Leistungen an Arbeitnehmer (IAS 19)

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IAS 19R: Weitreichende Änderungen bei der Bilanzierung von Pensionsleistungen nach IFRS

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Im Juni 2011 hat das IASB eine überarbeitete Fassung des IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer veröffentlicht. Nachdem das Europäische Parlament der Übernahme des Standards in europäisches Recht im Juni 2012 zugestimmt hat, sind die Änderungen spätestens für Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2013 begonnen haben, verpflichtend anzuwenden. Die Neuregelungen führen zu einer transparenteren und vergleichbareren Abbildung betrieblicher Versorgungswerke in IFRS-Abschlüssen.

Entfall der Korridormethode nach IFRS

Die wichtigste Änderung betrifft den Wegfall des Wahlrechts zur Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste. Derartige Gewinne oder Verluste sind nunmehr, sowie andere Bewertungsänderungen, sofort und vollständig im sonstigen Ergebnis (other comprehensive income, OCI) zu erfassen. Damit entfällt die vielfach angewendete "Korridormethode" und auch die Möglichkeit, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste nach IFRS sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Für Bilanzierer, die bisher die "Korridormethode" angewendet haben, verringert sich unter Umständen bei Erstanwendung der neuen Vorschriften das Eigenkapital. Die künftige Erfassung sämtlicher Bewertungsänderungen in voller Höhe lässt zudem eine höhere Eigenkapitalvolatilität erwarten. Hiervon können möglicherweise Kreditauflagen (debt covenant requirements) und bestimmte Schlüsselkennzahlen (KPI) betroffen sein.

Änderungen bei der Verzinsung des Planvermögens nach IFRS

Eine weitere Änderung betrifft Unternehmen, deren Pensionsverpflichtungen mit Planvermögen (plan assets) unterlegt sind. Eine Schätzung der Verzinsung des Planvermögens nach IFRS entsprechend der Verzinsungserwartung nach Maßgabe der Asset Allocation ist nicht mehr möglich. Der Ertrag aufgrund der erwarteten Verzinsung des Planvermögens ist basierend auf dem Diskontierungszinssatz zu erfassen, der auch bei der Bewertung der Pensionsverpflichtung nach IFRS zugrunde gelegt wird. Diese Änderung wird sich bei vielen Unternehmen tendenziell ergebnismindernd auswirken, da der Diskontierungszinssatz regelmäßig niedriger ist als die nach der bisherigen Regelung geschätzte Rendite des Planvermögens.

Neudefinition der Komponenten des Pensionsaufwands nach IFRS

Weiterhin hat das IASB die Komponenten des Pensionsaufwands neu definiert und ihren Ausweis in der IFRS-Erfolgsrechnung verbindlich geregelt. Hinzu kommen neue Offenlegungsvorschriften, welche weitergehende Einblicke in das (Risiko-) Management der Pensionspläne verlangen.

Aktuelle Entwicklungen: IASB schlägt eng gefasste Änderungen der Pensionsbilanzierung vor

Am 18. Juni 2015 hat das International Accounting Standards Board (IASB) einen Änderungsentwurf ED/2015/5 zu IAS 19 und IFRIC 14 veröffentlicht. Nach IAS 19 sind die Pensionsverpflichtungen bei Planänderungen, -kürzungen und Abgeltungen auf Basis aktualisierter Annahmen zu bewerten. Der vorliegende Änderungsvorschlag spezifiziert in diesem Zusammenhang, dass die aktualisierten Annahmen bei der Berechnung des laufenden Dienstzeitaufwands sowie der Nettozinsen der Folgeperiode ebenfalls zu berücksichtigen sind. Der Änderungsvorschlag des IFRIC 14 adressiert die Frage, wie sich die Verfügungsmacht dritter Parteien wie etwa Treuhänder auf mögliche Rücker-stattungen von Pensionszahlungen an das Unternehmen auswirken können.

Stellungnahmen zu dem Entwurf sind bis zum 29. Oktober 2015 beim IASB einzureichen. Der Entwurf steht auf der Internetseite des IASB zum Download zur Verfügung (PDF, 0.2 MB). 

Accounting Insights: IAS 19R - Paradigmenwechsel in der Pensionsbilanzierung

Die Publikation stellt die Kernänderungen des IAS 19R dar und gibt Unterstützung für die Umsetzung der Anforderungen in die Bilanzierungspraxis

 
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