Problem Führungskraft: Kaputte Typen voller Vorurteile?

Problem Führungskraft: Kaputte Typen voller Vorurteile?

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos treffen sich Top-Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Medien. Ein Thema, das in den Diskussionen besonders heftig debattiert wird: Haben wir ein Problem mit dem Führungspersonal? KPMG-Experten zeigen, wie unterschiedlich sich das Aussehen auf die Einschätzung der Qualifikation von Mann und Frau auswirkt. Wie der Chef von heute sein muss und weshalb es sich lohnt, verkrustete Strukturen aufzubrechen.

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Weltwirtschaftsforum 2015

KPMG-Expertin Angelika Huber-Straßer ist davon überzeugt, dass gute Führung Mitarbeiter inspirieren kann und überhaupt die richtigen Mitarbeiter ins Unternehmen lotst. Das geht jedoch nur, wenn Menschen Empathie empfinden – denn „ein guter Chef muss Menschen lieben“. Gegenbeispiele gibt es zur Genüge. Laut KPMG-Partnerin Sabine Moehring hat jeder zehnte Chef psychopathische Züge. Das kann nicht nur die Mitarbeiter vor Probleme stellen, sondern den Ruf und Erfolg des gesamten Unternehmens schädigen. Der Grund: Psychopathen sind skrupellos, kennen kein Mitgefühl, sind selbstherrlich und egozentrisch.

Das ist schlecht für das Klima im Unternehmen – aus miteinander wird gegeneinander. So sieht Huber-Straßer, dass die Führungskräfte von morgen mit den hiesigen Entscheidern unzufrieden sind. Sie glauben nicht, dass alte Strukturen und verfestigte Hierarchien dem Wohl des Unternehmens gereichen. Die Jungen haben an ihren Eltern gesehen, wohin das führen kann. Burnout, hohe Scheidungsraten und Väter, die sie in ihrer Kindheit kaum gesehen haben.

Doch die Probleme der Führung sind vielschichtiger. So zählen nicht nur die inneren Werte, die eher einer moralischen Verpflichtung folgen.

Gute Führungskräfte erkennen die Funktionsweise des übergeordneten Systems, die entscheidend für die den Erfolg und das Wohlergehen eines Unternehmens sind. Sie sind sensibel für soziale, kulturelle und ökologische Kraftfelder, besitzen ein realistisches Selbstbewusstsein und Wissen um die eigenen Stärken und Grenzen.

Unfassbar, aber wahr: In deutschen Büros entscheiden Äußerlichkeiten über Aufstieg und Niederlage. Laut Huber-Straßer wird das Aussehen mit jedem Aufstieg immer wichtiger. Ein Beispiel gefällig? Fast jeder zweite Top-Manager ist größer als 1,90 Meter – eines der Hauptkriterien von Attraktivität. Auch der Jugendwahn in deutschen Chefetagen nimmt zu. Seit 2008 hat sich die Zahl der Männer, die sich unters Messer gelegt haben, verdoppelt.

Bei Frauen zeichnet sich ein gänzlich anderes Bild. Da wird das Aussehen zum Karriere-Killer. Männliche Kollegen sehen in einem hübschen Gesicht wenig berufliche Qualifikation. Hat sich dann eine Frau in einen Aufsichtsrat vorgekämpft, muss sie gegen das Barbie-Image ankämpfen.

Das Word Economic Forum (WEF) findet im schweizerischen Davos statt. Für KPMG diskutieren Klaus Becker, Angelika Huber-Straßer, Karl Braun, Dieter Becker und Christian Rast über die Wirtschaftsthemen der Zukunft, zeigen Probleme auf und diskutieren Lösungsansätze. Wenn Sie wissen wollen, was beim Weltwirtschaftsforum passiert, folgen Sie den Top-Entscheidern hier live.

Redaktion: Rene Stüwe, Moritz Ballerstädt, Melanie Zerahn

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