DRS 21 - Kapitalflussrechnung

DRS 21 - Kapitalflussrechnung

Mit der Verabschiedung des Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 21 Kapitalflussrechnung (DRS 21) ergeben sich insgesamt signifikante Änderungen bei der Kapitalflussrechnung. Es ist daher zu empfehlen, die Auswirkungen der einzelnen Änderungen auf das jeweilige Unternehmen, z.B. auf Cashflow-bezogene Kennzahlen, zeitnah zu ermitteln, um bestmöglich auf die Erstanwendung vorbereitet zu sein.

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Geltungsbereich

Die allgemeinen Regeln des DRS 21 gelten für alle Unternehmen, die eine Konzern-Kapitalflussrechnung aufstellen – es sei denn, sie stellen einen IFRS-Konzernabschluss nach §315a HGB auf. Den Besonderheiten der Geschäftsmodelle für Kreditinstitute bzw. Finanzdienstleistungsinstitute und Versicherungsunternehmen wird durch Ergänzungen und Modifikationen in entsprechenden Anlagen des Standards Rechnung getragen.

Wesentliche Neuerungen

DRS 21 ersetzt inklusive der dazugehörigen branchenspezifischen Anlagen die bisherigen DRS 2, DRS 2-10 und DRS 2-20 und enthält im Vergleich dazu wesentliche Änderungen insbesondere bezüglich der Definition des Finanzmittelfonds sowie der Zuordnung einiger Zahlungsvorgänge zu den jeweiligen Tätigkeitsbereichen.

Bedeutende Auswirkungen bringt insbesondere die neue Abgrenzung des Finanzmittelfonds mit sich. Nunmehr besteht die Pflicht, jederzeit fällige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie andere kurzfristige Kreditaufnahmen, die zur Disposition der liquiden Mittel gehören, in den Finanzmittelfonds einzubeziehen und offen abzusetzen. DRS 2 enthielt dagegen ein Wahlrecht, diese jederzeit fälligen Bankverbindlichkeiten in den Finanzmittelfonds einzubeziehen. Durch die Neuregelung sollen künftig Gestaltungsspielräume vermieden und eine bessere Nachvollziehbarkeit gewährleistet werden. Für Unternehmen, die bisher unter Inanspruchnahme des Wahlrechts des DRS 2 auf die Einbeziehung kurzfristiger Bankverbindlichkeiten in den Finanzmittelfonds verzichtet haben, wird sich der Finanzmittelfonds somit nunmehr vermindern.

DRS 21 sieht ferner neue Zuordnungsregeln bestimmter Zahlungsvorgänge zu den Tätigkeitsbereichen vor. So werden gezahlte und erhaltene Zinsen sowie erhaltene Dividenden bisher grundsätzlich dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet. Gemäß DRS21 werden die erhaltenen Zinsen und erhaltenen Dividenden als Entgelt für die Kapitalüberlassung interpretiert und sind folglich im Cashflow aus der Investitionstätigkeit darzustellen. Gezahlte Zinsen sind als Entgelt für die Kapitalüberlassung an einen Kapitalgeber anzusehen und  im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit auszuweisen.

Eine Vereinfachung bewirkt der Wegfall der Pflicht zur Angabe der Vorjahres-Vergleichszahlen, die nach DRS 2 noch bestanden hatte. DRS 21 enthält demgegenüber nur noch eine Empfehlung zur Angabe der Vorjahreszahlen. Ferner wurden im Bereich der ergänzenden Angaben zur Kapitalflussrechnung diejenigen zum Erwerb und zum Verkauf von Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten gestrichen.

Erstanwendungszeitpunkt

Der Standard ist erstmalig für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2014 beginnen, anzuwenden. Eine frühere vollumfängliche Anwendung ist zulässig und wird empfohlen.

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