Was Big Data mit One-Night-Stands zu tun hat | KPMG | DE
Big-Data

Was Big Data mit One-Night-Stands zu tun hat

Was Big Data mit One-Night-Stands zu tun hat

Keyfacts über Big Data

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App-User geben viele Informationen • Big Data nutzt Daten unterschiedlich • Verlust der Datenhoheit

Es gibt Auswertungen von Daten, auf die wir durchaus hätten verzichten können. In einem Blogeintrag mit dem verheißungsvollen Titel „Rides of Glory“ stellte ein Unternehmen eine Liste potenzieller Orte von One-Night-Stands seiner Kunden online. Durch gesammelte Kundendaten zogen die Analysten Rückschlüsse auf Gewohnheiten bestimmter Nutzergruppen. Inzwischen hat das Unternehmen den entsprechenden Blogeintrag gelöscht.

Daten verraten oft mehr, als dem Einzelnen lieb ist

So wurden Daten von Personen herausgefiltert, die freitags oder samstags im Zeitraum zwischen 22 und 4 Uhr über die App des Fahrdienstvermittlers buchten und sich vier bis sechs Stunden später in unmittelbarer Nähe abholen ließen. Auf Stadtplänen ließ sich dann darstellen, in welchen Stadtteilen die Zahl möglicher One-Night-Stands besonders hoch war. Die eigentlichen Motive für das Sammeln der Daten lagen wohl eher in der Optimierung der Effizienz von Fahrern und Fahrzeugen des Anbieters.

Der Vorfall zeigt aber, dass sensible Kundendaten für unterschiedlichste Zwecke genutzt werden können. Auch für Zwecke, die dem Kunden auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Das Sammeln von Daten ist zwar an AGBs gebunden, aber Nutzer stimmen diesen oftmals relativ sorglos zu, beispielsweise wenn sie die Apps herunterladen. Viele Nutzer wissen so überhaupt nicht, auf welche Informationen Smartphone-Apps zugreifen und wofür diese verwendet werden können.

Daten werden nicht per se zu unlauteren Zwecken verwendet

So versuchen beispielsweise Forscher durch die Auswertung von Google-Suchanfragen nach Medikamentennamen herauszufinden, welche Medikamente gleichzeitig eingenommen werden und mit welchen Nebenwirkungen zu rechnen ist.Auf diese Weise können Gewohnheiten von Patienten erkannt und dann zum Nutzen aller verwertet werden. Dies wäre in diesem Umfang auf traditionelle Weise, zum Beispiel durch klinische Studien oder Befragungen, gar nicht möglich.

15,7 Mrd. Euro Umsatz weltweit sind 2016 mit Big-Data-Lösungen zu erwarten.

Big Data muss nicht gefährlich sein

Wie das Beispiel zu Medikamenten zeigt, eröffnet Big Data viele neue Chancen. Es bieten sich vielfältige Möglichkeiten für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Diese dienen durchaus dem Interesse der Allgemeinheit.

Mögliche Schattenseite: Big Data kann zu einem Verlust der eigenen Datenhoheit führen, verbunden mit dem Risiko, als Nutzer unbewusst zum gehandelten Gut anderer zu werden.

Kämpfen Sie nicht gegen Big Data, sondern für den Schutz Ihrer Daten

Unternehmen müssen die Sicherheit von Daten garantieren und dürfen diese nicht einfach beliebig veröffentlichen. Für den privaten Nutzer von Apps wie im obigen Beispiel sollte, wie es das Arbeitsrecht vormacht, das Kriterium der Zweckgebundenheit von Daten gelten. Denn auch neue Geschäftsmodelle müssen datenschutzkonform sein und nur mit vorheriger Information und Einwilligung die Daten weiter verarbeiten dürfen.

Big Data selbst ist nicht aufzuhalten. Die grundlegenden Gefahren für die eigenen Daten jedoch in vielen Teilen schon. Ein Blick in das Kleingedruckte lässt häufig schon erkennen, was der Anbieter der coolen, angesagten App mit den dort gespeicherten Daten beabsichtigt. Auf Nutzerseite fehlt es da oft an fachlichem Verständnis.

Den besten Schutz bietet allerdings immer noch der sparsame Umgang mit Daten. Denn die Annahme „Mein Bild gehört mir“ stimmt nicht immer.