EMIR: Regulierung im OTC-Derivatehandel für Industrieunternehmen

EMIR: Regulierung im OTC-Derivatehande

In Folge der Finanzkrise wurde 2009 unter den G-20 Staaten vereinbart, den außerbörslichen Handel mit Derivaten zu regulieren. Das EU-Parlament hat im Jahr 2012 die Verordnung (Nr. 648/2012) über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister (die European Market Infrastructure Regulation "EMIR") sowie ergänzende „Durchführungsverordnungen“ und „Delegierte Verordnungen“ verabschiedet, deren Regelungen von sämtlichen Unternehmen in der Europäischen Union stufenweise seit März 2013 zu befolgen sind.

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Das im Februar 2013 in Kraft getretene Ausführungsgesetz zur EMIR regelt in Verbindung mit der Gegenpartei-Prüfbescheinigungsverordnung „GPrüfbV“ eine Prüfung der Einhaltung der EMIR-Regulierung bei allen nicht-kleinen Kapitalgesellschaften, welche konzernexterne Derivate im Umfang von mehr als 100 Kontrakten oder einem Nominalvolumen von mehr als 100 Mio. im Jahr abgeschlossen haben. Am 1. April 2014 begann der erste prüfungspflichtige Zeitraum, dem nunmehr jährliche Pflichtprüfungen für diejenigen Geschäftsjahre folgen. Hierbei ist zu beachten, dass diese Prüfung bis 3 Monate nach Ende des Geschäftsjahres zu beauftragen und bis 9 Monate danach abzuschließen ist. Die genaue Vorgehensweise der Prüfung wird durch den im Februar veröffentlichten Entwurf des Prüfungsstandards des Instituts der Wirtschaftsprüfer „Prüfung von Systemen nach § 20 WpHG bei nichtfinanziellen Gegenparteien (IDW EPS 920)“ sowie das ergänzende Positionspapier geregelt.

Die Experten für das Finanz- und Treasury-Management der KPMG weisen eingehende Erfahrungen bei der Durchführung dieser Prüfungsleistungen auf und vermögen daher eine effiziente Analyse der Einhaltung der Regulierungsvorgaben:

  • Clearingpflicht: die Verpflichtung zur Abwicklung aller Derivate über zentrale Gegenparteien und das Stellen von Sicherheiten tritt dann nicht ein, wenn nicht-finanzielle Unternehmen nachweisen können, dass der Nominalwert der nicht zu Absicherungszwecken gehaltenen Derivate den Betrag von 3 Mrd. EUR (jeweils für Währungs-, Zins- und Commodity-Derivate) bzw. 1 Mrd. EUR (Kredit- und Aktienderivate) nicht überstiegen hat. Der Zweck der Absicherung von Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit oder der Unternehmensfinanzierung ist in geeigneter Form nachzuweisen, insbesondere durch die Einhaltung einer entsprechenden Risikorichtlinie oder die Anwendung von Hedge Accounting. Bei einer Überschreitung der Schwellenwerte ist die Regulierungsbehörde zu informieren. Liegt der über einen gleitenden Zeitraum von 30 Tagen errechnete Durchschnitt der Nominale oberhalb der Schwellenwerte, tritt die Clearingverpflichtung für sämtliche danach abgeschlossenen Derivate ein. Soweit ein zentrales Clearing nicht möglich ist, sind bilaterale Sicherheiten zwischen den Vertragsparteien zu vereinbaren.
  • Transaktionsregister: Detaildaten aller nach dem 16.08.2012 bestehender oder neu abgeschlossener externen und konzerninternen Derivate sind am Folgetag nach Abschluss, Änderung oder Beendigung an ein zentrales Transaktionsregister zu melden. Dies gilt auch für börsengehandelte Derivate sowie für Derivate, die mit externen Vertragspartnern oder konzernintern zwischen Gruppengesellschaften abgeschlossen wurden. Für externe Geschäfte besteht das Wahlrecht zur Delegation der Meldung an die Gegenpartei. Die Meldung umfasst neben bestimmten zentralen Kennzeichen (LEI, UTI) je nach Derivatetyp bis zu 26 Datenfelder für die Vertragspartner und bis zu 40 Datenfelder für das Derivat. Sofern das Unternehmen der Clearingpflicht unterliegt sind täglich die Marktwerte aller gehaltenen Derivate zu melden.
  • Risikomanagement: Nach Abschluss eines Derivats ist zeitnah eine Geschäftsbestätigung innerhalb weniger Arbeitstage mit der Gegenpartei auszutauschen – soweit verfügbar auf elektronischem Wege. Bei mehr als 100 ausstehenden Derivaten je Gegenpartei sind quartalsweise Portfolioabgleiche durchzuführen, bei einem geringeren Umfang an Geschäften ist dies zumindest jährlich erforderlich. Zur Klärung von Streitfällen ist ein detaillierter Prozess zu vereinbaren und zu dokumentieren. Konflikte, die nicht innerhalb von 15 Tagen geklärt wurden, sind an die ESMA zu melden. Wurden mit einer Gegenpartei mehr als 500 Derivate abgeschlossen, so ist die Möglichkeit einer Portfoliobereinigung zu prüfen.

Der Mehrwert unseres Angebots ergibt sich für Sie unter anderem durch:

  • unser Einbringen von Leading Practices aus Erfahrungen mit der Umsetzung der EMIR bei großen Industrieunternehmen
  • dem laufenden Austausch mit den maßgeblichen Institutionen
  • der Berücksichtigung von Überschneidungen der Anforderungen von EMIR mit anderen Regulierungen (Dodd-Frank Act, MiFID, REMIT)
  • die laufende Überwachung der weltweiten Regulierung des Derivatemarktes und die Identifizierung der von nicht-finanziellen Gegenparteien zu beachtenden Vorschriften in den G20-Staaten sowie entsprechender Regulierungen (u.a. Schweiz, Singapur, Türkei)
  • eine prüfungssichere Klärung von Spezialfragen bei komplexen Sachverhalten

 

Flyer "EMIR — assurance for EU entities with headquarters in and outside the EU"

Weitere Flyer zu verwandten Themen:

MiFID II / MiFIR— consequences for corporates holding commodity derivatives

G-20 OTC Derivatives Regulation

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