Vom Himmel hoch, da komm ich her

Vom Himmel hoch, da komm ich her

Weihnachtszeit, Konsumzeit. Zum Fest wird in Deutschland und der Welt gekauft, was das Zeug hält. Doch immer mehr Kunden begehen die Adventszeit besinnlich und kaufen ihre Geschenke in Onlineshops. Der Online-Handel soll in Deutschland im kommenden Jahr um weitere zwölf Prozent steigen. Das Geschäft mit der Bestellung freut nicht nur die Online-Verkäufer, sondern auch besonders die Logistikbranche.

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Weihnachten

Der Online-Handel wächst und wächst – und diejenigen, die die Pakete vom Anbieter zum Kunden liefern sollen, stellen sich gerade auf die neuen Anforderungen des Marktes ein. Viele Neuerungen sind bereits zum Standard geworden. Besonders beliebt: Bestellung und Lieferung am selben Tag. Der klassische Vertriebsweg muss überdacht werden, innovative Start-Ups und IT-Unternehmen wie „uber“, „shutl“ oder „deliv“ sind längst ins Rennen um die Gunst des Kunden eingestiegen.

43,6 Milliarden Euro Umsatz erwartet

Wie der Handelsverband Deutschland (HDE) mitteilt, wurden bereits 2013 mehr als 8,5 Milliarden Euro allein in der Weihnachtszeit im deutschen Einzelhandel umgesetzt – online sowie im Einzelhandel. Dass der traditionelle Einzelhandel mit dem Online-Geschäft konkurriert, ist kein Geheimnis mehr. Das HDE teilte ebenfalls mit, dass 2015 aller Voraussicht nach 43,6 Milliarden Euro online umgesetzt werden.

Moderne Briefkästen

Doch für die Logistik-Branche ergeben sich auch Probleme aus dem brummenden Weihnachtsgeschäft: „Das Hauptproblem der Logistik im E-Commerce-Bereich ist die Zustellung zum Endkunden. Denn der Kunde ist zeitlich oft nur schwer erreichbar. Das führt häufig zu erfolglosen Zustellversuchen, die auf Seiten der Logistiker Kosten und auf Seiten des Kunden Unzufriedenheit verursachen“, sagt Dr. Steffen Wagner Head of Global Transport & Logistik von KPMG in Deutschland.

Die Hoffnungen liegen jetzt in den Bereichen der alternativen Zustellmethoden. So sollen Kunden  künftig darüber entscheiden, wann und wie sie ihre Ware erhalten – dann kommen die Pakete auch mal in den Abendstunden. Aber auch das ist denkbar und wird bereits im Modell versucht: Kunden können sich Kästen vor die Haustür stellen lassen und so Paketsendungen entgegennehmen und Rücksendungen abwickeln – quasi ein moderner Briefkasten, der die wichtigsten Aufgaben der Paktannahmestellen übernimmt. Unwahrscheinlich ist das nicht: Laut Wagner arbeiten „aktuell alle wesentlichen Zusteller an einer kombinierten alternativen Paketkasten-Lösung.“

Der Paketriese Dynamic Parcel Distribution (DPD) versucht sich indes in einer besseren Kommunikation mit den eigenen Kunden. Per App auf dem Smartphone sollen sich Fahrer und Empfänger auf einen Termin einigen, damit auch tatsächlich jemand zuhause ist, wenn geliefert wird.

Drohnen sind noch keine Option

Der US-Versandriese Amazon erprobt bereits andere Form der Paket-Zustellung. Dass sich Drohnen, die eigentlich aus der modernen Kriegsführung bekannt sind, in Zukunft den Versand aufmischen, ist eher unwahrscheinlich. „Die Zustellung von Weihnachtspaketen per Drohne ist nicht praktikabel“, urteilt Wagner. Denn Drohnen würden nicht die Kernprobleme lösen, etwa die Abholung der Artikel, wenn den Kunden die bestellte Ware doch nicht behalten wollen.

Die Probleme der Drohnenzustellung gehen aber noch weiter. Denn das geltende Luftfahrtgesetz sowie das Recht auf Privatsphäre verhindern bislang auch rechtlich den Einsatz von Drohnen. Denkbar ist allerdings, dass die Mini-Flugkörper auf abgeschlossenen Werksgeländen zum Einsatz kommen – fahrerlose Lkws sind bereits im Einsatz.

Bislang ist noch nicht klar, welches Konzept am Ende die Nase vorn haben wird. Bereits jetzt ist jedoch abzusehen, was die Kunden wünschen – das ist Schnelligkeit, aber auch Zuverlässigkeit und individuelle Lösungen der Zustellung. Die Kosten und die Kundenanforderungen steigen im Gleichschritt, das stellt die Logistikdienstleister gerade vor große Herausforderungen.

Daneben könnten auch neue Konkurrenten die Gegebenheiten künftig noch weiter erschweren. Kleinere Wettbewerber – wie Start-Ups und IT-Unternehmen rechnen sich Chance aus und bieten bereits jetzt Marktplatz-Lösungen an, die „als Brücke zwischen Einzelhandel und Endkunde fungieren. In Großstädten bringen etwa Fahrradkuriere die Ware vom Geschäft zum Kunden und wickeln die Bezahlung ab.“ Laut Wagner „verschaffen sich Einzelhändler dadurch einen geografischen Wettbewerbsvorteil gegenüber großen Online-Versandhändlern, indem sie ihre stationären Lager digitalisieren.“

Wohin geht die Reise des Logistikgeschäfts?

Auch wenn die Logistik-Unternehmen im Express-Sektor zulegen konnten, machte ihnen im dritten Quartal 2014 das  sinkende Verbrauchervertrauen in Europa und den USA zu schaffen. In Morgan Stanley´s aktueller Freight Pulse 35 Shipper Survey aus dem September dieses Jahres wurden die Erwartungen an das Wachstum im Paketversandhandel in den kommenden sechs Monaten gedrosselt. Auch auf dem Aktienmarkt machten sich die Unsicherheiten der Weltkonjunktur bemerkbar: TNT Express, Royal Mail und UK Mail meldeten Gewinnwarnungen und legten schlechte Zahlen in den Geschäftsberichte vor. UPS, FedEx und die Deutsche Post konnten hingegen überzeugen.  Gleichzeitig wird im Weihnachtsgeschäft mit neuen Rekordumsätzen und Volumen gerechnet: FedEx und UPS bereiten sich auf eine massive Weihnachts-Hochsaison vor und rechnen an Spitzentagen mit einer Verdoppelung ihrer durchschnittlichen Tageszustellungen.

Eine vielversprechende Entwicklung bietet die Arbeit mit Smartphone-Apps, die Logistik-Unternehmern helfen können, Sendungen genauer steuern. Das Frankfurter Luftfrachtlogistik-Unternehmen Jettainer hat eine dieser speziellen Apps entwickelt. Die „Jettapp“ ermöglicht das schnelle und präzise Erfassen von speziellen Luftfracht-Containern und –Paletten via Barcode. Der Vorteil: Die von KPMG mitentwickelte App hilft, die Lademittelbestände genau im Blick zu behalten.

Hier können Sie sich den “KPMG Transport Tracker November 2014” herunterladen.

Redaktion: Marcus Burk/Moritz Ballerstädt

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