Die Freiheit des Netzes zurückerobern

Die Freiheit des Netzes zurückerobern

Drei Tage lang diskutierten 8000 Blogger und Netzaktivisten über die zentralen Sorgen der „Digital Natives“. In Vorträgen und Diskussionsrunden wurden sämtliche Facetten zwischen Internet und Gesellschaft thematisiert – im Mittelpunkt standen die Überwachung des Netzes und der digitale Wandel der Medienbranche.

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Die re:publica wird erwachsen

Aus dem ehemaligen Bloggertreffen ist Europas führende Konferenz des digitalen Lebens geworden. Man ist reifer geworden, und politischer. Die NSA-Affäre hat die Netzgemeinde in Alarmbereitschaft versetzt. Rund ein Drittel der 350 Vorträge beschäftigte sich daher mit dem Datenschutz im Netz und der Freiheit des Internets.

In seiner Rede zur „Lage der Nation“ wirkte Netzaktivist Sascha Lobo überraschend ernst und ermahnte die Netzgemeinschaft zu handeln – „gegen die Überwachung und für ein freies Internet“. Ein ähnliches Signal an die Politik setzte auch die Asylforderung für Edward Snowden von Veranstalter Markus Beckedahl zu Beginn der Konferenz. „Geheimdienste haben uns das Netz entrissen“, gab er in seiner Ansprache zu verstehen und forderte, es gemeinsam zurück zu erobern.

Für Markus Kreher, Head of Media bei KPMG, bietet die re:publica die Möglichkeit, die Diskussion aus der digitalen Welt auch in die breite Gesellschaft zu tragen:

„Die digitale Medienwelt ist bekannt dafür, Themen des Datenschutzes kontrovers und engagiert zu diskutieren. Die re:publica bietet eine idealen Ort, um die Diskussion aus dem Internet nun auch in das reale Leben zu verlagern. So können Fragen der Netzkultur in Diskussionsrunden und Vorträgen auch mit Verantwortlichen aus der Politik diskutiert werden. Ein weiterer Weckruf kann nicht schaden, damit auch die Politik Maßnahmen ergreift, die Grundrechte der Gesellschaft zu schützen.“

Aber auch aus unternehmerischer Sicht geht für Kreher das Berliner Konzept der Web Week auf: eine Reihe von hochwertigen Events, die die Diskussion fördern und die hiesige Innovationskultur antreiben. Genau so gewinne Deutschland international an Reputation, könne Fachkräfte im Land halten und Berlin als Standort für die digitale Szene festigen, so Kreher.

Relevanz als entscheidendes Kriterium

Neben der Freiheit des Internets nahm auch in diesem Jahr der Wandel der Medienbranche viel Raum ein. US-Journalistin Lara Setrakian stellte ihr Projekt SyriaDeeply.org vor. Sie beschrieb ihren Weg von einer Nahost-Korrespondentin zur Gründerin einer erfolgreichen Newsplattform. Auslöser für das Format war der offensichtliche Mangel an Verständnis für die Ursachen des Konfliktes: Gut die Hälfte der Amerikaner fühlte sich nicht in der Lage, über den Einsatz in Syrien eine Entscheidung zu treffen. Im Gegensatz zu der Vielzahl von tagesaktuellen Neuigkeiten aus Nahost, verhalf SyriaDeeply.org den Menschen dazu, durch eine „detaillierte Berichterstattung, die Wurzeln des Konflikts in Syrien zu verstehen“.

Ein ähnliches Plädoyer hielt Gabriele Fischer, Chefredakteurin des Wirtschaftsmagazins „brand eins“, für den Qualitätsjournalismus. „brand eins“ sei nur deshalb so erfolgreich, weil „die Themen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und die Probleme differenziert aufbereitet werden.” Dieser Mehrwert sei der Grund, weshalb es „bei hochwertigen Magazinen kein Print vs. Digital gibt.” Vielmehr seien es gute Verbündete, die sich ergänzen, argumentierte Gabriele Fischer. Die Zahlen geben ihr Recht: Mehr als die Hälfte des Umsatzes wird aus dem Vertrieb der Abonnements (Branchenschnitt beträgt ca. 20 Prozent) generiert und stärkt somit die Unabhängigkeit von sinkenden Werbeerlösen.

Dr. Markus Kreher erkennt in den Beispielen einen generellen Wandel der Branche:

„Der Markt hat sich in den letzten Jahren mit einem klaren Fokus auf die Markt- bzw. Kostenführerschaft konsolidiert. Der Trend bei Magazinen geht folglich ganz klar hin zu den Nischenprodukten. Jedes Magazin muss sich fokussiert auf eine Zielgruppe einstellen und deckt ein spezielles Informations- und Unterhaltungsbedürfnis ab. Relevante Medien überleben und stärken ihre Positionen. Formate, die ihre Zielgruppe verfehlen, werden Opfer des verkürzten Lebenszyklus im Verlagswesen.“

Beachtlich sei insbesondere das Wachstum im digitalen Geschäft, so der Experte. „Die teilweise rückläufigen Erlöse im Printbereich können so ausgeglichen werden. Skandinavische Medienmodelle haben bereits bewiesen, dass der digitale Fokus sich in Erlöse ummünzen lässt. Führende deutsche Verlage sind auf den Zug aufgesprungen und haben den digitalen Wandel bereits im Portfolio vollzogen.“

Insgesamt spürte man, dass die Teilnehmer der re:publica die Überzeugung verbindet, die Zukunft mitgestalten zu können. Sei es bei der politischen Mitbestimmung oder auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen: die Netzgemeinschaft nimmt die Zukunft grundsätzlich als Chance wahr.

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