Die Wolke wächst

Die Wolke wächst

Cloud-Computing verändert die Nutzergewohnheiten der Benutzer. Die eigenen Daten auf einem externen Server zu speichern. Branchenriesen wie Google, Microsoft und Amazon bringen sich bereits in Stellung, um eine marktführende Lösung anzubieten. Peter Heidkamp, Head of Technology bei KPMG, erklärt was wir von Cloud-Computing erwarten können und wie der Dienst in Deutschland angenommen wird.

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Cloud-Computing

Wie es aus Branchenkreisen heißt, haben die US-Hightech-Konzerne Mircosoft, Google und Amazon ihre Umsätze vor allem durch Cloud Computing steigern können – insgesamt sind es rund 12 Prozent, was 15,78 Milliarden Euro bedeutet.Heidkamp dazu: „Der Cloud-Markt in Deutschland wächst stetig und nachhaltig. Allerdings wird die Dynamik hierzulande durch Sicherheitsbedenken und rechtliche Unklarheiten ein wenig ausgebremst.“

Heidkamp dazu: „Der Cloud-Markt in Deutschland wächst stetig und nachhaltig. Allerdings wird die Dynamik hierzulande durch Sicherheitsbedenken und rechtliche Unklarheiten ein wenig ausgebremst.“

Das sind die größten Konkurrenten

Amazon bietet unter „Amazon Web Services“ einen Cloud-Dienst an, Ende April gab es zum ersten Mal Zahlen. Cloud Computing macht bereits jetzt 7 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Wie das Portal „T-Online“ berichtet, sind es bereits jetzt 1,44 Milliarden Euro.  Der Kundenstamm wächst und zählt bereits namhafte Unternehmen unterschiedlicher Branchen – unter anderem Dropbox, Spotify, Netflix, Uber, Samsung, aber auch die CIA oder das deutsche Unternehmen Kärcher.

Doch nicht nur das Unternehmen aus Seattle beeindruckt mit herausragenden Zahlen in Sachen in Cloud-Computing. Der Dienst von Microsoft heißt „Azure“, 2014 lag das Wachstum bei 140 Prozent. Microsoft sorgte mit der Lösung unlängst für mediales Aufsehen: Das Unternehmen kooperiert künftig mit dem Eurovision Songcontest. „Microsoft Azure, eine offene und besonders leistungsfähige Cloud-Plattform, kommt für den weltweiten Austausch von Videos mit über 45 TV-Sendern und für Video on Demand-Lösungen zum Einsatz“, heißt es dazu in einer offiziellen Mitteilung.

Ein weiterer großer Player ist IBM. Der US-Konzern hat 2013 das Unternehmen Sotlayer Technologies erworben. Diese Investition scheint sich auszuzahlen: 75 Prozent Umsatzplus innerhalb der letzten vier Quartale. Der IT-Riese richtet in Zukunft das gesamte Geschäftsmodell auf die Cloud aus. Wie „Stern“ berichtet, ist das Geschäft mit Hardware im Jahr 2014 um 22 Prozent eingebrochen.

Im neuen Markt darf auch Google nicht fehlen: Der Dienst der Kalifornier legte 2014 ein Umsatzplus von 101 Prozent hin. Für SAP soll die Cloud ebenfalls zu einer festen Größe werden. Das Fachportal „Finanzen.de“ berichtet allerdings, dass das Unternehmen zwar seine Gewinne steigern konnte, die Umstellung auf die neuen Lösungen allerdings die Marge schmälert. Nur einer der klassischen Tech-Giganten agiert bis dato eher zurückhaltend: Oracle hingegen bietet Cloud-Computing bislang lediglich als Nebenprodukt an.

Heidkamp erklärt, dass Deutschland bei diesen Entwicklungen noch hinterher hinkt: „Von einem Cloud-Boom zu sprechen, wäre angesichts moderater Wachstumsraten in Deutschland übertrieben. Gleichwohl ist die Cloud-Nutzung in Deutschland über vier Jahre konstant gewachsen. Mittlerweile hat fast die Hälfte der deutschen Unternehmen in irgendeiner Form eine Cloud-Lösung im Einsatz“.

Unternehmen wollen die Cloud

Wie der Cloud- Monitor 2015 zeigt, sind deutsche Unternehmen stark an der Cloud interessiert. 2014 haben bereits 44 Prozent der befragten Unternehmen Cloud-Dienste genutzt. Das ist jedoch noch nicht das Ende der Fahnenstange. Weitere 24 Prozent diskutieren darüber, künftig auf Cloud-Lösungen zu setzen.

Besonders größere Unternehmen leisten Pionierarbeit in Sachen Cloud-Computing. Von denjenigen mit mehr als 500 Mitarbeitern setzten bereits 70 Prozent auf Cloud-Technologien. Peter Heidkamps Einschätzung über das mögliche Potenzial: „Cloud-Computing wird zunehmend für alle Unternehmen relevant – unabhängig von ihrer Größe. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen haben in den letzten Jahren kontinuierlich aufgeholt. Der Anteil der Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern, die Cloud-Lösungen nutzen, lag in 2014 bei 41 Prozent. Das ist ein deutlicher Zuwachs von 15 Prozentpunkten gegenüber 2011.“

Interessant sind auch die Branchenunterschiede: Die Zahlen des Cloud-Monitors zeigen eine Polarisierung der deutschen Wirtschaft in „cloud-affine“ Branchen einerseits und in zurückhaltende „cloud-averse“ Industrien. Während beispielsweise die ITK-Branche, die Automobilindustrie, Banken und Logistikunternehmen intensiv Cloud-Dienste in Anspruch nehmen, gibt es zahlreiche Branchen, in denen vergleichsweise diese Dienste nutzen.

Unternehmen versprechen sich von der Cloud-Nutzung Verbesserungen. Bei den am häufigsten genannten Zielen, die mit einem Cloud-Einsatz erreicht werden sollen, geht es vorrangig um eine Optimierung der Strukturen und Prozesse: Im Vordergrund stehen ein besserer Zugriff auf IT-Ressourcen, eine erhöhte organisatorische Flexibilität und effizientere IT-Strukturen. „Die Einführung von Cloud-Computing ist kein reines Kostenthema“, resümiert Heidkamp.

„Die Cloud-Nutzung in Deutschland wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen und durch innovative Markttrends einen neuen Schub erhalten“, so Peter Heidkamps Einschätzung zur zukünftigen Marktentwicklung. „Immer deutlicher wird das Potenzial, das die Cloud in der Verbindung mit anderen Megatrends wie Big Data, Mobility, Industrie 4.0 und Social Business bietet. Mit der fortschreitenden Digitalisierung wächst zudem der Druck auf diejenigen Unternehmen, die derzeit noch keine Cloud-Strategie für die digitale Welt haben.“

Im April 2015 erschien der „Cloud-Monitor 2015“. Das Papier, das von KPMG und BITKOM herausgeben wird, gilt als wichtigste jährliche Erhebung in Sachen Cloud-Computing in Deutschland.

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