Logistiker zwischen Margendruck und Innovationszwang

Logistiker zwischen Margendruck und Innovationszwang

Die Kunden der großen Logistik-Unternehmen interessieren vor allem zwei Fragen: Wo steckt meine Ware und wann kommt sie an? Planungssicherheit und Liefer-Qualität sind die entscheidenden Faktoren im Kampf um die Vorherrschaft am Markt. Zunehmend gewinnen jedoch auch Themen rund um technologische Innovationen an Bedeutung. Doch genau hier haben viele Anbieter Nachholbedarf. Wegen des hohen Preisdrucks bleiben Transparenz und kreative Ideen häufig auf der Strecke. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die Studie „Less-than-truckload networks – The European market for network based cross border goods flows“ von KPMG, dem Fraunhofer SCS, Dachser und Altana, die auf der Messe Transport Logistic in München vorgestellt wurde.

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Weitere Schwerpunkte der Studie sind Tonnagepotenziale auf den wichtigsten Routen, die Art der versendeten Güter und Rückladewahrscheinlichkeiten. Zudem wurde die Leistungsfähigkeit der europäischen Länder hinsichtlich Netzdichte, Wettbewerbssituation, Kaufkraft und Personalkostensituation analysiert.

Starker Margen- und Preisdruck

Die größte Herausforderung für die Branche besteht wie eh und je im hohen Margen- und Preisdruck. Verstärkt wird dies durch politische Entscheidungen wie den Mindestlohn oder Maut-Gebühren, aber auch der starke Wettbewerb, Ladungsdiebstähle, Fachkräftemangel sowie vor allem die hohen Anforderungen an Transparenz und Compliance haben Auswirkungen auf die Branche. Hier stehen viele der derzeit insgesamt 37 Unternehmen und Kooperationen mit eigenen Stückgut-Standorten in Europa  allerdings noch ganz am Anfang – Nachholbedarf besteht vor allem im Ausbau der Transparenz innerhalb der Supply Chain.

Supply Chain transparent gestalten

Technologien zur Nachverfolgung wie RFID (radio-frequency identification) gewinnen stetig an Bedeutung. Denn diesen ist die Vorhersagbarkeit der Lieferungen noch wichtiger ist als deren Geschwindigkeit. Erkannt haben das zwar auch die Dienstleister, in der Umsetzung hapert es aber noch. KPMG-Experte Steffen Wagner weiß, warum: „Investitionen werden vor allem dann getätigt, wenn sie unmittelbar die Effizienz von Transporten erhöhen und direkt sichtbar Kosten sparen“, analysiert er. „Durch eine erhöhte Transparenz profitieren zunächst aber vor allem die Kunden. Mit großen Investitionen tun sich die Logistik-Firmen daher bisher eher schwer.“

Spielraum für große Investitionen fehlt

Ähnlich sieht es bei Digitalisierung und Big Data aus. Auch hier stecken die Unternehmungen oftmals noch in den Kinderschuhen. Dabei könnten Investitionen in diesem Bereich neue Geschäftsfelder erschließen und damit für steigenden Umsatz sorgen. Diese Zurückhaltung sieht Steffen Wagner als Gefahr für viele Unternehmen. „Um langfristig nicht vom Markt verdrängt zu werden, sollten sich alle Anbieter von Logistik-Dienstleistungen schnell mit dem Innovationspotential rund um digitale Themen befassen. Denn allen voran die Kundenindustrien werden sich verstärkt innovativen Unternehmen zuwenden“, sagt der KPMG-Experte.

Unterschiede auf europäischen Märkten

Bemerkenswert sind auch die großen Unterschiede auf den verschiedenen europäischen Stückgutlogistik-Märkten. So ist zum Beispiel die Auslastung auf der Rückfahrt vor allem davon abhängig, in welches Land der Transportweg führte. Eine Lieferung von Zentraleuropa in das Vereinte Königreich  inklusive  Irland ist in der Regel weniger ausgelastet als ein Transport in die entgegengesetzte Richtung.

Und auch die Bedingungen in den Ländern könnten vielfältiger nicht sein. Während in Deutschland ein starker Wettbewerb herrscht, sind Skandinavien oder das Baltikum kaum erschlossen. Das liegt natürlich vor allem daran, dass ein eigener Standort in Deutschland durch die zentrale Lage essentiell wichtig ist, um seine Leistungen in ganz Europa anzubieten. Dennoch fällt auf, dass nur das Vereinigte Königreich ähnlich dicht besiedelt ist. Hier haben sich – im Gegensatz zu Deutschland – aber vor allem national aufgestellte Dienstleister einen festen Platz erkämpft. Einige Dienstleiter haben die Gunst der Stunde erkannt, und eröffnen zunehmend eigene Standorte in den neuen Märkten.

Entscheidern ein Werkzeug an die Hand gegeben

„Mit der Studie ‚Less-than-truckload networks – The European market for network based cross border goods flows‘ wurde eine Entscheidungsgrundlage zur Standortbestimmung und Standortvernetzung geschaffen. Sie dient Logistikdienstleistern, Beratern, Industrieunternehmen und dem Handel dabei, die Logistik innerhalb des europäischen Raums zu überblicken und Herausforderungen zu verstehen“, fasst Steffen Wagner zusammen.

Für mehr Informationen sowie die komplette Studie wenden Sie sich gerne an Steffen Wagner oder direkt an das Fraunhofer-Institut. Ein Exzerpt finden Sie hier.

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