Wo im Januar die Kassen klingeln

Wo im Januar die Kassen klingeln

Die Neujahrszeit ist die Zeit des Neubeginns. Deshalb nehmen sich viele zum Jahresanfang vor, ihr Leben von Grund auf zu verbessern – mit guten Vorsätzen. Die Top-Ziele sind echte Klassiker: Sich entspannen, mehr Sport treiben, abnehmen, gesünder essen oder schlauer werden – wie es sich der Facebook-Gründer vorgenommen hat. Ein lukratives Geschäft für den Handel, jedoch mit kurzer Halbwertszeit, meint der KPMG-Experte Mark Sievers.

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Gute Vorsätze

Ein Prominenter, der gerne gute Vorsätze fasst, ist der Mark Zuckerberg. Für 2015 hat sich der Facebook-Gründer vorgenommen, alle zwei Wochen ein neues Buch zu lesen. Und dazu gründete der 30-Jährige gleich einen Buchclub auf Facebook, wo sich die Leser austauschen können. Knapp 200.000 Menschen haben die Seite “A Year of Books” schon abonniert. Der Buchhandel in den USA freut sich. Denn die erste gemeinsame Lektüre „The End of Power“ von Moisés Naím war im amerikanischen Onlinehandel schnell vergriffen.

Entspannung

Aber auch in Deutschland sind Bücher zum Jahresanfang ein wahrer Renner. So stellt der Buchhandel zu Beginn des Jahres eine erhöhte Nachfrage bei Ratgebern, Koch- und Gesundheitsbüchern fest. Dabei interessieren sich die Kunden insbesondere für Bücher zu den Themen Abnehmen, Fitness, gesunde Ernährung und Entspannung.

Denn laut einer jährlichen Studie der DAK nehmen sich vier von zehn Deutschen zum Jahreswechsel vor, ihr Leben zu ändern. Im Jahr 2015 wollen sie vor allem Stress abbauen, mehr Sport treiben, sich gesund ernähren oder abnehmen.

„In den ersten Wochen des neuen Jahres steigt die Nachfrage nach Beratungen und Produkten wie Nikotinpflaster, Diätprodukten, Functional Food oder Fitness-Tracker sprunghaft an“, sagt Mark Sievers. „Diese Kaufimpulse helfen auch der Konjunktur, denn wer gute Vorsätze fasst und dann den stationären Einzelhandel aufsucht, ist meist nicht geizig, sondern möchte sich was Gutes tun“.

Abnehmen 

Gerade zu Schlankheitsmittel greifen die Abnahmewilligen in den ersten Monaten gern. Der Umsatz von rezeptfreien Mitteln betrug laut dem Marktforschungsinstitut IMS Health 2014 bis September 139,5 Millionen Euro, etwas mehr als im Vorjahreszeitraum.

Gesünder essen

Auch der Lebensmittelhandel kann von den guten Vorsätzen profitieren, wie Forscher von der amerikanischen Cornell University jüngst in ihrer Studie New Year’s Res-Illusions herausgefunden haben. Dafür begleiteten sie neun Monate lang 200 New Yorker beim Lebensmittelkauf. Die Wissenschaftler stellten fest, dass ihre Probanden im neuen Jahr gegenüber der Weihnachtszeit 30 Prozent mehr gesunde Produkte einkauften. Doch die Käufe von ungesundem Essen blieben auf dem Niveau der Weihnachtszeit. Die Testpersonen gaben nun im Schnitt 13 Dollar mehr für Lebensmittel aus.

Mehr Sport treiben

Kaum eine Branche profitiert so sehr von den Neujahrszielen wie die Fitnessindustrie. Der Verband der DSSV schätzt, dass rund 30 Prozent der Mitgliedsverträge in deutschen Fitness-Anlagen im Januar geschlossen werden. Die Branche fährt inzwischen 4,55 Milliarden Euro Jahresumsatz ein, der Anteil der Mitglieder in deutschen Fitnesscentern beträgt 10,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Doch viele Neuzugänge lassen sich nur in den ersten Monaten häufig dort blicken. Der Effekt der guten Vorsätze hält meist nicht lange an. In der DAK-Umfrage gab für 2014 jeder zweite Befragte an, ungefähr vier Monate durchzuhalten. „Die Halbwertszeit ist kurz. Das Geschäft mit den guten Vorsätzen ist bald gelaufen, der Handel sollte gezielt den Januar anpeilen, die Gesundheits- und Fitnessprodukte zu vermarkten“, rät Sievers.

Mark Zuckerberg hatte übrigens schon viele gute Vorsätze fürs neue Jahr: Mandarin lernen, Vegetarier werden, jeden Tag eine Krawatte tragen. Mal schauen, welche Branche er zum nächsten Jahresbeginn mit seinen neuen Zielen beglückt.

Redaktion: Melanie von Marschalck

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