Das richtige Nachfolgemodell wählen

Das richtige Nachfolgemodell wählen

Die Ausgestaltung der Nachfolge kann in unterschiedlichster Form erfolgen. Dr. Alexander Koeberle-Schmid, der zahlreiche Nachfolgen erfolgreich betreut hat, sieht neben vielen weiteren folgende plakative Möglichkeiten der familieninternen Betriebsübergabe:

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Thronfolger-Lösung

Die Unternehmens- und Geschäftsführung werden von einer Person übernommen, weitere Erben erhalten eine Abfindung.

  • Vorteile: Eine klare Lösung, die sowohl Kunden, Partnern wie auch Mitarbeitern Kontinuität vermittelt und von Beginn an Gesellschafterkonflikte vermeidet. Mit der Konzentration auf eine Person kann die Einarbeitung gezielt und an der Person ausgerichtet erfolgen.
  • Nachteile: So klar die Lösung ist, so klar muss auch die Entscheidung der Vorgängergeneration für einen geeigneten Kandidaten sein. Unberücksichtigte Interessen oder Personen können das Familienklima empfindlich stören.

Doppelspitze

Zwei oder mehr gleichberechtigte Familienmitglieder üben die Geschäftsführung aus, die Anteile werden unter den Nachkommen gleichmäßig verteilt.

  • Vorteile: Das Unternehmen wird als Ganzes von der Familie fortgeführt. Im Idealfall stehen zwei Chefs an der Spitze, die durch unterschiedliche Fähigkeiten und Kenntnisse sich gegenseitig und damit das Unternehmen stärken.
  • Nachteil: Es können mit der Mehrfachspitze Konkurrenzen entstehen, die die Führung des Unternehmens erschweren.

Realteilung

Das Unternehmen und die Unternehmensanteile werden auf zwei Nachfolger aufgeteilt. Jeder übernimmt für seinen Teil die Führung und Verantwortung. Es empfiehlt sich, dass beide Nachfolger vereinbaren, nicht in Wettbewerb zueinander zu treten.

  • Vorteile: Anteile und Führungsverantwortung sind klar aufgeteilt und bleiben jeweils in einer Hand: eine gute Basis für Frieden unter den Nachfolgern.
  • Nachteile: Das Unternehmen verliert an Größe und auch die positiven Effekte von Synergien könnten ausbleiben

Vetterngesellschaft

Die Geschäftsführung liegt gemeinsam bei Nachkommen und gegebenenfalls externen Managern, die Erben erhalten gleichmäßig die Anteile.

  • Vorteile: Auf den ersten Blick eine gerechte Lösung – das Unternehmen bleibt in Familienhand
  • Nachteile: Der Gesellschafterkreis wächst mit jeder nachfolgenden Generation. Das Unternehmen zerfasert, das Konfliktpotenzial nimmt zu, Dem kann eine Familienverfassung entgegenwirken. 

Gelingt es nicht, in der Familie geeignete Nachfolger zu finden, bieten sich folgende externe Lösungen an:

Stiftung

Die Anteile werden in eine Stiftung überführt. Das Geschäft wird meist extern geführt, Familienmitglieder erhalten regelmäßige Zahlungen.

  • Vorteile: Die Kontinuität des Fortbestands des Unternehmens ist gesichert, und das unabhängig von den Familienmitgliedern. Konflikte werden fast ausgeschlossen, da meist alle gleich behandelt werden.
  • Nachteile: Die Familie hat nur beschränkten Einfluss auf das Unternehmen. Es kann später nur sehr schwer in ihre Hände zurückgelangen.

Fremdmanagement

Häufig das Nachfolgemodell großer Familienclans, bei dem die Anteile im Familienbesitz bleiben, die Unternehmensleitung aber an Fremdmanager übergeben wird.

  • Vorteile: Geschäftsführer von außen sind häufig sehr erfahren. Außerdem gibt es dann keinen Streit mehr in der Familie, wer als nächstes aus dem Kreis der Angehörigen nachfolgen soll.
  • Nachteile: Die Interessen von Fremd-Geschäftsführer und Gesellschafter können sehr verschieden sein. Richtet sich der Fokus der Familie eher auf nachhaltiges Wachsen, so hat ein Externer häufig den schnellen Erfolg im Blick.

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