Energie für die Zukunft: Thinking the Unthinkable

Energie für die Zukunft: Thinking the Unthinkable

Energie ist Leben. Und ihre Erzeugung kostet viel Geld. Sonne, Wind und Biomasse sind genauso wenig umsonst verfügbar wie Kohle, Öl oder Uran. Sie alle müssen mittels Technologie gesammelt und in eine nutzbare Form umgewandelt werden. Welche Energiequellen wir in Zukunft nutzen und welche Kompetenzen der Energiemanager von morgen in seinem turbulenten Umfeld benötigt, ist auch Thema auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

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Senior Manager - Innovation & Strategic Growth Initiatives

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Was ist für jeden verantwortlichen Menschen in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft das Allerwichtigste? Natürlich, die Zukunft. Doch die ist weitestgehend ungewiss. Und woher sollen die Energiemanager und Entscheider heute die Zukunftskompetenz nehmen, mit der sie morgen die Welt ein wenig besser machen wollen?

Fachliche Kompetenz und Weitsicht benötigen Energiemanager heute mehr denn je. In der Branche geht es seit einigen Jahren turbulent zu. Dazu halten Krisen, Katastrophen, Transformation, Disruption, Dynaxität, VUCA Situationen, Zukunftsängste und großflächige Umbrüche die Entscheider in Unternehmen und Politik auf Trab.

Auf der anderen Seite hat die unmittelbare Zukunft der Branche noch nie so viele Optionen und Chancen der Energiegewinnung, -distribution, -speicherung und der Verbrauchssteuerung von Energie geboten. Die Energiebranche steht an der Schwelle einer neuen Ära. Wie erfolgreich sie die Schwelle bewältigt, hängt maßgeblich von der Zukunftskompetenz ab, mit der sie diesen Rubikon überschreiten wird. Wie diese aussieht, ist umstritten.

Wichtig wird zudem die Antwort auf die Frage, wie wir den stetig zunehmenden Energiehunger der Welt stillen können? In den Smart Homes der Zukunft gehen in den nächsten zehn Jahren schätzungsweise über 200 Milliarden IP-fähige Geräte ans Netz. Ohne Strom bleiben diese aus.

Diese und weitere Zukunftsfragen werfen ernsthafte Bedenken auf: Provoziert das gepriesene Internet der Dinge womöglich den globalen Energiekollaps? Die Internationale Energie-Agentur (IEA) warnte bereits 2013 vor den Schattenseiten dieser Flut an IP-fähigen Geräten und appelliert an „More data, less energy“.

Als Antwort auf die Zukunftssorgen der Energiebranche schlage ich insbesondere drei Imperative vor:

1. Simplizität – neues Paradigma der Energiebranche:

Macht Produkte und Services einfacher! Bis dato ist die Branche auch Geißel ihrer eigenen Komplexität geworden. Künftig werden sich verstärkt diejenigen Unternehmen mit den einfachsten – das heißt, eingängigsten, glaubwürdigsten und wirkungsvollsten – Botschaften, Produkten, Services und Kommunikationsstrukturen durchsetzen.

2. Diversität als Schlüssel der Branchentransformation:

Überschreitet gesellschaftliche, kulturelle und Branchengrenzen! Wenn beispielsweise IT-Konzerne Windparks betreiben oder Lizenzen für den Energiehandel beantragen, stürzen Branchengrenzen ein. Die strategische Antwort hierauf lautet nicht Abwehr, sondern Diversität für Querdenkertum und neues Denken.

3. Innovation als Hebel des Fortschritts:

Innovationsarbeit ist gut, Innovationskultur ist besser! Zukunftsträchtige Innovation ist nicht länger exklusive Angelegenheit von Forschung & Entwicklung (F&E), sondern wird zum grenzüberschreitenden Open-Foresight-Prozess, der die Vielzahl an Akteuren und Stakeholdern der kompletten Wertschöpfungskette aktiv einbezieht.

Milliardenschweres Crowdfunding für Energietechnologien? Wirklich jedem Menschen auf der Welt Zugang zu elektrischer Energie verschaffen (geschätzte 1,3 Milliarden Menschen haben heute noch keinen Zugang zu Strom)?

Für viele sind solche Zukunftsfragen mehr als Utopie – sie sind aktuell undenkbar. Das muss sich ändern. Denn die Zukunft der Energiebranche hängt an der schlichten Frage: Wie statten wir unsere Führungskräfte und Entscheider mit dem nötigen Zukunftsbewusstsein, dem Gespür für den Return on Foresight und deren Mitarbeiter mit der benötigten, umfassenden Methodenkompetenz aus?

Energie ist gleich in mehreren Veranstaltungen Thema auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Für KPMG sind Klaus Becker, Karl Braun, Dieter Becker, Christian Rast und Angelika Huber-Straßer vor Ort und diskutieren über die Zukunft der Wirtschaft.

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