Ein Energiesparhaus aus dem 3D-Drucker

Ein Energiesparhaus aus dem 3D-Drucker

André Brößel, Gründer und Leiter von Rawlemon Solar Architecture, entwickelt energieautarke Gebäude. Anlässlich der KPMG „Energy – Quo Vadis?“ erklärt der Experte im Interview, wie Contour Crafting und Co. unser Leben verändert.

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Welche Entwicklung in der Energiebranche hat Sie innerhalb der vergangenen Jahre am meisten überrascht?

André Bößel: Der schnelle deutsche Ausstieg aus der Atomkraft. Was den Energie-Output anbelangt, ist die Kernenergie unschlagbar. Aber spätestens seit Fukushima wissen wir, wie gefährlich die Technologie sein kann und dass wir sie nicht zu 100 Prozent sicher hinbekommen. Was mich bei näherem Hinsehen überrascht hat, ist die Monopolstruktur in diesem Sektor. Die Machtanteile sind hier aus meiner Sicht zu groß. Und es gibt zu wenig Transparenz hinsichtlich Investitionskosten und Rentabilität.

Viele reden von einem historischen Umbruch in der Energiebranche. Sehen Sie das auch so?

Bößel: Ja, dieser Umbruch findet statt, der ist sichtbar, beispielsweise bei der Elektromobilität. Toyota hat damit angefangen und bekam erst einmal viel negatives Echo. Aber das ist vorbei, mittlerweile haben alle Anbieter nachgezogen. Wir sehen viele innovative Produkte von Pedelecs über Elektromotorräder, Plug-in-Hybridfahrzeuge bis hin zu Solarcarports mit Ladestationen. Die Industrie investiert sehr viel in neue Speichertechnologien, das halte ich für enorm wichtig. Ich denke, dass Speicher- und Batteriesysteme in den nächsten Jahren ein paar technologische Weiterentwicklungen erfahren, die man bis jetzt nur theoretisch kannte. Und die vielen mobilen elektronischen Endgeräte bieten ganz neue Möglichkeiten für eine intelligente Steuerung und eine dezentrale Energieerzeugung und Speicherung.

Welche Relevanz haben Zukunftsanalyse und Simulationen für Ihr Unternehmen?

Bößel: Szenarien sind generell wichtig, um Tendenzen aufzuzeigen. Und das gilt besonders für die Energiebranche. Wir brauchen mehr Offenheit für Innovationen und da helfen uns Simulationen und Zukunftsszenarien. Ich kann als Architekt mittlerweile Simulationen anstellen, die bis vor einiger Zeit nur Ingenieure machen konnten. Unsere Vernetzung und der Zugang zu Wissen werden immer einfacher. Mit dieser Fülle an Informationen lassen sich heute Dinge relativ schnell weiterentwickeln.

Wie sieht es mit Ihrem eigenen Zukunftsszenario aus. Wo sehen Sie sich selbst im Jahre 2035?

Bößel: Mein Ziel ist es, energieautarke Häuser zu entwickeln und zu bauen. Auch größere Häuser die vom Prinzip netzunabhängig operieren können. Das ist wichtig, weil 43 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Gebäuden, in unseren Städten verbraucht wird. Ich sehe hier ein riesiges Innovationspotenzial für Effizienzsteigerungen. Schon wenn wir es schaffen, den Energieverbrauch in diesem Bereich um einige Prozentpunkte zu reduzieren, ist viel gewonnen. Für mich ist das eine Lebensaufgabe.

Über André Brößel:

Der Architekt André Brößel ist Gründer und Leiter von Rawlemon Solar Architecture (Rawlemon, Ltd.). Die junge in Barcelona ansässige Firma baut Solarkollektoren in Kugelform. Die gläsernen Sphären sehen nicht nur spektakulär aus, sie könnten eine ganze Branche revolutionieren – und das Antlitz unserer Städte verändern.

 

Disclaimer: Die Ansichten und Meinungen in Gastbeiträgen sind die des Interviewten und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten und Meinungen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. 

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