Schon regulierungsmüde?

Schon regulierungsmüde? - Die neuen Anforderungen...

Die neuen Anforderungen der Finanzmarktregulierung reißen nicht ab!

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Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 40, Februar 2015

Nach dem teilweise recht holprigen Start ist die EMIR-Implementierung bei den meisten Unternehmen weitestgehend abgeschlossen. Nun stehen die ersten Pflichtprüfungen gemäß § 20 WpHG an.

Hinzu kommen künftige Anforderungen aus REMIT, MIFID II und die globalen G20 OTC-Derivateregulierungen, welche die Unternehmen direkt beeinflussen und beschäftigen. Darüber hinaus gibt es indirekte Auswirkungen aus Basel III und der „Benchmarking“-Regulierung, die in der Summe durchaus als „game changer“ für den Handel, die Sicherungsstrategie und die Bankenpolitik wirken können, sobald diese die volle Wirkung entfalten.

Die große Flut an Regulierungen stellt immense Anforderungen an die Unternehmen:

a) Die Komplexität und deren oft spezifische Auswirkungen auf Corporates müssen herausgearbeitet und schlussendlich verstanden werden.
b) Außerdem gilt es das Zusammenwirken der verschiedenen Regelungen zu verstehen (z.B. der EMIR-, MiFID II-, REMIT-Komplex)
c) Es muss für jede Anforderung die Compliance sichergestellt werden
d) Schließlich müssen für jede Regelung die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen auf die Unternehmensstrategien analysiert werden

Sämtliche Regelungen haben eines gemeinsam – sie sind durchgehend nicht bis ins einzelne Detail konkretisiert und bieten zunächst nur einen auslegungsbedürftigen Rahmen der Anforderungen. Die Details und die praktischen Folgen dieser Vorschriften zu analysieren und schlussendlich in den Prozessen und Systemen umzusetzen, stellt einen großen Aufwand für die Unternehmen dar.

Um einer „Regulierungsmüdigkeit“ vorzubeugen sollten in jedem Umsetzungsprojekt auch die Chancen, die sich durchaus ergeben können, erkannt und erarbeitet werden. Die verantwortlichen Personen haben nun Argumente zur Hand, um „alte Zöpfe“ im Unternehmen zu beseitigen, für die bis dato zum Beispiel kein Budget und keine Kapazitäten vorhanden waren. Dies betrifft zum Beispiel die:

  • Automatisierung von Prozessen, die bis dahin manuell abgearbeitet werden mussten
  • Reduzierung von Risiken im Prozessablauf
  • Verbesserung der IT-Struktur
  • Stärkung des Durchgriffs auf „entlegene“ Konzerneinheiten

Als eines der großen Themen wird die Finanzmarktregulierung erhebliche Auswirkungen auf Finanzmarkt-, Sicherungs- und Finanzierungsstrategien von Industrieunternehmen haben. Der Müdigkeit jetzt nachzugeben, birgt die Gefahr im Vergleich zur Benchmark abzufallen (auch in Bezug auf Kosten und KPIs), sowie die Entwicklung hin zu einer „neuen, regulierten Welt“ mit veränderten Spielregeln zu verpassen.

Autor: Martin Thomas, Manager, martinthomas@kpmg.com

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