Damit Betriebsrenten keine Zeitbomben werden

Damit Betriebsrenten keine Zeitbomben werden

60 Prozent der Beschäftigten in Deutschland haben eine betriebliche Altersversorgung. 2015 will die Bundesregierung nun Verbesserungen im Zuge der Umsetzung von EU-Recht auf den Weg bringen. Für Unternehmen höchste Zeit, die Pensionslasten richtig zu managen.

Ansprechpartner

Director Compensation & Benefits, Advisory

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kontakt

Verwandte Inhalte

Großvater und Enkelsohn

Die SPD-Sozialministerin Andrea Nahles hält die betriebliche Altersversorgung für „den wichtigsten kapitalgedeckten Baustein in unserem Rentensystem“. Die Bundesregierung will deshalb die betriebliche Altersvorsorge stärker als bisher in Tarifverträgen verankern. Laut der Nachrichtenagentur dpa diskutieren zurzeit Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Regierung einen Betriebsrenten-Reformvorschlag des Sozialministeriums. Die Politik will zunächst Rechtsvorgaben der Europäischen Union in Deutschland umsetzen.

Erhebliche Pensionsverpflichtungen

Für Unternehmen bedeuten Betriebsrenten, dass sie über die Jahre erhebliche Pensionsverpflichtungen anhäufen. Allein die DAX 30-Konzerne hatten am Jahresende 2014 Verpflichtungen in Höhe von rund 390 Milliarden Euro. Die Pensionsrückstellungen sind häufig einer der größten Bilanzposten. In den vergangenen Jahren hatte zwar eine günstige Kapitalmarktentwicklung den Dax-Konzernen in die Hände gespielt und gute Renditen das Pensionsvermögen erhöht.

Doch damit die Betriebsrente nicht die Gewinne belasten, müssen Unternehmen die Pensionsverpflichtungen effizient managen. Denn die betriebliche Altersversorgung ist aufgrund ihrer Langfristigkeit mit einer Vielzahl von Risiken verbunden. Am prominentesten sind die Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Aber auch prozessuale Risiken, bewertungstechnische Risiken sowie politisch-rechtliche Risiken müssen Firmen beachten.

Risikomanagement Pension Governance

Das Management dieser Risiken ist das wesentliche Ziel der „Pension Governance“. Eine neue KPMG Fokusanalyse beschäftigt sich mit dem Risikomanagement der Pensionspläne bei den DAX-30 und MDAX-Unternehmen. Für die Untersuchung wurden die Angaben von 19 Gesellschaften ausgewertet. Dies entspricht einem Drittel der DAX30- und MDAX-Unternehmen, die in ihren Geschäftsberichten wesentliche Pensionsverpflichtungen ausweisen.

Laut der Analyse haben die Unternehmen die Relevanz des Themas erkannt. Doch noch nicht alle Risiken werden ausreichend gesteuert. So existiert erst bei weniger als 50 Prozent der Unternehmen eine Pension-Governance-Richtlinie. Und erst knapp 50 Prozent der Unternehmen nutzen ein spezielles Reporting-Tool für die Pensionsverpflichtungen. Bei fast der Hälfte der Gesellschaften gibt es durchaus noch Handlungsbedarf.

Vorreiterrolle DAX-Unternehmen

Da große Konzerne bei der Pension Governance eine Vorreiterrolle spielen, ist zu erwarten, dass bei vielen mittelständischen Gesellschaften und Familienunternehmen diese Thematik noch in den Kinderschuhen steckt. Doch auch kleinere Unternehmen müssen nun das Risikomanagement der betrieblichen Altersversorgung in Angriff nehmen. Besonders wenn die Bundesregierung die Rolle der Betriebsrente für Millionen Arbeitnehmer stärkt.

Fokusanalyse: Pension Governance

Fokusanalyse HR Consulting-Erhebung des Reifegrades der Pension Governance von DAX 30-und MDAS Unternehmen

 
Lesen Sie mehr

KPMG International erbringt keine Dienstleistungen für Kunden. Keine Mitgliedsfirma ist befugt, KPMG International oder eine andere Mitgliedsfirma gegenüber Dritten zu verpflichten oder vertraglich zu binden, ebenso wie KPMG International nicht autorisiert ist, andere Mitgliedsfirmen zu verpflichten oder vertraglich zu binden.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden

KPMG's neue digitale Plattform

KPMG's neue digitale Plattform