Bankeinlagen sind wichtigste Funding-Quelle

Deposit Modelling

Die globale Bankenlandschaft hat sich seit Beginn der Finanzkrise vor 6 Jahren dramatisch verändert. Als Reaktion auf die Krise haben nationale und internationale Aufsichtsbehörden begonnen, neue Regeln für Banken zu entwickeln. Insbesondere ist hierbei das Thema Liquidität und Liquiditätskostenverrechnung in das Blickfeld der Aufsichtsbehörden gerückt.

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Stefano Hartl, KPMG Partner im Bereich Asset Liability Management und Kapitalmarktgeschäft, sieht insbesondere Modellierungsmodelle für Einlagen im Fokus – denn diese waren bereits vor der Finanzkrise eine der wesentlichen Refinanzierungsquellen für Banken.

In Folge der Finanzkrise und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Liquiditäts- und Refinanzierungssituation, setzen Finanzinstitute verstärkt auf langfristige Refinanzierungsquellen. Die Relevanz von Einlagen hat sich durch die Basel III Regelungen verschärft, da diese und die EU-Umsetzung insbesondere Kundeneinlagen bevorzugen. Der Baseler Ausschuss der Bankenaufseher hat eine kurz- und eine langfristige Liquiditätsquote beschlossen, die Liquidity Coverage Ratio (LCR) sowie die Net Stable Funding Ratio (NSFR). Die LCR soll sicherstellen, dass Banken im Notfall 30 Tage lang ohne externe Liquiditätszufuhr flüssig bleiben können, da ihr Bestand an liquiden Aktiva hoher Qualität größer ist als die Summe der Nettobarabflüsse auf Einmonatssicht. Die NSFR soll das langfristige Liquiditätsmanagement regeln, indem sie auf Einjahressicht ein Minimum an langfristiger Refinanzierungsausstattung im Verhältnis zum Liquiditätsrisiko der Aktiva festlegt. Die meisten Banken müssen ab 2015 den Anforderungen der LCR genügen. Die Details zu NSFR stehen noch nicht fest, hier dürfte noch einige Zeit vergehen.

Das Management des Einlagenvolumens hat für Banken im Zuge der Krise somit gehörig an Bedeutung gewonnen. Die Organisation und Ausstattung der Banken halten damit aber nicht Schritt. Die langfristige Liquiditätswirkung von Einlagen in ihrem Haus bilden Kreditinstitute durch Modelle ab. Die Banken scheinen die besondere Bedeutung von Einlagenmodellen erkannt zu haben, zum Beispiel werden diese in standardmäßigen Genehmigungsprozessen den Vorstandsvertretern vorgelegt. Jedoch basieren die Modelle in Bezug auf bestimmte Aspekte noch auf vereinfachenden Annahmen, deren Angemessenheit angesichts der aktuellen Bedeutung zumindest in Frage gestellt werden kann. So werden die Modelle zur Liquiditätsrisikomodellierung und Liquiditätskostenverrechnung von rund 40% der Banken nur einmal im Jahr auf ihre Angemessenheit überprüft. Die Analyse erfolgt dabei in der Regel auf Portfolio-Level. Eine granulare Betrachtung auf Transaktionsebene ist hingegen noch kein Standard.

Dies erstaunt, da zum Beispiel eine exakte Be- und Verrechnung interner Liquiditätskosten wiederum die Gestaltung der externen Kundenpreise erleichtert und damit indirekt die Chance auf einen Vorteil im Wettbewerb eröffnet. Dass Liquiditätskosten überhaupt oder automatisch in die Kundenpreise einfließen, ist nicht überall gängiger Standard. Oft ist dies auf technische Beschränkungen zurückzuführen, denn eine automatische Befüllung der Preismodelle mit zentral berechneten Kalkulationsgrößen ist hochkomplex und teuer.

Insgesamt zeigt sich jedoch, dass Banken die gestiegene Bedeutung von Einlagen und deren Modellierung erkannt und erste Schritte zur Verbesserung eingeleitet bzw. bereits umgesetzt haben.

Dies wird für die Zukunft der Institute von entscheidender Bedeutung sein: Ende März 2013 entfielen in Europa 41% der Refinanzierung der global systemrelevanten Banken auf Einlagen. In den USA waren es 46% und in Asien 60%. Einlagen sind somit die wichtigste Funding-Quelle der Häuser.

Vor diesem Hintergrund haben wir eine Studie zum Thema Modellierung von Kundeneinlagen erstellt, die einen Überblick über die aktuelle Marktpraxis gibt. Die Studie berücksichtigt 23 Banken mit Hauptsitz in den USA, in Europa und aus dem asiatisch-pazifischen Raum.

Redaktion: Thorsten Pohl

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