Wirtschaftskriminalität in Familienunternehmen

Wirtschaftskriminalität in Familienunternehmen

Hohe Innovationskraft, gute Produktqualität und treibende Kraft der Wirtschaft – den deutschen Familienunternehmen wird ein sehr hohes Maß an Vertrauen entgegengebracht. Aber: Jedes dritte Unternehmen in Deutschland wurde in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität, sagt die aktuelle KPMG-Studie „Wirtschaftskriminalität in Deutschland 2014“ – und die Tendenz ist steigend.

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Wirtschaftskriminalität verursacht in Deutschland einen jährlichen Schaden von ungefähr 80 Milliarden Euro. In den meisten Fällen sind die Unternehmen selbst die Geschädigten. Häufigste Delikte in den vergangenen zwei Jahren waren Diebstahl und Unterschlagung sowie Betrug und Untreue. Delikte aus dem Bereich Datendiebstahl und Datenmissbrauch sind aber bereits auf Platz 3 vorgerückt und werden zukünftig wohl im Fokus stehen.

 

Immense Schäden vermeiden

Die dabei entstehenden wirtschaftlichen Schäden sind gewaltig. Nicht nur was die Kosten der nachträglichen Behebung von Schwachstellen in der Firmen-IT betrifft. Der Reputationsverlust ist für Familienunternehmen die wirkliche Gefahr. Wenn noch Monate nach einem Cyber-Angriff im Internet negative Presseberichte kursieren, schädigt dies das Kundenvertrauen nachhaltig. Viele Unternehmen vernachlässigen ihre IT-Sicherheit sträflich und stellen damit das ökonomische Prinzip quasi auf den Kopf: Schäden werden akzeptiert, die um ein Vielfaches höher sind, als eine gezielte Prävention gekostet hätte.

 

Geschäftsdaten ausreichend schützen

Oft wird es den Tätern unnötig leicht gemacht. Das größte Problem ist der fast schon naive Umgang vieler Unternehmen mit sensiblen Daten, oft aus mangelndem Risikobewusstsein. Dabei sollten gerade Familienunternehmen über ein ausreichend gesundes Misstrauen verfügen, wenn es um ihr Firmenwissen geht: Ist das eigene IT-System wirklich ausreichend geschützt? Sind der preiswerte IT-Dienstleister und die billige Cloud vielleicht nur auf den ersten Blick die richtige Wahl?

 

Die Gefahr aus den eigenen Reihen nicht unterschätzen

Zum anderen muss die Geschäftsleitung bedenken, dass Gefahren auch in der eigenen Firma lauern. Denn häufig sind es Angestellte oder nahe Dienstleister, die Betriebsgeheimnisse stehlen. Der Zugriff auf Daten sollte deshalb für alle Mitarbeiter auf die Bereiche begrenzt werden, die für ihre Arbeit wirklich relevant sind. Das bezieht auch die Führungsetage ein. Warum muss der Chef jederzeit Einblick in sämtliche Bereiche der Firmen-IT haben? Gerade er erhält oft 50, 100 oder noch mehr E-Mails am Tag – die Gefahr ist groß, dass er aus Versehen irgendwann einmal eine seriös wirkende, aber virenverseuchte Datei anklickt.

 

Viele Familienunternehmen gehen mit Geschäftsgeheimnissen und sensiblen Daten noch immer fast naiv um. Sie glauben nicht, dass ausgerechnet sie ein Opfer von Spionage werden können. Doch das Gegenteil ist der Fall. Und die Schäden sind gewaltig. Gerade deutsche Familienunternehmen sollten einen besonderen Fokus auf Datensicherheit legen. Sie stehen in dem Ruf, verschwiegen zu sein – dies sollte nicht nur ihre Bilanz betreffen, sondern insbesondere auch ihre auf Servern lagernden Firmendaten.

 
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