Möglichkeiten der Einkaufsoptimierung unter Anwendung der Own-Use Exemption

Möglichkeiten der Einkaufsoptimierung

Die starken Schwankungen der Energiepreise in den letzten Monaten an den Energie- und Rohstoffbörsen veranlassen zahlreiche Unternehmen dazu, die bestehenden Einkaufsstrategien nach Optimierungsmöglichkeiten zu analysieren.

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Haben sich bislang die Einkaufsstrategien auf den Abschluss von Terminkäufen zwecks Sicherung der Bezüge und Preise für den Bedarf in zukünftigen Perioden beschränkt, wird angesichts der ökonomischen Rahmenbedingungen der Wunsch nach einer flexibleren Ausrichtung an den ökonomischen Umständen deutlich. Bei einer Optimierung der Einkaufsstrategie wird jedoch oftmals vor den Konsequenzen aus einer Verletzung der sogenannten Own-Use Exemption und der hieraus resultierenden bilanziellen Abbildung der Kontrakte als Derivat im Sinne des IAS 39 zurückgeschreckt. Gleichzeitig scheuen die Unternehmen den Arbeitsaufwand aus einer offiziellen Designation etwaiger Derivatekontrakte ins Hedge Accounting sowie erfolgswirksam zu erfassende Ineffektivitäten, sodass am Ende die bestehenden Einkaufsstrategien unangetastet bleiben.

Die Erhöhung der Flexibilität im Einkaufsprozess für den Energiebedarf eines Unternehmens ist aber nicht zwangsläufig mit der Bilanzierung von Derivaten gemäß IAS 39 verbunden. So ist es beispielsweise unter spezifischen Umständen möglich, eine erwartete Menge an Energie mittels Termingeschäften für die Zukunft zu kaufen und bis zu Abnahme der dann fixierten Einkaufsmengen Preisoptimierungen mittels Verkaufskontrakten vorzunehmen. Entscheidende Grundlage für eine Vermeidung einer Verletzung der Own-Use Exemption sind hierbei eine präzise Vertragsausgestaltung und definierte Prozessabläufe innerhalb des Einkaufsprozesses. Sowohl der IAS 39 als auch der IDW RS HFA 25 stellen hohe Anforderungen an die Unternehmen, um erfolgreich die Einhaltung der geforderten Kriterien nachzuweisen und eine Derivatebilanzierung zu vermeiden.

Aber auch im Fall einer Klassifizierung eines Bezugsvertrags als Derivat lassen sich Ergebnisschwankungen durch Anwendung von Hedge Accounting mit vertretbarem Aufwand vermeiden. Bei der Designation von „All-in-One Hedges“ wird der Vertrag als Preissicherung für die vereinbarte Menge definiert. Dadurch werden die Dokumentation der Designation und die Effektivitätsmessung vereinfacht.

Unsere Experten des Finanz- und Treasury-Managements stehen Ihnen gerne für Fragen rund um das Thema Optimierungsmöglichkeiten von Einkaufsstrategien im Energiesektor zur Verfügung und führen Sie kompetent durch die Vorgaben der Rechnungslegung.

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 42, April 2015

Autor: Ralph Schiling, Manager, rschilling@kpmg.com

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