“Tiefgang”: Industrie 4.0 – neue Welt der Produktion

“Tiefgang”: Industrie 4.0 – neue Welt der Produktion

Industrie 4.0, die vierte industrielle Revolution. Eine Welt der vernetzten Produktion, in der in einer intelligenten Fabrik, Smart Factory, die reale und virtuelle Welt miteinander verschmelzen.

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Sollte die Vision einer vernetzten Produktion Realität werden, werden wir Autofahrer künftig pannenfrei durch die Gegend fahren. Denn in der vernetzten Welt wird ein Bauteil im Auto so ausgestattet sein, dass es kontinuierlich Daten über seinen Zustand sammelt und anzeigen kann, wenn ein Austausch nötig wird – bevor es ausfällt. Das Bauteil funkt den Hersteller an, der die Fertigung des Ersatzteils in Auftrag gibt. Und gleichzeitig die Information übermittelt, wohin das fertige Bauteil versandt werden soll. Den Termin in der Werkstatt macht schließlich das Auto für seinen Besitzer aus.

Dank Big Data, der neuen, leistungsfähigeren Speicher- und Datenverarbeitungsmöglichkeiten. Alles steuert sich selbst im Internet der Dinge. Es gibt keinen zentralen Leitrechner mehr. Der Mensch steht nicht mehr am Schaltpult, um Produktionsprozesse zu steuern, sondern schaltet sich über mobile Geräte ein.

Die Smart Factory ist die Vision einer Produktionsstätte, die so flexibel ist, dass sie Aufträge verarbeiten kann, die grundsätzlich verschieden sein können. Und die diese Flexibilität zu Kosten anbietet, die so gering sind wie in der Massenproduktion. Gleichzeitig ist sie adaptiv, indem sie zum Beispiel die Produktionsgeschwindigkeit an die Auftragslage automatisch anpasst. Auch verfügt sie über eine selbstlernende Energieeffizienz. Also die Fähigkeit, selbstständig zu errechnen, ob es besser ist, einen Auftrag sofort zu erledigen und dafür vielleicht höhere Energiekosten in Kauf zu nehmen. Oder aber die Produktion auf eine Tageszeit zu verschieben, zu der der Strom wieder billiger ist.

In Deutschland wurde das Thema Industrie 4.0 vor allem von der Plattform 4.0 vorangetrieben, in der sich die drei großen Branchenverbände VDMA (Maschinenbau), ZVEI (Elektrotechnik) und Bitkom (IT) organisiert haben. Ein Hauptziel ihrer Zusammenarbeit ist, international gültige Standards für die Technik und für die Software festzulegen. Doch seit dem Frühjahr 2014 hat das Wettrennen um die Vorherrschaft begonnen. Denn seitdem gibt es das Industrial Internet Consortium (IIC), das von US-Konzernen wie General Electric und IBM ins Leben gerufen wurde. Die pragmatischen Amerikaner, die mit Gründergeist neue Projekte anfassen und zügig mit viel Geld finanzieren, drängen nach vorne. Bosch ist das einzige deutsche Unternehmen, das in beiden Initiativen vertreten ist.

Deutschland droht bei dem Thema 4.0 ins Hintertreffen zu geraten. Eine längst überfällige Ausschreibung, mit der Standards für Datenübertragungen in der Industrie festgelegt werden, fehlt bisher. Die deutschen Unternehmen sehen die verbesserungswürdige digitale Infrastruktur des Landes als Investitionshindernis an: Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) aus dem Herbst 2014 würden 23 Prozent der 1.300 befragten Firmen mehr investieren, wäre die IT-Infrastruktur besser.

Gleichzeitig verschläft ein großer Teil der deutschen Unternehmen die digitale Revolution: Wie die aktuelle KPMG-Studie „Survival of the Smartest 2.0“ belegt, haben über die Hälfte der befragten deutschen Unternehmen die Zeichen der Zeit offenbar noch nicht erkannt – und bislang keine Veränderungen an ihrem Geschäftsmodell angestoßen oder bereits umgesetzt. Auch beim Thema Innovationen müssen viele Firmen nachlegen: Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Ungleichgewicht zwischen den Innovationsanforderungen der digitalen Welt und den Innovationsmaßnahmen der Unternehmen.

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