Mein Praktikum bei Consulting / KPMG in Australien

Erfahrungsbericht von highQler Sven Falkenberg

Erfahrungsbericht von highQler Sven Falkenberg

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Den Bachelor hatte ich in der Tasche, den Master geplant. Zwischendurch wollte ich aber sowohl durch Australien reisen als auch praktische Erfahrungen im Ausland sammeln – am liebsten bei KPMG. Ende Oktober kam ich in Perth an, der Hauptstadt von Western Australia. Vor 24 Stunden waren es noch 13 Grad in Köln, nun sonnige 22 Grad inmitten der 1,77 Millionenmetropole. 

Während ich meine Reise entlang der Westküste plante, setze ich mich mit Nadine Gliese in Verbindung. Ich habe Nadine auf der letzten highQ summer school bereits persönlich kennengelernt und sie hat Kontakte nach Australien. Sie setzte sich mit den Kollegen in Australien in Verbindung und versuchte mich dort unterzubringen. Als ich nach einigen Wochen von meiner ersten Reise an der Westküste Australiens zurückkam hatte ihre Arbeit schon Früchte getragen.

Mein Telefon klingelte und die australische Kollegin teilte mir mit, dass zum aktuellen Zeitpunkt ein neues Team im Geschäftsbereich Consulting „Business Performance Services / Supply Chain & Procurement“ aufgebaut wird und sie sich mich gut dort vorstellen können. Grobe Eckdaten wurden abgesteckt und ich war tierisch aufgeregt.

Ein paar Tage später kam der nächste Anruf und ich wurde zum  Interview eingeladen. Ich fuhr zum Bürogebäude und nahm den Aufzug in die oberste Etage. Mit Ausblick auf Swan River und Kings Park, die zwei Highlights von Perth, wurde ich von einem KPMG-Mitarbeiter empfangen, der das Interview mit mir führen sollte. Anstatt in einem der Räume zu verschwinden fuhren wir wieder runter. Das Interview fand in angenehmer Atmosphäre in einem ruhigen Café statt und verlief gut.

Da man mit internationalen Praktikanten noch keine Erfahrungen hatte, mussten erst die Visabestimmungen geklärt werden und dann kam der erlösende Anruf: Ich durfte an einem Vacationer-Programm teilnehmen, eine Art dreiwöchiges Kurzpraktikum für australische Studenten. Danach würde entschieden werden, ob ich länger bleiben kann.

Nach knapp drei Monaten in Australien klingelte am 13. Januar 2014 mein Wecker, mein erster Arbeitstag begann. Nach einem 43 Grad heißen Wochenende war es auf angenehme 28 Grad „abgekühlt“. Wachwerden, frischmachen, frühstücken, Anzug & Krawatte anziehen und los ging es. Schon auf dem Weg zum Büro hatte ich das Gefühl unter australischer Sonne in meinen drei Stofflagen zu zerfließen.

Wieder fuhr ich hoch auf Level 8 und sah den tollen Ausblick. Zum ersten Mal traf ich die 19 Studenten, die mit mir am Vacationer-Programm teilnahmen. Fast alle fingen bei Tax oder Audit an, einer startete im IT Consulting und ich als Einziger in meinem Bereich. Alle waren freundlich und aufgeschlossen, Australier eben.

Die ersten zwei Tage verbrachten wir gemeinsam: Office-Rundgang, Networking, Sicherheitseinweisung, Diskussionsrunden, gemeinsames Essen gehen. Wir bekamen unsere Laptops, die mobilen Internetkarten und den elektronischen Schlüssel für das Gebäude. Alles ähnelte dem Start-Tag bei KPMG in Deutschland, nur eben auf der anderen Seite der Welt.

Mittwoch: Der erste Tag im Geschäftsbereich Consulting, an meinem zukünftigen Arbeitsplatz. Auch hier tauchte ich mit Krawatte und Jacket auf. Das vorletzte Mal für meine Zeit hier. Mein Kollege, Associate Director, hatte zu diesem Zeitpunkt seit vier Jahren keine Krawatte mehr getragen und ein Jacket nur, wenn es mal „kalt“ wird. Auch sonst trägt keiner Krawatte, das ist eher unüblich in Australien.

Ich saß in einem Großraumbüro und konnte direkt in zwei Partnerbüros mit ihren gläsernen Wänden hineinschauen, die Türen waren immer offen. Die wirklich gelebte Open-Door Mentalität und das Duzen von Berufseinsteigern bis zu Partnern (kein Mr. oder Mrs.) führten zu einer unglaublich angenehmen Arbeitsatmosphäre. Eine Woche später saß ich sogar mit einem Partner im Aufenthaltsraum und spielte ein paar Partien Schach.

Insgesamt dauerte das Vacationer-Programm drei Wochen. Ich arbeitete an Proposals für mögliche Mandanten, unternahm Datenrecherchen sowie Analysen und erstellte Präsentationen für Projektabschlüsse. Normalerweise konnte ich um 17 Uhr gehen, blieb aber freiwillig länger. Das Team hatte mich voll integriert und somit wollte ich auch mit dem Team die täglichen Arbeitspakete fertigstellen.

Teil des Vacationer-Programmes war ein Gruppenprojekt zu dem Thema „Why KPMG?“. Wir entschieden uns für ein Video im David-Attenborough-Dokumentar Style. Ein Kollege, den ich auch auf der letzten highQ summer school bei Berlin kennengelernt habe, nahm für unser Projekt eine kleine Videosequenz auf – ganz nach dem Motto „One KPMG“, von Deutschland bis nach Australien. Dieses, sowie ein gelungenes Storyboard reichten, um das Projekt zu gewinnen.

Am Ende der drei Wochen bekam ich einen Arbeitsvertrag für meine gewünschte Zeit von weiteren drei Monaten. Somit hatte ich genug Zeit, in einem richtigen Projekt mitzuarbeiten und trotzdem später noch Australien zu durchreisen. Als Consultant arbeitete ich zunächst vom Büro aus, größtenteils an einer Effizienzbewertung eines Start-Up-Fonds. Dann wurde ich fest einem Projekt zugeteilt, bei dem ich direkt beim Mandanten vor Ort tätig war -wieder mit Krawatte und Jacket; das letzte Mal.

Auch hier trug niemand Krawatten, hätte mir wohl keine kaufen müssen. Das KPMG Team war klein, aber sehr erfahren. Ein Partner, ein paar Direktoren und ich. Die Tage waren lang, aber abwechslungsreich, interessant und herausfordernd – die Lernkurve war steil. Von unzähligen Meetings und Milestone-Analysen über Risk-Control und Change Management  war alles dabei. Ich hatte nach einem Projekt gefragt und eins bekommen, zum Glück.

Nach zwei Monaten im Projekt, insgesamt vier Monaten bei KPMG in Australien, fiel der Abschied am letzten Arbeitstag schwer. Ich habe wieder einmal eine großartige Erfahrung bei KPMG gesammelt, in einem tollen Team gearbeitet und viel gelernt - alles 13.981 km von zu Hause entfernt.

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