Chinas Wirtschaft boomt nicht mehr

Chinas Wirtschaft boomt nicht mehr

Jahrelang lieferte China beeindruckende Wachstumszahlen, die Wachstumsrate lag 2014 zwar immer noch bei 7,4 Prozent, es ist aber die niedrigste jährliche Steigerung seit 1990. Experten warnen bereits, dass sich das Wachstum auch 2015 weiter verlangsamen könnte. Chinas künftige Rolle in der Weltwirtschaft ist auch Thema beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

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6,8 Prozent, so lautet die Prognose des Internationalen Wirtschaftsfonds (IWF) für die chinesische Volksrepublik. Für den KPMG-Chinaexperten Wei Wang kommt der Abschwung nicht überraschend. „Viele marktliberale Forscher haben das schon seit Längerem vorausgesagt.“ Die Gründe dafür liegen laut Wei Wang auf der Hand: „Die letzte Regierung hat zu lange auf das Exportgeschäft gesetzt und auf Immobilien. Die Privatwirtschaft wurde vernachlässigt, nötige Reformen nicht durchgeführt.“

Die Wachstumsaussichten des Reichs der Mitte interessieren auch Karl Braun, Mitglied des KPMG-Vorstands. In Davos will er deshalb die Zukunft des Landes diskutieren und die Einschätzung der Unternehmenslenker dazu hören: „Mich interessiert der Umgang mit dem Klumpenrisiko in China.“

Das verminderte Wirtschaftswachstum hat laut KPMG-Director Wei Wang nicht nur Auswirkungen auf die Unternehmen, sondern auch auf die Bevölkerung sowie die Lebensqualität.

Druck auf die Regierung wächst

China muss künftig gleich mehrere Probleme in den Griff bekommen. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, steht die Volkswirtschaft vorm Platzen einer immensen Immobilienblase. Seit Jahren klettern die Preise für Häuser und Wohnungen in die Höhe – seit Monaten kursieren allerdings Gerüchte, dass der Immobilienmarkt vor einem Kollaps steht.

Außerdem muss das Land die Schattenbanken im Blick behalten. Neben ihnen hat sich ein großer grauer Kreditmarkt herausgebildet, der vom Staat bislang nicht kontrolliert werden kann. Außerdem ist China nicht unabhängig vom Weltmarktgeschehen. Geraten Abnehmerländer in Krisen, bekommt Chinas Exportgeschäft Probleme. China muss sich also neu erfinden und erklärte Reformen im Land auch durchsetzen.

„Die jetzt verkündeten Reformen sind nicht nur eine Ankündigung. Die Regierung steht unter Druck, sie muss Reformen vorantrieben, sonst gerät die soziale Stabilität in Gefahr, die China gegenüber anderen Emerging Markets auszeichnet“, skizziert Wang die Lage.

Die ersten Ergebnisse der Reformen seien im Land bereits spürbar, so Wang weiter. „Seit 2014 gibt es in ziemlich vielen Bereichen die sogenannten negativen Listen. Früher war für das private Unternehmertum ziemlich alles genehmigungspflichtig bzw. verboten, was nicht explizit erlaubt ist. Das hat bürokratischer Willkür viel Raum gegeben. Jetzt soll das umgekehrte Motto gelten: Was nicht verboten ist, ist erlaubt. Durch diese Vereinfachung kam es in China 2014 zur höchsten Zahl an Firmengründungen, auch für ausländische Investoren werden weitreichende Vereinfachungen eingeführt werden“, so Wang.

China ist gleich in mehreren Veranstaltungen Thema auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Für KPMG sind Klaus Becker, Karl Braun, Dieter Becker, Christian Rast und Angelika Huber-Straßer vor Ort und diskutieren über die Zukunft der Wirtschaft.

Redaktion: Silke Nörenberg, Moritz Ballerstädt

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