vernetzung. „Was wir brauchen, sind DRG [diagnosebezogene Fallgruppen, Anm. d. Red.], die die Investitionskosten mit abdecken“ – ein ähnliches Fallpauschalen-System, das sich bewährt hat, wird bereits in der Schweiz angewendet. Penter dazu: „Die Investitionskosten sind dort ein fester Bestandteil der DRG.“

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