Wie EMIR Straight-Through-Processing neu definiert

Wie EMIR Straight-Through-Processing neu definiert

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 43, Mai 2015 - Ein Gastbeitrag von Dr. Martin Nussbaumer, Key Account Manager bei Reval.

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Corporate Treasury

Jeder Treasurer musste sich in den vergangenen Monaten darüber den Kopf zerbrechen, wie die neuen EMIR-Anforderungen effizient umgesetzt werden können. Aber auch die Systemanbieter, Banken und Transaktionsregister waren gefordert, ihre Plattformen und Prozesse auf Vordermann zu bringen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Betrachten wir am Beispiel eines Währungsderivats, wie Straight-Through-Processing heute aussehen muss und welche Systeme dabei zusammenspielen. 

Der Lebenszyklus eines Währungsderivats beginnt mit dem Handel. Über eine elektronische Handelsplattform wird das Geschäft abgeschlossen und automatisiert mit allen relevanten Zusatzinformationen wie Vergleichsangeboten oder UTI (Unique Transaction Identifier) für das EMIR-Reporting an das Treasury-System übergeben. Durch einen elektronischen Service einer Confirmation Matching-Plattform wird das Geschäft mit dem Bankbeleg abgeglichen.

Der Treasurer kann den Status des Derivats im Treasury-System in Echtzeit mitverfolgen. Ändert sich der Status des Währungsderivat auf "bestätigt", erfolgt die Meldung an das Transaktionsregister, ebenfalls automatisiert. EMIR-Meldungen werden kontinuierlich oder als Tagesendverarbeitung übermittelt, je nachdem, wie dies in den Systemeinstellungen hinterlegt ist bzw. welche Art vom System unterstützt wird. 

In der Kommunikation mit dem Melderegister wird der Mehrwert eines Treasury-Systems besonders deutlich. Heute erkennen Treasury-Plattformen, ob EMIR-relevante Informationen geändert werden und senden die erforderlichen Änderungsmeldungen automatisiert an das Transaktionsregister. Da direkt auf Basis der originären Daten gearbeitet wird, wird höchste Prozessqualität sichergestellt. 

Aus dem Derivat resultierende Zahlungen werden auf dieser Basis automatisiert über die Treasury-Plattform abgewickelt. Ist ein Derivat freigegeben, wird ein Settlement-Prozess angestoßen, der gegebenenfalls direkt auf externe Zahlungsverkehrswege zugreift.

Nicht nur der Fachbereich Treasury, sondern auch der Fachbereich Accounting profitiert von der automatisierten Abwicklung von Währungsderivaten. Moderne Treasury-Systeme ermöglichen nämlich die automatisierte Verbuchung von Transaktionen in buchführenden Systemen. Diese Direktverbuchung ist besonders vorteilhaft, wenn mehrere ERP-Systeme im Konzern verwendet werden oder unter mehreren Rechnungslegungsstandards berichtet wird.

Wird bei der Konzernkonsolidierung mit internen Sicherungsgeschäften gearbeitet, bucht das Treasury-System automatisch aus Sicht beider Kontrahenten. Abweichungen zwischen den Positionen sind dadurch nicht mehr möglich. 

Fremdwährungsrisikomanagement ist ein iterativer Prozess. Um den Kreis zu schließen, bleibt die Frage, wie der Handelsauftrag eigentlich entsteht. Treasury-Systeme dienen dabei als interne Handelsplattformen zur Aggregation von Fremdwährungspositionen auf Konzernebene. Nachdem der Treasurer seine Fremdwährungsexposures identifiziert hat, schließt er die entsprechenden Sicherungsgeschäfte, wie zu Beginn beschrieben, ab. Der Handelsauftrag kann dabei ebenfalls automatisiert aus dem Treasury-System an die Handelsplattform erteilt werden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Anforderungen von EMIR die Ansprüche an Prozessqualität und -geschwindigkeit deutlich gesteigert haben. Wie das Bespiel zeigt, bieten Treasury-Systeme heute zahlreiche Möglichkeiten, Schlüsselprozesse in Cash-, Liquiditäts- und Währungsmanagement zu automatisieren und Straight-Through-Processing mit Drittsystemen –  angefangen von der elektronischen Handelsplattform bis hin zum Transaktionsregister – zu ermöglichen. Wer auf diese Technologien setzt, kann sich somit von der bürokratischen Bürde des EMIR-Reporting befreien und gleichzeitig das Prozessniveau im Fachbereich Treasury signifikant erhöhen. 

Ansprechpartner: Stephan Plein, Senior Manager, splein@kpmg.com

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