Holzklasseflug und Kreuzfahrt passt nicht

Holzklasseflug und Kreuzfahrt passt nicht

Ob Kreuzfahrten, Badeurlaube in Top-Hotels oder exklusive Rundreisen – wenn die Deutschen Ferien machen, geben sie gern Geld aus. Der Trend zu Luxureisen ist ungebrochen. Doch meist ist nur der Aufenthalt erstklassig. An der luxuriösen Reise zum Ziel sollten die Reiseanbieter dringend arbeiten, meint KPMG-Expertin Simone Schatto.

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Mann im Flugzeug

Was ist eigentlich Luxus? Das Hotel im Traumziel hat fünf Sterne, die Reise hat mehr als 3.000 Euro, gekostet, vor Ort gibt es einen privaten Chauffeur, doch der Weg dahin ist äußerst beschwerlich und ganz anders als vom Reisenden erwartet. Er sitzt eingeklemmt in der Economy Class, am Security Check hatte er vorher eine Stunde angestanden und fast den Flug verpasst, in die Lounge, in der sich als Geschäftsreisender oft entspannt, durfte er seine Lebenspartnerin nicht mitnehmen. Als er am Ziel ankommt, ist er völlig geschafft. Der Anfang der Traumreise war ein Alptraum.

„Die Fahrt zum Ziel hat oft nichts mit Luxus zu tun, denn dann werden die Gäste meist komplett alleine gelassen“, sagt Simone Schatto. „Luxus ist aber auch, einen angenehmen Anfahrtsweg zu haben.“ Hier gebe es für Reiseveranstalter, Airlines aber auch Flughäfen Chancen, neue Geschäftsmodelle zu implementieren.

Virtuelle Reisebegleiter

Die Anbieter sollten die Kunden entlang der gesamten Reise mit einem gesonderten Angebot an die Hand nehmen, zum Beispiel über einen virtuellen Reisebegleiter, der die gesamte Reisekette abdeckt. Ein Ansatz könnte eine App sein. Denkbar ist auch ein Serviceangebot mit verschiedenen Partnern zum Beispiel mit Luxusautomarken. Oder die Reisenden bekommen einen Voucher für die Lounge, zu der sie normalerweise keinen Zugang haben. Auch ist die Integration mit einem – bestehenden oder individuell neu zu entwickelnden – Mobilitätskonzept wichtig, was hilft, das richtige und angenehmste Transportmittel zum Flughafen auszuwählen.

Bestehende Konzepte wie moovel von Daimler oder qixxit gelten als interessante neue Player am Markt. Sie decken für den Alltag schon viele Services ab, sind aber nicht spezifisch genug auf die Bedürfnisse des Reisenden ausgerichtet. Hier sollten Reiseanbieter zielkundenspezifische Lösungen anbieten.

Individuell und maßgeschneidert

„Das Angebot sollte mir sagen: Wo ist mein Gate, an dem ich abfliege? Wo ist mein Check in, wo ich meinen Koffer abgebe? Wieviel Gewicht darf der Koffer haben? Kann ich vorab bezahlen, um mehr mitzunehmen? Wo bekomme ich einen Loungezugang? Gibt es irgendwo ein Duty Free Angebot,“ sagt Schatto. „Und nicht, dass ich in zehn verschiedenen Apps schauen muss.“ Vor allem müssten die Angebote individuell und auf den Reisenden zugeschnitten sein. Auch beim Fliegen wäre es ein guter Service, den Kunden eine gewisse Auswahlmöglichkeit zu geben, zum Beispiel dass Kunden das Entertainmentprogramm aus der First Class nutzen können.

Boom-Segment Luxusreisen

2014 war ein wahres Boom-Jahr für die Tourismus Branche. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg wurden bereits im Januar 2014 Reisen im Gesamtwert von 4,4 Milliarden Euro gebucht. Deutlich mehr Urlauber waren bereit, eine Reise im Preissegment von über 3000 Euro zu buchen als im Vorjahr. Auch in diesem Jahr wollen laut der BAT-Stiftung 44 Prozent der Deutschen auch im laufenden Jahr verreisen.

Deshalb ist das Luxusreisesegment sehr attraktiv für die Touroperator, die großen Reiseanbieter. „Bei Luxusreisen habe ich eine hohe Individualität, die mit einem gewissen Preis honoriert wird. Die Zahlungsbereitschaft der Kunden gegenüber Zusatzservices ist viel größer als bei einem Pauschaltouristen, der für 500 Euro nach Mallorca fliegt“, meint Schatto. Daher sei die Marge sehr attraktiv und es bestehe die Möglichkeit noch Zusatzumsatz zu generieren.“ Doch ein besonders großes Geschäftsfeld sieht sie darin, die Anreise luxuriöser zu gestalten. Der Weg ist das Ziel, auch für Reiseanbieter.

 Redaktion: Melanie von Marschalck

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