Exposure Draft 2014/5 „Classification and Measurement of Share-based Payment Transactions“

Änderungsvorschläge des IASB zum IFRS 2

Am 25. November 2014 hat das International Accounting Standards Board (kurz: IASB) einen Entwurf zur Veränderung des IFRS 2 „Classification and Measurement of Share-based Payment Transactions“ veröffentlicht, für den die Kommentierungsfrist am 25. März 2015 endete. Inhaltlich soll der vorgestellte Entwurf die Mehrdeutigkeit hinsichtlich der unterschiedlichen Klassifizierung und Bewertung von anteilsbasierten Vergütungsmodellen beheben.

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Im Einzelnen umfasst dies die folgenden drei Themenfelder.

 

1. Einbezug von Ausübungsbedingungen in die Bewertung von anteilsbasierten Vergütungsmodellen mit Barausgleich

Da der IFRS 2 im Fall von anteilsbasierten Vergütungsmodellen mit Barausgleich (Cash Settlement) bisher keine genauen Regelungen bezüglich des Einbezugs von Ausübungsbedingungen in die Bewertung von anteilsbasierten Vergütungsmodellen beinhaltet, schlägt das IASB vor, die damit einhergehenden Auswirkungen analog der Paragrafen 19 bis 21A des IFRS 2 zu behandeln. Demnach sollen entsprechende Ausübungsbedingungen analog zu einem Equity-Settlement-Plan behandelt werden. Somit soll auch bei einem vorgesehenen Barausgleich zwischen einem Mengen- und einem Wertgerüst in der Bewertung unterschieden werden.

 

2. Klassifizierung von anteilsbasierten Vergütungsmodellen, die die Möglichkeit eines Nettoausgleichs vorsehen

Einige Aktienoptionspläne sind mit regulatorischen bzw. steuerlichen Vorgaben verknüpft, weshalb in einigen Rechtskreisen ein gewisser Anteil von Eigenkapitalinstrumenten seitens des Unternehmens einbehalten wird, um die Steuerverpflichtung des Begünstigten bedienen zu können. Unter diesem Einbehalt versteht man die Vergütung des Mitarbeiters per Nettoausgleich. Durch die vorgeschlagene Änderung des IASB soll nunmehr die Möglichkeit bestehen, die gesamte Transaktion einheitlich als Equity Settlement zu behandeln. Dies setzt allerdings voraus, dass eine Einstufung als Equity Settlement auch ohne die Möglichkeit, den Aktienoptionsplan per Nettoausgleich bedienen zu können, vorgenommen worden wäre.

 

3. Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungsmodellen bei Wechsel der Erfüllungsform

Für den Wechsel der Erfüllungsform von Cash Settlement auf Equity Settlement gab es bisher noch keine vorgeschriebene Vorgehensweise. Die Ergänzung des IASB besagt, dass die Transaktion ab dem Zeitpunkt der Modifikation als Equity Settlement behandelt wird, wodurch gleichermaßen ein neuer Grant Date resultiert. Die Bewertung findet unter Bezugnahme des Marktwerts im Modifikationszeitpunkt statt. Zusätzlich ist im Modifikationszeitpunkt die Verbindlichkeit der Transaktion auszubuchen und ein neuer Eigenkapitalposten zu bilden. Die Differenz der beiden Geschäftsvorfälle wird erfolgswirksam erfasst. 

 

Autor: Dr. Christoph Lippert, Manager, christophlippert@kpmg.com

 

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 42, April 2015

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