Viele deutsche Unternehmen verschlafen die Digitale Revolution

Viele Unternehmen verschlafen Digitale Revolution

Es ist die größte IT-Messe der Welt. Und obwohl die Cebit in Deutschland stattfindet, hinken deutsche Unternehmen in Sachen Digitalisierung noch immer stark hinterher. Wollen sie die nächsten Jahre überstehen, gehören Wertschöpfung, Kundenbeziehungen – und ganze Geschäftsmodelle schleunigst auf den Prüfstand.

Ansprechpartner

Partner, Advisory

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kontakt

Verwandte Inhalte

Datenkabel

Die Digitalisierung ist der größte wirtschaftliche Umbruch seit der industriellen Revolution. Alle Branchen sind betroffen. „Dennoch reagieren viele deutsche Unternehmen darauf noch viel zu langsam“ erklärt IT-Experte und Partner bei KPMG, Sebastian Paas auf der Cebit 2015.

Viele Unternehmer haben vor allem diffuse Ängste und sind nicht ausreichend informiert, welche Risiken, aber auch welche Möglichkeiten sich bieten. Das hat eine repräsentative KPMG-Studie ergeben. Hinzukommt: Die meisten Unternehmen unterschätzen die Gefahr der wachsenden Konkurrenz durch die Digitalisierung. Doch wer die digitale Umwälzung verschläft, verpasst nicht nur große wirtschaftliche Chancen, sondern wird mittelfristig auch seine Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

In welche Richtung diese Geschäftsmodelländerungen sich aber insgesamt bewegen müssen, ist nicht eindeutig zu beantworten. Es gibt keinen Königsweg. Die Frage muss branchenspezifisch betrachtet werden. Dennoch gilt: Handeln ist besser als Abwarten, da es sonst zu spät sein könnte.

Kunden sind online – deutsche Unternehmen nicht

Der Kunde ist König, oder? Dann sollten deutsche Unternehmen ihnen dorthin folgen, wo sie längst sind: ins Internet. Smartphones und Tablets gehören für viele Kunden zum Alltag. Eine riesige – bislang in Deutschland aber verpasste – Chance. Vorbilder für deutsche Unternehmen sind hier die US-Riesen Google, Apple und Amazon. Wie es nicht funktioniert hat hingegen das deutsche Unternehmen Quelle gezeigt. Der eigentlich jahrzehntelang bewährte Versandhandel hat zu spät auf die veränderte Wettbewerbssituation reagiert. Das bedeutete bekanntermaßen das Aus für Quelle.

Um das zu verhindern müssen klassische Strukturen durch digitale Kommunikations-und Vertriebswege ergänzt werden – durch einen „Multi-Channel Approach“. Dazu gehören die technischen Möglichkeiten einer präzisen Kundenanalyse, die genutzt werden sollten, um Zielgruppen besser anzusprechen und maßgeschneiderte Lösungen anzubieten.

Außerdem könnten Unternehmen Kunden in den Entstehungsprozess einbinden und sie helfen lassen, Prozesse zu optimieren. Die Kundenbeziehung würde dadurch intensiver und Lösungen effizienter.

Nicht zuletzt ermöglicht die Digitalisierung, vernetzte Tools im gesamten Wertschöpfungsprozess, in Forschung und Entwicklung sowie in die Produktion zu implementieren.

Die IT-Abteilung muss mehr sein als die Hotline für PC-Probleme

Der Paradigmenwechsel, Daten als elektronische Bits anstatt als papierne DIN A4 Vorlage zu verarbeiten, bereitet im Führungsstab von deutschen Unternehmen häufig noch Unbehagen.

Hinzukommt: Die IT-Abteilung wird bisweilen in vielen Unternehmen nur als „Hotline“ zur Problembehebung verstanden. Übersehen wird dabei das Potenzial als Datenquelle und innovative Steuerungseinheit innerhalb des Wertschöpfungsprozesses.

Die Unternehmensleitung sollte die vorhandenen IT-Daten vielmehr verwenden, um die Chancen zur Rationalisierung und Steuerung des gesamten Wertschöpfungsapparates zu nutzen. Das könnte das Unternehmen in vieler Hinsicht deutlich voran bringen.

Unternehmen sind zu langsam – und ignorieren ihre Kunden

Innovationen sind essentiell für Unternehmen. Das Innovationstempo in deutschen Unternehmen ist bislang aber zu gering. Und gibt es doch eine neue Idee, scheitern Unternehmen an der schnellen Umsetzung. Schade, denn Innovationen müssen sehr schnell Marktreife erlangen, um Akzeptanz zu finden.

Hinzukommt: Die meisten Unternehmen ignorieren wichtige Ideengeber. Sie binden ihre Kunden bzw. Geschäftspartner nicht ein. Damit geht sehr wichtiger Input verloren. Dabei könnte an dieser Stelle auch die Kundenbindung gesteigert werden und damit auch die Akzeptanz für Neuerungen schneller einsetzen.

Auf der Höhe der Zeit wären eher Maßnahmen wie Big-Data-Auswertungen oder der Einsatz von speziellen Social-Media-Analysen – diese Möglichkeiten werden bislang in Deutschland aber nur sehr zurückhaltend genutzt.

Mut und Wille zur Veränderung – ohne geht es nicht mehr

Unternehmer müssen sich klar machen: Durch die Digitalisierung ist längst eine branchenübergreifende Wettbewerbsdynamik entstanden, das Kundenverhalten hat sich grundlegend verändert, die Produktionszyklen haben sich verkürzt und der Innovationsdruck steigt immens. Hier nicht schnell zu reagieren, kann mittelfristig großen wirtschaftlichen Schaden anrichten. Was wir also brauchen, ist vor allem der Mut und der unbedingte Wille zur Veränderung und Anpassung.

Dazu muss in erster Linie ausreichend Digitalkompetenz in der Firma selbst implementiert werden. Zudem müssen deutsche Unternehmen insgesamt mehr „out-of-the-box“ denken. Denn alleine mit der Implementierung von Standardprozessen werden die notwendigen Innovationen nicht erreicht.

Nicht zuletzt ist ein „change of fixed mindset“ erforderlich, um den Pioniergeist im Unternehmen zu wecken bzw. zu erweitern. Das gilt für alle Mitarbeiter, vor allem aber für die Führung.

KPMG International erbringt keine Dienstleistungen für Kunden. Keine Mitgliedsfirma ist befugt, KPMG International oder eine andere Mitgliedsfirma gegenüber Dritten zu verpflichten oder vertraglich zu binden, ebenso wie KPMG International nicht autorisiert ist, andere Mitgliedsfirmen zu verpflichten oder vertraglich zu binden.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden

KPMG's neue digitale Plattform

KPMG's neue digitale Plattform