IFRS 11

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"Joint Arrangements"

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Das Ende der Quotenkonsolidierung?

Nach mehrfachen Überarbeitungen wurde der neue IFRS Standard zur Bilanzierung von Joint Arrangements am 12. Mai 2011 durch das IASB endgültig verabschiedet. Ziel der Überarbeitung war es unter anderem, die Unterschiede zu den US-amerikanischen Bilanzierungsregelungen zu reduzieren und darüber hinaus sicherzustellen, dass Sachverhalte mit vergleichbarem wirtschaftlichem Gehalt auch bilanziell einheitlich abgebildet werden. Am 28. Juni 2012 hat das IASB darüber hinaus Änderungen an den Übergangsvorschriften IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 veröffentlicht, die auf eine Klarstellung und Erleichterungen bei der Erstanwendung abzielen.

Detailliertere und stärker ermessensbehaftete Analysen erforderlich

Im Unterschied zu IAS 31 stellt IFRS 11 nun im Wesentlichen nicht mehr auf die rechtliche Form der gemeinsam beherrschten Tätigkeit ab; die Abgrenzung erfolgt vielmehr anhand der konkreten Rechte und Pflichten der beteiligten Parteien hinsichtlich der mit dem Joint Arrangement verbundenen Vermögens- und Schuldwerte beziehungsweise Erträge und Aufwendungen. Die Klassifizierung erfordert im jeweiligen Einzelfall insofern detailliertere und stärker ermessensbehaftete Analysen.

Methodenwechsel nicht zwingend erforderlich

Zusätzlich zu den neuen Klassifizierungsregelungen hinsichtlich der bestehenden Vereinbarungen ergibt sich auch eine deutlich "sichtbare" Änderung für Unternehmen, die Joint Ventures bisher mittels der Quotenbilanzierung in den IFRS Konzernabschluss einbezogen haben. Ab 2013 ist hier nun - wie für assoziierte Unternehmen - regelmäßig die Equity-Methode anzuwenden. Dr. Hanne Böckem, Partnerin im Department of Professional Practice Audit & Accounting (DPP), der Grundsatzabteilung der KPMG, gibt jedoch zu bedenken, dass ein Methodenwechsel nicht zwingend erforderlich sein muss.

"IFRS 11 sieht eine Unterscheidung zwischen Joint Operations and Joint Ventures vor. Bei Joint Operations sind Vermögenswerte, Schulden, Aufwand und Erträge jeweils anteilig abzubilden. Diese Vorgehensweise kann im Ergebnis mit einer Quotenkonsolidierung durchaus vergleichbar sein.", so Böckem. "Von einer vollständigen Abkehr von der Quotenkonsolidierung nach IFRS kann also keineswegs die Rede sein."

Rechtzeitige Analyse der möglichen Auswirkungen empfohlen

Da die erstmalige Anwendung des neuen Standards IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen (Joint Arrangements) unmittelbar bevor steht, sollten die möglichen Effekte auf die IFRS Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung rechtzeitig analysiert und die erwarteten Auswirkungen gegebenenfalls an Anteilseigner und Analysten kommuniziert bzw. diesen erläutert werden.

Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, ist IFRS 11 von allen Unternehmen, die in der EU nach IFRS Rechnung legen, verpflichtend anzuwenden. Der neue Standard ersetzt IAS 31 Anteile an Gemeinschaftsunternehmen.

News

  • Das IASB hat am 6. Mai 2014 eine Änderung des IFRS 11 „Accounting for Acquisitions of Interests in Joint Operations“ veröffentlicht, die die Bilanzierung des Erwerbs von Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit klarstellt. Sofern die gemeinschaftliche Tätigkeit einen Geschäftsbetrieb darstellt, muss der Erwerber die Grundätze des IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse anwenden. Die Änderungen sind prospektiv für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen.
  • Das IASB hat am 2. Dezember 2013 einen Entwurf zu Änderungen an IAS 27 Einzelabschlüsse veröffentlicht. Der Entwurf schlägt eine Wiedereinführung der Option zur Anwendung der Equity-Methode in separaten Abschlüssen eines Inverstors für die Anteile an Tochterunternehmen, Joint Ventures und assoziierten Unternehmen vor. In Deutschland werden die Auswirkungen aus den geplanten Änderungen von untergeordneter Bedeutung sein, da sich die Vorschläge auf den reinen IFRS-Einzelabschluss beziehen. Dieser ist jedoch nur für Unternehmen relevant, die freiwillig einen IFRS-Einzelabschluss nach § 325 Abs. 2a HGB erstellen. Ein Datum für die verpflichtende Erstanwendung steht noch nicht fest.

Accounting Insights: IFRS 11 – Joint Arrangements

Der neue Standard ersetzt IAS 31 Anteile an Gemeinschaftsunternehmen

 
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