Ein Kopf für Transparenz und Klarheit

Ein Kopf für Transparenz und Klarheit

Governance-Systeme sind ebenso notwendig wie umstritten. Die Geschäftsführung ist auf das operative Geschäft fokussiert, das operative Management fühlt sich durch die vielfältigen Anforderungen, Abfragen und Vorgaben aus den Governance-Systemen von ihren Kern-Aufgaben oft abgehalten. Eine typische Situation. In vielen Unternehmen wird die wirksame und effiziente Organisation von Corporate Governance-Strukturen deshalb kontrovers diskutiert. Jens Carsten Laue, Head of Governance & Assurance Services bei KPMG, erläutert die Vorzüge, die Aufgabe personell im Vorstand zu verankern.

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Ein Kopf für Transparenz

Herr Laue, oft klafft in der Corporate Governance Theorie und Praxis auseinander. Warum?

Jens Laue: Ich habe den Eindruck, dass einige Unternehmen ihre Verantwortung und Aufgaben rund um die Corporate Governance unter der falschen Motivation betreiben. In vielen Fällen sind sie auf der Suche nach Systemen, die nur unter der Maßgabe aufgebaut werden, irgendwie neue regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Dabei wird oftmals übersehen, welche wirtschaftlichen Vorteile in einer effektiven und effizienten Governance liegen.

Die Worte „effektiv und effizient“ bringen die meisten nicht gleich mit Governance in Verbindung. Wie soll das gehen?

Jens Laue: Die aktuellen Governance-Systeme wie zum Beispiel das Compliance Management oder auch interne Kontrollsysteme sind oft eine Reaktion auf Vorkommnisse im Unternehmen oder auf externe, öffentlichkeitswirksame Vorfälle. In beiden Fällen werden dann im Unternehmen unter hohem Zeitdruck silohaft organisierte Systeme aufgebaut. Meist berichten dadurch die Mitarbeiter getrennt voneinander und nicht abgestimmt an die Vorstände oder Geschäftsführer. Hier steckt ein ungeheures Potenzial: Wer Synergien nutzt und Systeme harmonisiert, kann Kosten sparen und letztlich auch eine effektivere Corporate Governance gewährleisten.

Die Deutsche Bank und Allianz haben bereits einen Chief Governance Officer, der alle Unternehmensführungsaktivitäten koordiniert. Was macht diese Funktion aus?

Jens Laue: Der Chief Governance Officer kann das Bindeglied sein, das den Vorstand, beziehungsweise den Aufsichtsrat bei seinen Corporate Governance Pflichten unterstützt. Er dient als zentraler Ansprechpartner und betreibt eine Harmonisierung der Managementsysteme bis hin zu einer Integration.

Was sollte der Chief Governance Officer für Aufgaben haben?

Jens Laue: Das Aktiengesetz fordert Aufsichtsräte und Vorstände dazu auf, sich ein Bild von der Wirksamkeit des Risikomanagements, der internen Revision, des internen Kontrollsystems zu machen, und letztlich auch des Compliance Managements. Heute sind die Verantwortlichkeiten, Berichterstattungen und Methoden innerhalb der Unternehmen häufig komplex. Der Chief Governance Officer stellt eine effektive und effiziente Information von Vorstand beziehungsweise Aufsichtsrat sicher.

Wie funktioniert die Integration?

Jens Laue: Tatsächlich scheitern viele Integrationen daran, dass sie als überbordende Top-Down-Projekte angelegt sind. Was zu kompliziert ist, funktioniert nicht. Wenn eine Integration zunächst Bottom-Up anlegt wird, kommt sie deutlich besser zum Ziel. Anfangen kann der Prozess auf der untersten Stufe: Harmonisierung von Richtlinien, Kontrollen oder der Berichterstattung der Konzerngesellschaften. Sobald dieser Schritt abgeschlossen ist, sollten Unternehmen dann sukzessive die nächsten Schritte entlang der Prozess- und Berichtswege vornehmen.

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