Carl von Linde

Carl von Linde

Der oberfränkische Pfarrerssohn ging als herausragender Ingenieur und erfolgreicher Industrieller in die deutsche Wirtschaftsgeschichte ein. Der Unternehmer und Wissenschaftler Carl Paul Gottfried von Linde errichtete im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert durch die von ihm erfundenen Verfahren zur Kühlung und Eisherstellung den Linde-Konzern. 1895 trat er in das Kuratorium der Physikalischtechnischen Reichsanstalt, 1896 in die Bayerische Akademie der Wissenschaften ein. 1897 erhielt das wissenschaftliche Schaffen Lindes ihre höchste gesellschaftliche Anerkennung durch die Nobilitierung des Erfinders.

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BIOGRAPHIE

Carl Paul Gottfried von Linde wurde am 11. Juni 1842 im oberfränkischen Berndorf als Sohn eines lutherischen Pfarrers geboren. 

Nach dem Abitur nahm Linde 1861 ein Studium des Maschinenwesens am Polytechnikum Zürich auf. Allerdings wurde er 1864 aufgrund seiner Teilnahme an einem Studentenprotest exmatrikuliert. Im Anschluss daran erhielt Linde zunächst durch entsprechende Empfehlungen eine Arbeitsstelle bei den Berliner Borsigwerken. Ab 1866 leitete er in München das Konstruktionsbüro der Lokomotivenfabrik von Georg Krauss. Zwei Jahre später wurde er außerordentlicher Professor am neu gegründeten Polytechnikum München, wo er bis 1879 Maschinenwesen lehrte. 1873 entwickelte und baute Linde eine Methyläther-Eismaschine (Kühlschrank) und 1876 einen Ammoniak-Kühlapparat (Klimaanlage), der mittels eines Dampfkompensators betrieben wurde. Diese bahnbrechenden Patente waren die Grundlage für die Eismaschinenfabrik, die Linde in Wiesbaden mitbegründete und deren Leitung er 1879 übernahm. Zu den ersten Abnehmern zählten Brauereien und Schlachthöfe. Nach weiteren Perfektionierungen fand Lindes Erfindung Anfang der 1890er Jahre auch Einzug in die betuchten Haushalte Europas. 1890 schied Linde aus dem Vorstand des Unternehmens aus, blieb aber im Aufsichtsrat vertreten. Er wandte sich erneut seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zu, indem er zunächst eine Honorar-, dann eine ordentliche Professur an der Technischen Hochschule München annahm. Im Jahr 1895 entwickelte Linde ein Verfahren zur Verflüssigung von Luft; 1902 gelang ihm die Zerlegung von Luft in Stickstoff und Sauerstoff. Diese Erfindungen nahm er zum Anlass, mit der Gaszerlegung einen neuen Tätigkeitsbereich der Linde AG aufzubauen. 1895 trat er in das Kuratorium der Physikalischtechnischen Reichsanstalt, 1896 in die Bayerische Akademie der Wissenschaften ein. 1902 rief Linde das Institut für technische Physik an der TH München ins Leben. Im Jahr 1897 erhielt das wissenschaftliche Schaffen Lindes ihre höchste gesellschaftliche Anerkennung durch die Nobilitierung des Erfinders. 1903 berief man ihn in den Vorstand des Deutschen Museums in München. Erst ab 1922 zog sich Linde aus der Unternehmens-führung zurück, wobei er jedoch dem Aufsichtsrat noch bis zu seinem Tod angehörte. Seine beiden Söhne Richard und Friedrich waren nun im Management der Linde AG aktiv.

Carl Paul Gottfried von Linde verstarb am 16. November 1934 in München. 

ENGLISH - BIOGRAPHY

The Upper Franconian son of a pastor is one of the outstanding engineers and successful industrialists of German economic history. At the turn of the 20th century the businessman and scientist Carl Paul Gottfried von Linde created the Linde Group after inventing a method of cooling and ice production. In 1895 he joined the Board of Trustees of the Physical Technical Imperial Institute. In 1896 he joined the Bavarian Academy of Sciences. In 1897 the inventor was ennobled, providing Linde with the highest social recognition for his scientific work.

Carl Paul Gottfried von Linde was born on June 11, 1842 in the Upper Franconian Berndorf. He was the son of a Lutheran pastor.

After his graduation from secondary school in 1861, Linde began studying mechanical engineering at the Polytechnical Institute in Zurich. However, he was expelled in 1864 for participating in a student protest. After receiving appropriate recommendations, Linde began a job at the Berlin Borsig plant. Starting in 1866 he lead the construction office of Georg Krauss' locomotive factory in Munich. Two years later he began lecturing mechanical engineering at the newly founded Polytechnic Institute in Munich as a non-tenured professor, where he remained until 1879.

In 1873 Linde developed and built a methyl ether ice machine (refrigerator) and in 1876, an ammonia chiller (air conditioner), which was operated by a steam compensator. These pioneering patents laid the foundations for the ice machine factory in Wiesbaden that Linde cofounded and overtook leadership for in 1879. The first adopters included breweries and slaughterhouses. After further optimization, Linde's invention began to be implemented in wealthy homes throughout Europe at the beginning of the 1890s. In 1890 Linde resigned as managing director of the company, but remained in the Board of Directors. He returned to his scientific work, first as honorary professor, and later as a full professor of the Technical University of Munich.In 1895 Linde developed a method of liquefying air; in 1902 he succeeded in the separation of air into nitrogen and oxygen. He utilized these inventions to develop a new gas separation operating segment of Linde AG. In 1895 he joined the Board of Trustees of the Physical Technical Imperial Institute. In 1896 he joined the Bavarian Academy of Sciences. In 1902 he brought the Institute for Technical Physics at the Technical University of Munich to life. 

In 1897 the inventor was ennobled, providing Linde with the highest social recognition for his scientific work. In 1903 he joined the Board of Directors of the German Museum in Munich. It was not until 1922 that Linde stepped down from company management. However, he remained on the Board until his death. Both of his sons, Richard and Friedrich, remain actively involved in the management of Linde AG.

Carl Paul Gottfried von Linde died in Munich on November 16, 1934. 

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