Operationelle Risiken

Operationelle Risiken - Basler Leitlinien

Für alle Banken soll Operational Risk Management zum integralen Teil der allgemeinen Risikomanagement- sowie Banksteuerungsprozesse gemacht werden.

Operational Risk Management als integraler Teil des allgemeinen Risk Management von Banken

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat Ende Juni 2011 Leitlinien vorgestellt, nach denen Kreditinstitute ihre operationellen Risiken künftig nachhaltiger managen sollen. Ergänzt werden diese Grundprinzipien durch Vorschriften zu Ausgestaltung und Anwendung interner Modelle für diejenigen Banken, die zur Berechnung operationeller Risiken den fortgeschrittenen Bemessungsansatz (AMA) nutzen.

Zentrales Anliegen der Empfehlungen des Basler Ausschusses ist es, für alle Banken (unabhängig vom gewählten Kapitalansatz zur Eigenkapitalunterlegung) Operational Risk Management zum integralen Teil der allgemeinen Risikomanagement- sowie Banksteuerungsprozesse zu machen. Betont wird insbesondere die Wichtigkeit einer angemessenen Risikokultur für alle Institutsbereiche und die Notwendigkeit der Entwicklung eines konsistenten Risk Management Framework. Daneben werden Identifikation und Bewertung operationeller Risiken, Überwachung und Kontrolle sowie Berichterstattung und Offenlegung behandelt.

Die Principles for the Sound Management of Operational Risk stellen höhere Mindestanforderungen an qualitative Komponenten des Managements operationeller Risiken für alle Banken. Spezifiziert werden zum Beispiel Governance-Fragen:

  • Hervorhebung von Rolle und Gewicht einer persönlich in den Risikomanagementprozess involvierten Geschäftsführung. 
  • Zielbild-Definition der "drei Verteidigungslinien" (Risikosteuerung in den Geschäftsbereichen, unabhängiges Risikocontrolling für operationelle Risiken und unabhängige Überwachung durch die Interne Revision). 
  • Erfordernis der eigenständigen Formulierung von "Risikoappetit" und "Risikotoleranz" für Operational Risk. 
  • Sicherstellung von angemessenen Verfahren und von entsprechender Konsistenz im Operational Risk Framework mit allen Produkten, Prozessen und Systemen.

Aus den parallel veröffentlichten, quantitativ und technisch orientierten Operational Risk - Supervisory Guidelines for the Advanced Measurement Approaches ergeben sich für AMA-Institute signifikante Einschränkungen der bisher bestehenden methodischen Wahlrechte bei der Ausgestaltung interner Modelle sowie Zusatzaufwand hinsichtlich der Governance, zum Beispiel in Bezug auf:  

  • die Berücksichtigung von komplexeren Abhängigkeitsstrukturen bei der Modellierung, was in Anbetracht faktischer Datenverfügbarkeit kritisch gesehen werden kann, 
  • die Verwendung von Verlustdaten, was mit Blick auf die angestrebte Skalierung externer Verlustdaten kaum hinreichend erprobt ist, oder
  • die Ausweitung von Validierungserfordernissen, was insbesondere in der Internen Revision qualifizierte Kapazitäten zur Überprüfung des gesamten AMA-Framework (inklusive Quantifizierung) voraussetzt, sowie
  • die Bestimmungen zur Use-Test-Umsetzung, die von der Industrie als "zu präskriptiv" angesehen werden. 

Es ist davon auszugehen ist, dass diese neuen Basler Papiere mittelfristig direkt oder indirekt in neue regulatorische Anforderungen auf europäischer und nationaler Ebene eingehen werden. Auch wenn für Deutschland kurzfristig keine direkten Änderungen in den MaRisk oder SolvV zu erwarten sind, werden sie indirekt durch Übernahme in entsprechende Standards der European Banking Authority EBA Relevanz für deutsche Institute gewinnen. Darüber hinaus ist anzunehmen, dass die Aufsicht die Ausarbeitungen der Basler Empfehlungen als Leitfaden für die eigene aufsichtliche Tätigkeit nutzen wird - gerade auch in Anbetracht dessen, dass die MaRisk es bislang an konkreten Ausführungsbestimmungen für Maßnahmen fehlen lassen, die im Rahmen eines nachhaltigen operationellen Risikomanagements verbindlich zu treffen sind.

Im Hinblick auf die steigenden Anforderungen unterstützt KPMG Sie in allen Phasen der Entwicklung, Implementierung und Optimierung eines integrierten Risikomanagement-Frameworks, insbesondere bei

  • Optimierung der Governance-Strukturen.
  • Festlegung von Risikostrategie/-appetit für operationelle Risiken.
  • Einbindung in Banksteuerungsprozesse (Konzernentwicklung, Outsourcing, Neuproduktprozess etc.).
  • Anpassung des AMA-Modells an neue Vorschriften.
  • Validierung der quantitativen und qualitativen Komponenten des AMA-Frameworks

In diesem Zusammenhang stehen wir Ihnen gerne auch mit unserem gesamten Dienstleistungsangebot für das Management operationeller Risiken und Reputationsrisiken zur Verfügung.

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