Optionsbasierte Mitarbeitervergütungsmodelle: Ausgewählte Bilanzkennzahlen im Lichte der Plangestaltung

Optionsbasierte Mitarbeitervergütungsmodelle

Quelle: KPMG Corporate Treasury News, Ausgabe 38, Dezember 2014   Nach dem Newsletter-Beitrag „Optionsbasierte Mitarbeitervergütungsmodelle: Ausgestaltung in der Praxis“*  wenden wir uns heute der Analyse der Planausgestaltungen eines Aktienoptionsprogramms zu: Inwiefern wirken sich diese qualitativ (Bilanzierung dem Grunde nach) auf ausgewählte Bilanzkennzahlen eines Industrieunternehmens aus? Nachfolgend werden dazu der unternehmerische Cashflow sowie die Eigenkapitalquote herangezogen.

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Als Hauptursache für die unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Auswirkungen eines Aktienoptionsprogramms können die vom IFRS 2 vorgegebenen Bilanzierungsvorschriften für equity und cash settlements genannt werden. Die aufgrund dieser Kategorisierung anzuwendenden Buchungslogiken führen zu unterschiedlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Während für ein equity settlement gemäß IFRS 2.7 die Gegenbuchung zum Personalaufwand im Eigenkapital erfolgen muss, ist nach IFRS 2.30 für ein cash settlement eine Rückstellung zu bilden. Dies wirkt sich u.a. auf die Höhe der Eigenkapitalquote aus. Darüber hinaus beeinflussen die unterschiedlichen Erfüllungsformen (Ausgabe von Aktien (equity-settled) vs. Barausgleich (cash-settled)) den unternehmerischen Cashflow. Beides soll nachstehend beispielhaft erörtert werden.

Cashflow

Betrachtet man ein Aktienoptionsprogramm, das equity-settled und über eine Kapitalerhöhung finanziert wird, kommt es bei Optionsausübung zur Ausgabe von jungen Aktien. Für den Erhalt dieser Aktien zahlen die Mitarbeiter den Ausübungspreis an das Unternehmen. Durch die Einzahlung der Mitarbeiter wird dadurch der Cash-flow des Unternehmens positiv beeinflusst. Da die Kosten der Entlohnung durch den Verwässerungseffekt der neu ausgegebenen Anteile auf die Altaktionäre abgewälzt werden, entstehen für das Unternehmen keine Geldabflüsse. Demnach hat ein per Kapitalerhöhung finanzierter Aktienoptionsplan eine Steigerung des Netto-Cashflows des Unternehmens zur Folge.

Eigenkapitalquote

Betrachtet man wiederum ein Aktienoptionsprogramm, das als cash-settled ausgestaltet ist, so entsteht für die Bedienung der Bezugsrechte eine Zahlungsverpflichtung seitens des Unternehmens. Vor diesem Hinter-grund sind diese Aktienoptionen in der Bilanz als Schulden zu erfassen. Die Gewährung derartiger Bezugsrechte führt somit zu einer doppelten Belastung der Eigenkapitalquote während der Laufzeit des Optionsplans. Zum Einen reduziert der für die erbrachten Arbeitsleistungen erfasste Personalaufwand das bilanzielle Eigenkapital, zum Anderen steigt durch die Erfassung einer Rückstellung das mit dem Eigenkapital in Relation gesetzte Gesamtkapital an.

In der Praxis ist vermehrt zu beobachten, dass entsprechende Auswirkungen der Bilanzierungsregeln des IFRS 2 zu Überraschungen in Bezug auf betriebswirtschaftliche Steuerungsgrößen und Bilanzkennzahlen führen. Ein Unternehmen sollte sich demnach vor dem Aufsetzen eines Aktienoptionsprogramms immer darüber im Klaren sein, wie sich dieses auf steuerungsrelevante Bilanzkennzahlen auswirkt; also die Auswirkungen der Bilanzierung dem Grunde nach sowie gleichermaßen die Bilanzierung der Höhe nach (im Sinne der finanzmathematischen Bestimmung des Fair Value einer Aktienoption) antizipieren.

Autor: Dr. Christoph Lippert, Manager, christophlippert@kpmg.com

*Zu finden unter: http://www.kpmg.com/DE/de/Bibliothek/corporate-treasury-news/Seiten/optionsbasierte-mitarbeiterverguetungsmodelle.aspx

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