Milliardeninvestments: Autobauer fahren auf Mexiko ab

Milliardeninvestments: Autobauer fahren auf Mexiko ab

Der Mexiko-Hype der Autobauer ist längst vorbei, ist heute längst eine feste Instanz geworden. Auch auf dem 17. Industrie Forum wurde über den wichtigsten Autostandort der Gegenwart gesprochen – und was das für einstigen Vorzeigestandort Deutschland und die USA heißt.

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Die Zahl der Autobauer, die nicht in den Standort Mexiko investieren, ist bereits erheblich zusammengeschrumpft. Die Stuttgarter von Daimler hatten bereits 2014 bekanntgegeben, dass sie ein Gemeinschaftswerk mit Renault-Nissan planen – Investitionssumme 1 Milliarde Euro. Auch die Münchener von BMW ziehen nach, investieren laut „Automobilwoche“ 732 Millionen Euro in neue Werke im Land. Bis 2019 wollen die Bayern dort 150.000 Fahrzeuge pro Jahr herstellen.

Auch Audi plant ein Werk im mittelamerikanischen Land. Die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet, dass die Köche in der heimischen Kantine in Ingolstadt bereits immer öfter „Chili con Carne“ auf die Speisekarte setzen, um den vielen Mexikanern eine Freude zu machen, die alsbald in ihrem Heimatland Audis zusammenbauen sollen. 2016 soll es soweit sein.

Dabei ist die Destination Mexiko für deutsche Autobauer kein Neuland: Volkswagen produziert im mexikanischen Puebla bereits seit 50 Jahren. Kürzlich sorgte ein VW-Mitarbeiter für Aufsehen, weil er seinen geliebten Käfer für eine Million Euro zum Verkauf anbot. Dieser ist laut den „Wolfsburger Nachrichten“ eines der 3000 Fahrzeuge der letzten Serie „Ultima Edición“, das 2003 aus dem Werk in Mexiko rollte. Heute laufen 500.000 Volkswagen in Mexiko vom Band.

„Mexiko ist besonders aufgrund seiner geographischen Lage interessant für die Autobauer. Die Nähe zum US-Markt, einem der größten Absatzmärkte der Welt, ist hier einer der Hauptgründe“, erklärt Albrecht Ysenburg, Partner bei KPMG, der sein Büro vor Ort hat. Außerdem bilde das Freihandelsabkommen NAFTA zwischen den USA, Mexiko und Kanada eine günstige Rechtsgrundlage, so der Experte weiter.

Die Welt zu Gast in Mexiko

Nicht nur für deutsche Autobauer ist Mexiko interessant, auch die internationale Konkurrenz ist bereits vor Ort aktiv. Opel-Mutterkonzern General Motors wird bis 2018 insgesamt 4 Milliarden Euro investieren. Bereits jetzt unterhält das von Autonärrin Mary Barra geführte US-Unternehmen vier Werke, an denen rund 14.000 Mitarbeiter arbeiten.

Auch die Japaner von Toyota werden in Mexiko produzieren. Laut „Automobilwoche“ hatte das Unternehmen seit Jahren nicht mehr in Werke investiert, will nun allerdings in Mexiko und China neue Stätten schaffen – als Grund wird die anhaltende Nachfrage der Fahrzeuge aus Nordamerika und China genannt. Auch bei Jaguar, Volvo, Hyundai und dem fünftgrößten Autobauer Ford sind die Pläne für Engagements in Mexiko bereits konkret. Die US-Amerikaner wollen 2,5 Milliarden Euro ausgeben.

„Dass es nicht nur deutsche Autobauer, sondern auch international renommierte Marken nach Mexiko zieht, liegt auch daran, dass mexikanische Arbeiter gut ausgebildet, vergleichsweise günstig und dazu noch im Durchschnitt sehr jung sind“, erklärt Ysenburg die Situation.

Laut Ysenburg steckt des Weiteren auch noch erhebliches Wachstumspotential im lokalen Markt. 3,8 Millionen produzierte Autos werden für 2015 vorhergesagt – eine Steigerung von 20 Prozent.

Die Zulieferer ziehen hinterher

Weil die Kundschaft abwandert, ziehen die Zulieferer hinterher. ThyssenKrupp baut ein Werk für die Achsmontage, Magna wiederum eröffnet ein Werk für Chassis-Komponenten in der Golfregion Emiliano Zapata. Auch Benecke-Kaliko, das Autofolien herstellen, feierte im Mai dieses Jahres den ersten Spatenstich.

 

Redaktion: Moritz Ballerstädt

 
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