Innovationen auf der ITB – die Touristik-Trends von morgen?

Innovationen auf der ITB

Schon vor Reisebeginn einen Hotelrundgang machen und per App einchecken. Seinen Koffer über GPS orten und via Bluetooth öffnen. Auf der ITB geht es um die Zukunft des Reisens und die Touristik-Trends der Stunde. Doch entsprechen die Neuheiten der internationalen Reiseindustrie den Bedürfnissen der Urlauber? Werden sie irgendwann Realität sein und den Massenmarkt erreichen oder ein Nischendasein fristen? Eine Prognose von Innovations-Experte Markus Deutsch.

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Koffer

Mit den ITB Innovators zeigt die ITB Berlin dieses Jahr wieder neue Erfindungen der Reiseindustrie. Interessierte Messebesucher können vom 4. bis 6. März 2015 einige davon vor Ort begutachten und selbst testen.

Innovation 1: Bluesmart – Hightech-Koffer der Zukunft

Das New Yorker Unternehmen „Bluesmart“ hat einen Koffer entwickelt, der sich via Bluetooth öffnen und schließen lässt. Darüber hinaus lässt sich der Koffer über GPS orten und dient als Ladestation für Handys und Tablets. Der Koffer meldet sich automatisch, wenn der Besitzer zu weit entfernt ist und gibt Auskunft über das Gewicht.

Markus Deutsch: „Diese Erfindung zahlt natürlich auf die Trends Digitalisierung und Internet der Dinge ein. Vor der Entwicklung, dass alles mit allem vernetzt ist, kann natürlich auch die Reisebranche nicht Halt machen. Für Urlauber mit Smartphone, aber vor allem für Geschäftsreisende, kann ein Koffer als Ladestation sicherlich enorm hilfreich sein. Man sollte bei den Neuheiten grundsätzlich zwischen den Zielgruppen Geschäftsreisende und Urlaubern unterscheiden. Denn ob der Pauschalurlauber, der einmal im Jahr in den Süden fliegt, einen Koffer mit Bluetooth oder GPS braucht, würde ich bezweifeln. Für Vielreisende halte ich so einen Koffer jedoch für sinnvoll.“

Durchsetzungswahrscheinlichkeit: 50 % im Businessbereich, 10-15 % bei Urlaubsreisen

Innovation 2: Cyberbrille – Virtuelle Urlaubsberatung im Reisebüro

In Katalogen blättern und Videos anschauen, um sich für eine Reise zu entscheiden, das ist Old School. Virtual Reality fasst auch in der Reisebranche Fuß. Die Cyberbrille „Oculus Rift“ bietet Urlaubssuchenden die Möglichkeit, ihren Reiseort und die Unterkunft schon vor Abfahrt zu erleben. Und das ganz bequem vom Sessel im Reisebüro aus. Vorab durch die Hotellobby schlendern, einen Blick ins Zimmer werfen oder den Spa-Bereich inspizieren – das alles klingt sehr verlockend.

Markus Deutsch: „Reisebüros erleben in letzter Zeit wieder mehr Zulauf. Kunden profitieren von der kompetenten Beratung und sparen oftmals viel Zeit, die sie sonst mit aufwändiger Internetrecherche verbracht hätten. Der IT-Industrie ist der allgemeine Durchbruch mit Virtual Reality- oder Cyberbrillen noch nicht gelungen. Doch ob es nun tatsächlich im Reisebüro erfolgen soll, das bezweifle ich. Sicherlich müssen sich auch die Reisebüros weiterentwickeln und Neuheiten anbieten. Deshalb kann es einen Nischenmarkt für Cyberbrillen geben, aber nicht in jedem Reisebüro. Denn nicht jedermann kann mit Cyberbrillen wirklich etwas sehen oder diese schwindelfrei nutzen. Zudem ist der Beratungs- und Erlebnisaufwand für Reisebüros sehr hoch und nicht unbedingt kostengünstig. Ich denke, dass sich die Virtual Reality- oder Cyberbrillen auch in der Tourismusbranche nicht durchsetzen werden.“

Durchsetzungswahrscheinlichkeit: 20 % bei Urlaubsreisen

Innovation 3: Hotel-App – Planen, buchen und einchecken mit dem Smartphone

Technischer, aber auch individueller soll das Hotel der Zukunft sein. Einchecken per Smartphone, Vorhänge und Fernseher vom Telefondisplay aus steuern – Hotel-Apps sollen den Gästen einen Mehrwert bieten. Keine Schlange mehr an der Rezeption. Einen Rezeptionstresen wird es gar nicht mehr geben, die Mitarbeiter empfangen die Gäste mit Tablets in der Hotellobby. Realistisch oder eher Quatsch?

Markus Deutsch: „An solche Hotel-Apps glaube ich zutiefst. Das Smartphone wird mehr und mehr zu einem zentralen Instrument, mit dem ich mein Auto öffne, auf dem ich mein Flug- oder Bahnticket abgespeichert habe und mit dem ich mein Hotelzimmer öffnen kann. Das ist für mich keine Frage mehr. Infrastrukturell ist zwar ein enormer Aufwand notwendig – Hotels müssen beispielsweise die Zimmerschlüssel austauschen – aber es ist garantiert ein Trend, der sich durchsetzen wird. Der Gedanke, dass Reisende über Apps ihr Hotelzimmer öffnen, den Safe bedienen oder die Fernsehsender programmieren können etc., ist sehr wahrscheinlich. Jedoch sehe ich hier die Vorteile wieder eher im Businessbereich als im reinen Tourismusbereich.“

Durchsetzungswahrscheinlichkeit: 70 % im Businessbereich, 30 % bei Urlaubsreisen

Generell glaubt Markus Deutsch, dass die Tourismusbranche von Entwicklungen wie der Datenbrille von Google profitieren kann. Reisende können erfahren, wo die nächste Sehenswürdigkeit ist oder erhalten Angebote für Ausflüge oder Mietwagen. Hier sieht er eine große Zukunftsperspektive für die Reisebranche.

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