Digitale Trendwende im Versicherungswesen | KPMG | DE
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Digitale Trendwende im Versicherungswesen

Digitale Trendwende

Keyfacts über Digitalisierung

Digitalisierung

Digitale Kanäle erlauben neue, spezifische Vermarktung • Digitalisierung erfordert Anpassung der Geschäftsmodelle • Mitarbeiter müssen entsprechend geschult und geführt werden

Digitale Trendwende im Versicherungswesen

Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Fuße eines Berges und Ihnen wird plötzlich klar, dass Sie versäumt haben zuvor eine adäquate Versicherung abzuschließen. Kein Grund zur Panik: Per Smartphone holen Sie das just in dem Moment einfach nach. Der gesicherte Aufstieg kann beginnen.

Wir befinden uns mitten in einer Revolution. Die digitale Trendwende steht bevor. Tatsächlich sind es gerade Versicherungen, die beste Voraussetzungen für diesen Umbruch bieten. Denn Versicherungen handeln nicht mit physischen Waren. Sie handeln mit Vertrauen.

Kommunikation ist entscheidender Faktor

Maßgeblich für das erfolgreiche Geschäft ist die Kommunikation. Und die wird durch die neuen Kanäle schneller, persönlicher und unkomplizierter. Zudem erweitern Smartphone, Tablet & Co. die Möglichkeiten, sich über Versicherungsangebote zu informieren oder Policen abzuschließen. So bekommt man zum Beispiel beim Buchen einer Urlaubsreise via App die passende Rücktrittskostenversicherung direkt auf dem Silbertablett mitgeliefert. Die personenbezogenen Daten, auf die Versicherer nicht nur durch soziale Netzwerke zugreifen können, erlauben den Firmen, Verträge und Angebote zielgerichteter zu erstellen und zu kommunizieren.

Der gesamte Workflow wird durch die Digitalisierung beschleunigt: Versicherungsvertreter müssen nicht mehr ins Auto oder Flugzeug steigen, um mit ihren Kunden face-to-face zu reden – ein Videoanruf genügt. Das spart zusätzlich Kosten.

Alle Lebensbereiche werden vernetzt

Die fortschreitende Technologie macht auch vor traditionellen Dienstleistern nicht halt. Die digitale Vernetzung aller Lebensbereiche verändert das Geschäft der Versicherer. Sie stehen jetzt an einem entscheidenden Punkt: Wenn sie ihre Möglichkeiten optimal nutzen, könnten sie innerhalb der nächsten Jahre völlig neue Märkte für sich gewinnen. Grundsätzlich sind die Versicherer bereit. Beweise liefert die aktuelle KPMG-Studie „Transforming Insurance“. Zwei Drittel der befragten Unternehmen planen, ihr Geschäft innerhalb der kommenden drei Jahre an die neuen Begebenheiten anzupassen.

1,8 Mrd. € werden voraussichtlich die Innovationsaufwendungen der Versicherungen und Makler in Deutschland im Jahr 2016 betragen.

Personal muss flexibler werden

Im Detail stellt sich die anstehende Transformation allerdings etwas schwieriger dar. Für gut die Hälfte der befragten Manager ist die technische Umsetzung nicht das Problem. Vielmehr erkennen sie Widerstände seitens der Mitarbeiter. Denn für sie bedeutet die Digitalisierung, neues Land zu betreten und flexibel zu sein. An dieser Stelle ist das Top-Management gefragt: Es muss kulturelles Umdenken fördern und den Paradigmenwechsel federführend begleiten.

Mit Traditionen brechen

Es braucht Mut, um mit altgedienten, sicherlich nicht schlecht laufenden Traditionen zu brechen. Mitarbeiter müssen geschult, dem Internet-Zeitalter angemessene Regularien und Compliance-Richtlinien kommuniziert und verinnerlicht werden. Die KPMG-Studie „Transforming Insurance“ zeigt Versicherungsunternehmen auf, wie Wandel und Aufstieg gelingen können.