Vom Fußball lernen - Profi-Training für Talente

Vom Fußball lernen - Profi-Training für Talente

Fußballteams und Mitarbeiterbindung - wie passt das zusammen? Roman Dykta, Head of Employer Branding & Resourcing , hat sich diesen Vergleich einmal genauer angeschaut. Auf den ersten Blick wird schnell klar, vor allem der "war for talents" vereint beide.

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Andere Fußballnationen schauen inzwischen bewundernd auf die Talentförderung des DFB. Wie gut die Programme funktionieren, konnten wir bei der WM 2014 sehen, Deutschland ist endlich Weltmeister. Damit Unternehmen im “war for talents” gewinnen, können sie von dem Erfolgskonzept viel lernen.

Ein engmaschiges Netz zum intensiven Sichten junger Spieler deckt ganz Deutschland ab. (Fast) jedes Talent kann damit sicher sein, von einem regionalen Sichter „aufgespürt” zu werden.

Und wie können Unternehmen ihre Talente finden? Wichtig ist es, erstmal die Zielgruppe zu definieren.

Erst dann überlege ich, wo finde ich sie, wie spreche ich sie an und wie halte ich den permanenten Kontakt. Große Unternehmen leisten sich dafür Talentmanagement-Abteilungen. In kleinen Unternehmen identifizieren am besten diejenigen Mitarbeiter Talente, die viel mit jungen Menschen wie Praktikanten zusammenarbeiten.

Profi-Clubs der 1. und 2. Bundesliga betreiben eigene Jugendakademien. Auch für Unternehmen macht es Sinn, eine Art Akademie zu gründen.

Beispiel hierfür ist die Praktikantenbindung. Junge Talente, die noch nicht im Berufsleben stehen, werden so ins Unternehmen integriert und zielgruppenspezifisch betreut. Entscheidend ist, dass die Mitarbeiter, die sich um den Nachwuchs kümmern, speziell geschult sind.

Profi-Vereine versuchen außerdem ihren Nachwuchs vorsichtig an das Profigeschäft heranzuführen, wie durch eine 15 minütige Einbindung in ein Profispiel.

Die Strategie, junge Spieler behutsam aufzubauen, sollten sich auch Unternehmen aneignen.

Es bietet sich an, den jungen Mitarbeitern einen Mentor zur Seite zu stellen, sie langsam in Arbeitsprozesse miteinzubinden, ihnen kleine Teilaufgaben geben – natürlich immer kombiniert mit einem qualitativem Feedback. KPMG veranstaltet parallel dazu die weltweit größte, unternehmenseigene Case Competition. Studierende bearbeiten und präsentieren im Anschluss aktuelle und reale Beratungsfälle. Sparringspartner sind dabei keine geringere Gruppe als international agierende Partner von KPMG, „getarnt“ als fiktiver Vorstand.

Trainer und Physiotherapeuten, eventuell Fitnesstrainer oder Konditionstrainer fördern die Performance der Nachwuchsspieler. Auch für Unternehmen ist es eine gute Idee, Nachwuchstalente zu trainieren.

KPMG hat ein Konzept entwickelt, dass Praktikanten, Werkstudenten und junge Berufseinsteiger Mentoren an die Seite gestellt bekommen. Sie beantworten jede Fragen, machen auf Schwierigkeiten und Fallstricke im Berufsleben aufmerksam und geben regelmäßig Feedback.

Im Fußball werden außerdem die natürlichen Voraussetzungen der jungen Spieler genau analysiert. Erst dann sucht der Verein für sie die richtige Position. Und wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter von Anfang richtig einsetzen? Damit die Stelle zu ihnen passt und sie ihre Fähigkeiten voll entwickeln können?

Unternehmen neigen eher dazu, Kandidaten mit kleinen Defiziten nicht zu nehmen, anstatt zu überlegen, wie man diese Defizite durch Trainings minimieren könnte.

Ein junges Fußballtalent hat ja auch nicht von Anfang alle Fähigkeiten. Unternehmen müssen solche ungeschliffenen Rohdiamanten erkennen. Mit dem richtigen Schliff, also der klassischen Weiterbildung, entwickeln sie sich zu Brillanten. Die Potenzialanalyse eignet sich neben dem Bewerbungsgespräch gut als zusätzliches Tool, eventuell auch anstatt des typischen Lebenslaufchecks. Unternehmen sollten sich lieber  fragen. Bringt der Kandidat die Bereitschaft zum Lernen mit? Wie schnell kann er sich in neue Themen einarbeiten?

Ein Fußballer, der alle Jugendmannschaften eines Vereins durchlaufen hat, wird höchstwahrscheinlich auch dort seinen Profi-Vertrag unterschreiben.

Der Spieler identifiziert sich stark mit der Marke des Vereins. Auch Unternehmen bekommen so ein Branding hin, aber dafür müssen sie ihre Jungtalente kontinuierlich betreuen. Je stärker sich jemand durch einen anderen Menschen betreut fühlt, desto besser fühlt er sich aufgehoben. Und je mehr ein Mensch sich aufgehoben fühlt, desto eher möchte er dort bleiben wo er ist, anstatt für den Berufseinstieg großes Neuland zu betreten.

Und wenn ein tolles Angebot von einem anderen Verein kommt, ist Geld nicht alles. Das gilt für Fußballer wie auch für Unternehmen.

Die Kernfrage ist, wie kann ich meine Mitarbeiter halten, sodass sie gerne im Unternehmen arbeiten. Die Schlüsselbegriffe  hierfür  sind Führungsqualität, Kollegialität, Wertschätzung, Weiterentwicklung  und natürlich die Frage, wie der Beruf und die Freizeit in Einklang gebracht werden können.

Folgende Tipps lassen sich zur Mitarbeiterfindung im „war of talent“ zusammenfassen:

  • Klare Zielgruppe definieren. Unternehmen müssen wissen, wen sie suchen und worauf sie ihr Employer Branding ausrichten wollen. Durch das KPMG-Karrierenetzwerk, die KPMG Community, gibt es beispielsweise die Möglichkeit zum gemeinsamen Austausch mit Studenten und Absolventen. Externe Kandidaten sowie unsere Mitarbeiter, können sich hier zum Thema Einstieg und Karriere bei KPMG informieren.  
  • Junge Talente fördern. Frühzeitige Praktikantenbindung und gezielte Nachwuchsförderung sind die Schlüsselfaktoren im Zeitalter des Fachkräftemangels.
  • Gegenseitige Unterstützung und Teamwork. Unternehmen sollten junge Absolventen nicht durch hohen Druck und Erwartungen vom Job abschrecken, sondern den Nachwuchs langsam an die Arbeit heranführen. Dafür eignen sich vor allem Mentorenprogramme.
  • Kandidaten mit Potenzial eine Chance geben. Manche Bewerber brauchen eventuell zu Beginn etwas mehr Unterstützung, bevor sie sich und ihre Talente voll entfalten. Kontinuierliche Weiterbildung und Geduld zahlen sich hier aus.
  • Branding und Loyalität. Mitarbeiter, die voll und ganz hinter der Arbeitgebermarke stehen, sollten gehalten werden. Vertrauen und Wertschätzung sind die Schlüsselelemente für den Aufbau von Loyalität.

 

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