Berlin - das Silicon Valley Europas?

Berlin - das Silicon Valley Europas?

Marius Sternberg ist Director im Bereich Audit Corporate bei KPMG. Er betreut mit seinem „Smart Start“-Team Start-ups deutschlandweit.Im Interview erklärt er, welchen Herausforderungen sich Start-ups stellen müssen, was es bei der Gründung zu beachten gilt und warum Absolventen nicht davor zurückschrecken sollten, sich dieser Aufgabe anzunehmen.

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In welchem Bereich arbeiten Sie bei KPMG? Mit welchen Themen beschäftigen Sie sich täglich?

Ich arbeite im Bereich Audit und beschäftige mich unter anderem täglich damit, Jahres- und Konzernabschlussprüfungen durchzuführen und Mandanten zu Fragestellungen handelsrechtlicher und internationaler Rechnungslegung zu beraten.

Bei KPMG gibt es ein „Smart Start“-Team. Was verbirgt sich dahinter und aus welchen Fachbereichen setzt sich das Team zusammen?

Das „Smart Start“-Team habe ich zusammen mit meinem Kollegen Tim Dümichen aus dem Bereich Tax vor ungefähr fünf Jahren in Berlin gegründet. Die Aufgaben sind insbesondere, jungen Unternehmen die Möglichkeit zu geben, auf das Know-how von KPMG zurückzugreifen. Im Team sind Spezialisten aus allen Fachbereichen vertreten. Bundesweit gibt es seit 2013 „Smart Start“-Teams, unter anderem in Hamburg, München und Köln. In Berlin zählt das Team inzwischen um die 20 Kollegen. Diese beschäftigen sich vorwiegend mit Start-ups und kennen daher die verschiedenen Fragestellungen sehr gut, die diese Unternehmen häufig beschäftigen.

Was sind die größten Herausforderungen, die sich einem Start-up stellen?

Die Gründer von Start-ups sind primär darauf konzentriert, ihr Produkt zu entwickeln und entsprechendes Marketing für ihr Produkt zu machen. Bei der Konzentration auf diese wichtigen Punkte sind viele Themen im „Backyard“, die dann nicht so spannend erscheinen, wie zum Beispiel Fragestellungen zum Thema Recht, Steuern oder Accounting. Diese Themen können bei Nichtbeachtung zu großen Schwierigkeiten führen. Deswegen haben wir das „Start Smart“-Team gegründet, um den Gründern den Rücken freizuhalten.

Was ist bei der Gründung eines Start-ups besonders wichtig?

Zum einen sollte man sich ganz klar darüber sein, was man mit einem Start-up verbindet. Bei der Auswahl des Teams sollte auf die Kompetenzen der Teammitglieder und die harmonische Zusammenarbeit geachtet werden.

Was sind die größten Herausforderungen eines Start-ups im ersten Geschäftsjahr?

Das Produkt zu entwickeln, zu überleben und wenig Fehler zu machen. Fehler, die gemacht werden, weil wichtige Compliance Anforderungen nicht erfüllt werden, holen die Gründer häufig in späteren Finanzierungsrunden wieder ein.

Ab wann ist ein Start-up kein Start-up mehr?

Dafür gibt es verschiedene Definitionen. Meiner Meinung nach ist ein Start-up dann kein Start-up mehr, wenn eine gewisse Größenordnung erreicht ist. Das heißt, wenn die Organisation ausgereift ist. Verschiedene Start-ups haben diesen Punkt in relativ kurzer Zeit erreicht. Ich denke, es ist nicht durch einen Zeitablauf gegeben, sondern durch die Entwicklung eines Unternehmens.

Im Zusammenhang mit Start-ups wird Berlin oft als Silicon Valley Europas bezeichnet. Sehen Sie das auch so?

Man kann sicherlich statuieren, dass Berlin in Deutschland derzeit der Punkt ist, an dem sich viele kreative Köpfe mit Technikern und Künstlern und auch mehr und mehr Financiers zusammen finden. Die Stadt übt eine gewisse Attraktion auf diese Gruppen aus. In Europa gibt es weitere Hotspots, die eine ähnliche Qualität haben. Man muss sagen, dass die Dynamik, die zurzeit in Berlin vorhanden ist, daher rührt, dass das Ganze erst wenige Jahre lang existiert. Das ist in London oder anderen Hotspots schon länger der Fall. Also sollte man die Dynamik, die in Berlin herrscht, nutzen und etwas Sinnvolles daraus machen.

Würden Sie Schul- und Studienabgängern dazu raten, sich selbständig zu machen und ein Start-up zu gründen?

Auf jeden Fall! Wenn man eine gute Idee hat oder ein Problem gefunden hat, was es zu lösen gilt, sollte man es probieren. Der ideale Zeitpunkt ist sicherlich nach der Schule oder nach dem Studium. Ich habe selbst, bevor ich Wirtschaftsprüfer geworden bin, drei Start-ups gegründet - ganz klassisch zwei handwerkliche Unternehmen und eine Online-Marketing-Agentur. Gründen und scheitern kann jedoch schnell gehen. Trotzdem würde ich jungen Leuten dazu raten, ein Start-up zu gründen. Sie können wichtige Erfahrungen sammeln und mit ihrem Know-how z.B. bei KPMG im „Smart Start“-Team einsteigen.

Was sollte ein Absolvent mitbringen, wenn er im „Smart Start“-Team bei KPMG mitwirken möchte?

Im Wesentlichen Spaß an der Sache und Lust auf die Zusammenarbeit mit unseren Mandanten! Daneben sollte man einen sehr breiten fachlichen Background mitbringen. Wir arbeiten fachbereichsübergreifend zusammen und haben dadurch einen enormen Vorteil, da viele Fragestellungen mehrere Functions berühren. Außerdem sollte man Interesse an den Geschäftsmodellen haben, die unsere Mandanten aufweisen.

Sollten Sie Interesse daran haben, im „Smart Start“-Team von Herrn Sternberg bei KPMG einzusteigen, informieren Sie sich hier

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