Bankaufsichtliches Meldewesen

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Die European Banking Authority EBA hat im Juli 2013 „Implementing Technical Standards (ITS) on Supervisory Reporting“ veröffentlicht. Diese Durchführungsstandards für den aufsichtlichen Meldewesenprozess, die auf die Harmonisierung der Berichterstattung an Aufsichtsbehörden in Europa zielen, spezifizieren die Meldepflichten der verabschiedeten Capital Requirements Regulation CRR.

Übergeordnete Zielsetzung für das reformierte Meldewesen ist es, dass die Institute der Aufsicht einen umfassenden Überblick über das Risikoprofil ihrer Tätigkeiten geben. Damit einher geht der Anspruch einer EU-weiten regulatorischen Harmonisierung der Berichterstattung. So soll eine frühzeitige, grenzüberschreitend konsistente Identifikation von möglicherweise tiefgreifenden Risiken möglich werden.

Zentrale Themenfelder - FINREP, COREP, LCR, NSFR und Leverage Ratio

Die EBA-Durchführungsstandards für das bankaufsichtliche Meldewesen beinhalten Begriffsbestimmungen und Instruktionen für abzufragende Dateninhalte, stellen Meldeformate und -bögen bereit, legen Meldeschwellen, -termine und -intervalle fest und bestimmen anzuwendende IT-Lösungen bzw. das Datenmodell

  • Konkret definieren die ITS die technische Ausführung der Meldung von Finanzinformationen (nach IFRS gemäß Financial Reporting Framework FINREP) sowie der Solvabilitäts- und Kapitaladäquanzmeldungen (ausgehend vom Common Reporting Framework COREP). Hinzu kommen im Rahmen von COREP vor allem die Großkreditmeldungen sowie – falls relevant – Meldungen über Gesamtverluste aus Risikopositionen und über den Gesamtforderungswert von Risikopositionen, für die das Institut über Sicherheiten aus Wohnimmobilien oder gewerbliche Immobilien verfügt.
  • Zu den schon bisher unter COREP gefassten Meldungen treten die Meldeanforderungen nach Basel III zur kurzfristigen Liquiditätsdeckung (Liquidity Coverage Ratio LCR) und zur stabilen Refinanzierung (Net Stable Funding Ratio NSFR) sowie zum Verschuldungsgrad (Leverage Ratio).

Termine

Die ITS werden mit Inkrafttreten der CRR als Durchführungsverordnung für alle EU-Mitgliedsstaaten ab 2014 vollumfänglich verbindlich. Entsprechend gelten die Meldeanforderungen prinzipiell für die Berichtsperiode ab dem 1. Quartal 2014. Allerdings ist die EBA den Instituten in der Terminsetzung für die Erstmeldungen entgegengekommen, um ihnen mehr Zeit für die technische Umsetzung der neuen Anforderungen sowie deren Integration in die Berichtsprozesse einzuräumen:

  • Für FINREP ist die Inkraftsetzung auf den 1.7.2014 verschoben. Bei allen COREP Meldungen (inklusive der Meldungen zu Großkrediten, NSFR und Leverage Ratio) gibt es eine einmalige Verlängerung der Abgabefrist der ersten Meldung auf den 30.5.2014 für Einzelinstitute und auf den 30.6.2014 auf konsolidierter Basis.
  • Bei der LCR kommt es zu einer Verschiebung der Erstanwendung der Meldepflicht hin zum Stichtag 31.3.2014.

Nationale Umsetzung – SolvV, LiqV, GroMiKV und FinaV

Auf nationaler Ebene laufen die Überlegungen zur „Modernisierung des bankaufsichtlichen Meldewesens“ parallel zu den ITS der EBA. Deshalb sind für Institute in Deutschland die Durchführungsstandards auch im Zusammenhang mit den darauf abgestimmten Rechtsverordnungen, in denen die national geltenden Ausführungsbestimmungen für das Meldewesen niedergelegt werden, zu sehen.

  • Das nationale Basismeldewesen für Finanzdaten nach HGB betrifft die Meldung von unterjährigen Finanzdaten auf Einzelinstitutsebene und gilt prinzipiell auch für HGB-Anwender, die Abschlüsse auf konsolidierter Ebene erstellen. Erfasst werden sollen neben Ertragsdaten auch relevante Plandaten (unter anderem Konditionen- und Strukturbeitrag, stille Reserven/Lasten, Kennziffern zum Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch).
  • Konkret werden dafür die bislang geltenden Verordnungen zu Solvabilität (SolvV), Liquidität (LiqV) sowie Groß- und Millionenkrediten (GroMiKV) neu gefasst und eine Finanzinformationsverordnung (FinaV) erlassen. Gesetzliche Grundlage für nationale Meldungen ist die KWG-Novellierung zur Umsetzung des CRD IV/CRR-Legislativpakets in Deutschland. Das dazu verabschiedete „CRD IV-Umsetzungsgesetz“ wurde im September 2013 im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Handlungsbedarf

Die tiefgreifende Reform des bisherigen Meldewesens hat erhebliche Auswirkungen auf Organisation, Prozesse und Systeme der betroffenen Institute. Auch wenn sich die Umsetzungsprojekte für FINREP und COREP zusammen mit Neuerungen des nationalen Meldewesens in den meisten Instituten bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden, ist abzusehen, dass die Neuerungen für jedes Institut technisch wie personell weiterhin einen nicht zu unterschätzenden Umsetzungsaufwand implizieren – trotz des etwas gelockerten Zeitrahmens für die Erstmeldungen.

  • Die Meldeanforderungen bedeuten vor allem einen signifikanten Anstieg der an die Aufsichtsbehörden zu meldenden Datenvolumina. Darüber hinaus verlangen die Anforderungen an Datenverfügbarkeit und Konsistenz der zu meldenden Daten nach einem qualitativen Sprung: Gegenüber dem derzeitigen Stand in zahlreichen Instituten wird dies kaum allein durch Veränderungen in den IT-Bereichen zu schaffen sein. Vielmehr bedarf es effizienterer Meldeprozesse, eines höheren Integrationsgrads mit dem Rechnungswesen und dem internen Management-Reporting sowie eines besseren Datenqualitätsmanagements.
  • Neben der kurzfristig anstehenden Lösung konzeptioneller Herausforderungen empfiehlt es sich, gleichzeitig über eine langfristig stabile Plattform für das zukünftige Meldewesen nachzudenken. Zahlreiche Institute bauen die Anzahl und Qualifikationen der Mitarbeiter im Meldewesen spürbar aus und bereiten eine stärkere Verzahnung mit angrenzenden Bereichen wie dem Rechnungswesen (FINREP) oder Treasury (LCR/NSFR) vor. Gleichzeitig sind leistungsfähige IT-Architekturen und eine stärkere Automatisierung von Prozessen unabdingbar. Die neuen Prinzipien des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht zur effektiven Aggregation von Risikodaten und Risikoberichterstattung (BCBS 239) vom Januar 2013 können hierzu wertvolle Hinweise auch für Herausforderungen in der externen Berichterstattung liefern.

Unsere Dienstleistungen

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