“Tabellenführer”: Teure Entsendung

“Tabellenführer”: Teure Entsendung

Im Ausland zu arbeiten ist für viele Arbeitnehmer immer noch ein Traum. Unternehmen nutzen die Entsendung häufig, um verdiente Mitarbeiter zu belohnen. Doch das Privileg, eigene Leute in große Metropolen und Geschäftszentren zu entsenden, ist für Arbeitgeber oft eine teure Angelegenheit. Fünf kostspielige internationale Einsatzorte:

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London – Stadt der Superreichen

Einsatzkosten: Dass in der britischen Hauptstadt alles noch ein bisschen ungewöhnlicher ist, als in anderen Städten, zeigt allein diese Zahl: Nirgendwo auf der Welt kostet es Unternehmen so viel Geld, Mitarbeiter in der Stadt anzusiedeln. Jährlich müssen sie pro Person knapp 95.000 Euro aufwenden, um für Wohn- und Büroräume aufzukommen. Und ein Ende des Anstiegs ist noch nicht in Sicht.

Entwicklung: Seit 2008 sind die Kosten für Leben und Arbeiten in der britischen Hauptstadt um fast 40 Prozent gestiegen, die Immobilienpreise legten allein seit dem vergangenen Jahr laut nationalem Statistikamt ONS noch einmal um 19,3 Prozent zu. Kürzlich wurde im Hyde Park eine Wohnung angeboten – für 236.000 Euro Monatsmiete. Während man in Berlin für 100 Millionen Euro rund 17.000 Quadratmeter Bürofläche erwerben kann, bekommt man dafür in London im Schnitt nur 2.700 Quadratmeter.

Sonderstatus: Das alles bleibt nicht ohne Folgen. Nirgendwo leben derzeit mehr Milliardäre als in London.

Hongkong – Wieder konkurrenzfähig

Einsatzkosten: Eine schwächere Währung und eine geringere Nachfrage haben dafür gesorgt, dass die Mieten sinken. Der derzeitige durchschnittliche Preis für die Anmietung von Wohn- und Büroflächen pro Mitarbeiter ist mit jährlich 90.741 auf das Niveau von 2008 gefallen. Das macht die Stadt beim Buhlen um ausländische Arbeitskräfte wieder konkurrenzfähig.

Entwicklung: Hongkong ist neben Singapur und Tokio eines der größten Finanzzentren Asiens. In der Vergangenheit nutzten westliche Unternehmen die Stadt als Brückenkopf für Geschäfte mit China. Inzwischen nutzen chinesische Unternehmen die Stadt auch für ihre Expansion ins Ausland. Durch die Küsten- und Insellage herrscht traditionell Platzmangel, was dazu führte, dass Hongkong in Spitzenlagen die weltweit höchsten Büromieten erzielt – teilweise über 100 Euro pro Quadratmeter im Monat.

Sonderstatus: Hongkong bleibt die einzige Stadt aus neu industrialisierten Nationen, die unter den ersten fünf Städten liegt.

New York – Zurück im Geschäft

Einsatzkosten: Ein Einsatz in der aufregenden amerikanischen Stadt ist besonders beliebt. Wer einen Mitarbeiter in die Metropole entsenden will, muss mit jährlichen Kosten von 86.000 Euro rechnen.

Entwicklung: Es ist noch nicht allzu lange her, dass in den USA die Immobilienblase platzte. Sechs Jahre später brummt das Geschäft schon wieder. In Manhattans Midtown entsteht der Luxuswolkenkratzer 432 Park Avenue, der nach Fertigstellung mit einer Höhe von 426 Metern das Dach des Empire State Building um 45 Meter überragen wird. Die Preise stehen auch schon fest: ein Penthouse in dem Gebäude soll beispielsweise 60 Millionen Euro kosten. Manhattan erlebt gerade den größten Immobilienboom seit den späten zwanziger Jahren. Der durchschnittliche Wohnungspreis stieg im vergangenen Jahr um etwa 18 Prozent auf 1,3 Millionen Euro. Bei Bürogebäuden sieht es nicht viel anders aus. Im Sommer kaufte ein Investor ein zwölfstöckiges Bürogebäude in Chelsea für 252 Millionen Euro. Der bisherige Besitzer hatte es vor zwei Jahren für 57 Millionen Euro gekauft.

Sonderstatus: Nirgendwo in den USA fangen die Menschen später an zu arbeiten – im Schnitt beginnt ein New Yorker seinen Bürotag um 8:24 Uhr.

Paris – wohnen im Büro

Einsatzkosten: Es gibt derzeit so viele leerstehende Bürogebäude, dass  einige in Wohngebäude umgewandelt werden. Dennoch zählt Paris weiterhin zu den teuersten Städten: Unternehmen kostet die Entsendung pro Mitarbeiter jährlich über 84.000 Euro.

Entwicklung: Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Frankreichs hinterlassen auch in der Hauptstadt ihre Spuren. Die Zinsen sind so günstig wie nie. Die Preise für Wohnimmobilien haben seit Sommer 2011 über neun Prozent verloren. Die Preise für Büroimmobilien sind in den vergangenen fünf Jahren um fast elf Prozent zurückgegangen. Viele Unternehmen verzichten aufgrund der wirtschaftlichen Lage darauf, in neue Gebäude umzusiedeln. Sie versuchen vielmehr, Mieten und Betriebskosten zu senken oder die Fläche zu reduzieren.

Sonderstatus: In Paris zu arbeiten ist nicht günstig, aber dafür auch nicht so anstrengend. Es gelten die 35-Stunden-Woche und der Renteneintritt mit 60 Jahren.

Singapur – Angst vor der Konkurrenz

Einsatzkosten: Die Regierung fördert vor allem ausländische Firmen durch niedrige Steuern und hohe Finanzhilfen. Ganz billig ist es dennoch nicht, Mitarbeiter nach Singapur zu schicken. Knapp 60.000 Euro im Jahr fallen pro Mitarbeiter an Bürokosten und Mieten an.

Entwicklung: Der kleine Stadtstaat gehört mit seinem Bruttoinlandsprodukt von über 40.000 Euro zu den reichsten Ländern der Welt und verfügt über die höchste Dichte an Millionärshaushalten. Nach der Finanzkrise war das Land bei Investoren gefragt, die ihr Geld in Sicherheit bringen wollten und eine stabile Währung suchten. Doch das kleine Land spürt inzwischen die Konkurrenz in der Region. In China, Malaysia, Indonesien und Vietnam locken riesige Städte internationale Investoren an. Die Prognosen wurden nach unten korrigiert.

Sonderstatus: Betrachtet man nur die Lebenshaltungskosten ohne Mieten für Wohnung und Büro ist Singapur die teuerste Stadt der Welt.

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