Experten: Ärztliche Schweigepflicht unantastbar

Experten: Ärztliche Schweigepflicht unantastbar

Nach dem Absturz von Germanwings-Flug 4U9525 mehren sich die Stimmen, dass sensible Berufsgruppen nicht mehr der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen sollen. Mehrere KPMG-Experten warnen davor, diese Regelung aufzuweichen.

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Wie kam es zum Unglück in den französischen Alpen? Bislang gilt es als sehr wahrscheinlich, dass der Co-Pilot an Bord das Flugzeug mutwillig abstürzen ließ. Der Mann soll sich in ärztlicher Behandlung befunden haben. Jetzt wird die Forderung laut, dass Ärzte in besonderen Fällen die Arbeitgeber informieren müssen.

„Piloten müssen zu Ärzten gehen, die vom Arbeitgeber vorgegeben werden. Diese Ärzte müssen gegenüber dem Arbeitgeber und dem Luftfahrtbundesamt von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden sein“, sagte Dirk Fischer, CDU-Verkehrsexperte in der Tageszeitung „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Andere Abgeordnete fordern indes, dass Mediziner Krankschreibungen ohne Nennung von Gründen direkt an den Arbeitgeber schicken dürfen.

Mehrere KPMG-Experten sehen diese Vorstöße kritisch: „Der Patient muss seinem Arzt vertrauen können. Dazu gehört es, zu schweigen“, erklärt Prof. Dr. Volker Penter, Head of Health Care bei KPMG.

Ähnlich äußert sich Dr. Bernd Siefert, Partner bei KPMG: „Die ärztliche Schweigepflicht ist unantastbar.“

Wie es im aktuellen Newsletter des Gesundheitsbarometers von KPMG heißt, seien die Reflexe typisch für die Politik. „Der Ruf nach Gesetzesreformen ist nach Katastrophen oftmals vorhersehbar.“ Ob eine gelockerte Schweigepflicht eine Katastrophe wie vergangene Woche verhindert hätte, sei jedoch sehr fraglich. Es könne auch genau das Gegenteil bewirken, weil eine schärfere Meldepflicht für Ärzte labile Patienten vom Gang in die Praxis abhalten würde.

Redaktion: Moritz Ballerstädt

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