Gute Unternehmensführung: KPMG-Untersuchung deckt große Defizite auf

KPMG-Untersuchung deckt große Defizite auf

Eine neue KPMG-Untersuchung zeigt, dass während der finanzielle Druck wächst, die Potenziale guter Unternehmensführung in der Gesundheitswirtschaft häufig nicht ausreichend genutzt werden.

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Organspendeskandale, Betrug, fehlerhafte Abrechnungen – die Liste negativer Berichterstattung über Unternehmen der Gesundheitswirtschaft ist lang. Gleichzeitig sieht sich die gesamte Branche einem stetig steigenden wirtschaftlichen Druck ausgesetzt: Der Wettbewerb wird härter, die Versorgungslücke droht als Folge des demografischen Wandels immer größer zu werden, und die Anforderungen an Qualität und Transparenz steigen. Eine Besserung in Zukunft ist nicht in Sicht.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, müssen Unternehmen der Gesundheitswirtschaft reagieren, sich intern sicher und effizient aufstellen und die Risiken im Blick behalten. Doch wie gehen sie in der Praxis damit um? Welchen Stellenwert besitzt „Gute Unternehmensführung“ oder neudeutsch „Good Governance“?

Die aktuelle KPMG-Untersuchung „Governance in Unternehmen der Gesundheitswirtschaft“ geht diesen Fragen nach.

Bedeutung guter Unternehmensführung bekannt

Die Ergebnisse der Untersuchung belegen: Das Wissen um die Bedeutung guter Unternehmensführung ist in den Führungsebenen und Kontrollorganen der Gesundheitswirtschaft angekommen. Dies bestätigen 84 Prozent der Teilnehmer der Untersuchung. 94 Prozent fordern zudem ein höheres Bewusstsein für sichere Prozesse in der Gesundheitswirtschaft – jetzt und in Zukunft.

Diese Einschätzung deutet bereits darauf hin, dass nicht in allen Unternehmen die Instrumente guter Unternehmensführung professionell umgesetzt und institutionalisiert sind.

Und tatsächlich: Es gibt einen Widerspruch zwischen dem hohen Bewusstsein für die Notwendigkeit und Zweckhaftigkeit von „Good Governance“ – sowohl jetzt als auch in Zukunft – und der noch wenig professionalisierten Umsetzung der einzelnen Instrumente in der Praxis.

Um die Qualität der Unternehmensführung genau analysieren zu können, hat KPMG den Governance-Score entwickelt. Diese standardisierte Bewertungsmethodik macht es zudem möglich, Unternehmen der Gesundheitswirtschaft miteinander zu vergleichen.

Keines der teilnehmenden Unternehmen erreicht den definierten Standard

Dabei wurde zunächst ein Standard definiert, den ein Unternehmen erfüllt, bei dem die Instrumente guter Unternehmensführung professionell umgesetzt sind.

Das Ergebnis ist eindeutig: Keines der an der Untersuchung teilnehmenden Unternehmen erreicht diesen Standard.

Die weiteren Ergebnisse der Untersuchung offenbaren, dass Governance-Systeme häufig nicht organisatorisch verankert sind, einzelne Instrumente nicht vollständig umgesetzt werden und auch nicht sinnvoll und zielgerichtet miteinander verknüpft sind. Dies macht deutlich, dass die Potenziale guter Unternehmensführung in der Gesundheitswirtschaft längst nicht vollständig ausgeschöpft werden.

Mit einem integrierten Governance-System zum Erfolg

Die Ursache für die vorhandenen Defizite ist mitunter damit zu erklären, dass Unternehmen der Gesundheitswirtschaft mit den Instrumenten guter Unternehmensführung oftmals hohen und unnötigen administrativen Aufwand verbinden.

Doch die Erfahrungen aus der Praxis belegen, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Unnötiger Aufwand und administrative Redundanzen entstehen vor allem dann, wenn die einzelnen Governance-Instrumente unabhängig voneinander eingesetzt und weder vollumfänglich noch sinnvoll in die Organisationsstruktur eingebettet sind. Ein professionelles Governance-System hingegen vermeidet Dopplungen und sorgt dafür, dass die unternehmerischen Abläufe und Aktivitäten an Transparenz und Effizienz gewinnen.

Dabei existiert kein „Mustersystem“ für Unternehmen der Gesundheitswirtschaft. Governance-Systeme müssen sich nach der Organisationsstruktur und -größe des Unternehmens, aber auch nach der Unternehmenskultur richten. Wenn das gelingt, können sie den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens steigern – ohne, dass die Qualität leidet. Grund genug also für die deutsche Gesundheitswirtschaft, die entsprechenden Lücken schnell zu schließen.

Auch die „Ärztezeitung“ hat über die KPMG-Untersuchung berichtet.

Die vollständige Studie erhalten Sie hier.

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