Open Innovation als Chance im Produktzyklus

Open Innovation als Chance im Produktzyklus

Verkürzte Produktzyklen erhöhen den Druck auf Unternehmen, möglichst schnell Innovationen und neue Produkte auf den Markt zu bringen. Die Ideen hierfür werden oft in internen Prozessen entwickelt. Doch hier geht mehr, sagen die KPMG-Experten Dr. Sylvia Trage und Wolfgang Grassl. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in Open Innovation – der externen Ideenfindung.

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Durch globalen Wettbewerb werden Produktzyklen stetig kürzer. War ein Auto in den 1970er Jahren in der Regel noch rund acht Jahre up to date, bekommen die Fahrzeuge heute bereits nach zwei bis drei Jahren den ersten Facelift. Innovationen werden zum wirtschaftlichen Erfolgsfaktor, der Druck, Produkte innerhalb kürzester Zeit kunden- und marktgerecht zu entwickeln, wächst.

Die Folge: Unternehmen geben immer mehr Geld für Forschung & Entwicklung (F&E) aus. Im Jahr 2008 lagen die Investitionen für Innovationen in Deutschland bei rund 9,6 Milliarden Euro, Ende diesen Jahres sehen Prognosen die Ausgaben bei mehr als 13 Milliarden Euro. Doch hoher materieller Einsatz alleine führen nicht automatisch zum Erfolg. Wichtig ist es, möglichst viele Ideen zu sammeln und die besten davon bis zur Marktreife weiterzuentwickeln.

Ideen gemeinsam entwickeln

Dass die Unternehmen diese Mammut-Aufgabe nicht ausschließlich intern lösen können, liegt auf der Hand. Die KPMG-Experten Wolfgang Grassl und Dr. Sylvia Trage raten daher immer mehr Firmen zu Open Innovation. Das Konzept ist freilich nicht ganz neu, bereits vor rund zehn Jahren prägte der US-Wissenschaftler Henry Chesbrough den Begriff. Aufgrund der veränderten Strukturen gewinnt es aber immer mehr an Bedeutung.

Bei Open Innovation geht es darum, den unternehmenseigenen Innovationsprozess nach außen zu öffnen. Schließlich sind oft mehrere Hundert Ideen nötig, um später ein Produkt erfolgreich am Markt zu platzieren. Das betonen auch Dr. Sylvia Trage und Wolfgang Grassl. Beim Railway Forum, bei dem KPMG als Globalization Partner Impulse setzte, analysierten sie vorhandene Strukturen in der Bahnbranche und diskutierten ihre Ideen.

Zulieferer in den Prozess einbinden

Mögliche Partner im Innovationsprozess können zum Beispiel Zulieferer, Kundengruppen oder bereits existierende Allianzen/Kooperationen sein. Besonders kleinere und mittelständische Unternehmen können hiervon direkt profitieren. „Die häufigsten Partner in diesem Prozess sind Zulieferer. Diese kennen das Produkt und sind daran interessiert, das eigene Portfolio attraktiv zu gestalten“, fasst Wolfang Grassl zusammen.

Damit diese Zusammenarbeit fruchtbar ist, sind mehrere Aspekte zu beachten. Sylvia Trage sagt: „Zu allererst müssen Unternehmen natürlich für die Ideen des Zulieferers offen sein und dessen Wissen über neue Technologien oder Marktänderungen annehmen. Die zentrale Frage hierbei ist, wie man Mitarbeiter, Lieferanten und auch Kunden überzeugt, solche Technologien auch umzusetzen (Social Engineering)“. Dies sei zum Beispiel in Innovationsworkshops oder mithilfe von Innovationsportalen möglich. Gleichzeitig sollten die Zulieferer, die in diesem Prozess mitwirken aber auch flexibel genug sein, um relativ kurzfristig bei Problemlösungen zu unterstützen.

Zusammenarbeit trägt Früchte

Ein gutes Beispiel hierfür ist Volkswagen. Der Wolfsburger Autobauer hat das „Forum Innovation“ eingeführt. Mehrere Lieferanten erarbeiten hier innerhalb von sechs Monaten ein Konzept für potenzielle Lösungen in unterschiedlichen Themenfeldern. VW bewertet die Ergebnisse im Hinblick auf Kundennutzen sowie wirtschaftliche und technische Potenziale. So profitieren beide Seiten direkt von der Zusammenarbeit. Die Zulieferer schärfen ihr Profil und die Unternehmen können laut einer Studie branchenunabhängig die Zeit bis zur Marktreife um mehr als 50 Prozent verringern.

Open Innovation ist also eine Möglichkeit, um im Wettbewerb zu bestehen und konkrete wirtschaftliche Vorteile zu erzielen.

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