Ausländische Unternehmen loben Standort Deutschland | KPMG | DE

KPMG-Umfrage: Ausländische Unternehmen loben Standort Deutschland

Ausländische Unternehmen loben Standort Deutschland

Trend zu mehr Fusionen und Übernahmen statt Neuansiedlungen

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In Zeiten zunehmender wirtschaftlicher Unsicherheiten durch den „Brexit“ oder eines verstärkten Protektionismus durch US-Präsident Trump behauptet sich Deutschland als sicherer Hafen für Investoren. Die Bundesrepublik spielt eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung, steht für Innovation und überzeugt durch einen hohen Lebensstandard, eine sehr gute Infrastruktur und hohe öffentliche Sicherheit. Das zeigt eine KPMG-Umfrage unter 529 CFOs deutscher Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne zur „Business Destination Germany 2018“.

Hohes Investitionsinteresse /Hürden Steuersystem und Fachkräftemangel

95 Prozent der Tochtergesellschaften geben an, innerhalb der nächsten drei Jahre in Deutschland investieren zu wollen, knapp ein Drittel davon sogar mindestens zehn Millionen Euro jährlich. Auffällig ist, dass sich die Investitionsweise verändert hat: So verzeichnete man mit 839 M&A-Projekten in 2016 den höchsten Stand seit zehn Jahren. Die Zahl der Neuansiedlungen (Greenfield-Projekte) dagegen sank hingegen auf 592 - den niedrigsten Wert seit fünf Jahren. Sowohl das Steuersystem als auch der Arbeitsmarkt in Deutschland werden als Herausforderung angesehen. Mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) sieht die Bundesrepublik im EU-Vergleich bezüglich der Verfügbarkeit von Arbeitskräften nicht unter den Top 5.

Andreas Glunz, Bereichsvorstand „International Business“ bei KPMG: „Deutschlands Erfolg ist sein Problem. Die niedrige Erwerbslosenquote macht es Unternehmen immer schwerer, geeignete Fachkräfte zu finden. Daher sollten die Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne frühzeitig zusätzliche Investitionen in ihr Employer Branding, die Personalfindung und ihre regionale Standortpolitik prüfen. Ausländische Unternehmen haben außerdem den Nachteil, dass sie weniger bekannt und beliebt sind wie ihre deutschen Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt.“

Briten optimistisch, Amerikaner und Chinesen pessimistisch

Die Beurteilung der wirtschaftlichen Situation und deren Aussichten unterscheidet sich dabei je nach Herkunftsland des Mutterkonzerns deutlich: Die britischen Unternehmen beurteilen über alle Branchen hinweg Deutschlands Situation und ihre eigene Lage in der Bundesrepublik besser als der Durchschnitt. Pessimistisch dagegen sind die amerikanischen Unternehmen – sowohl für Deutschland insgesamt als auch für ihre deutsche Tochtergesellschaft: 42 Prozent reagieren mit Skepsis auf die politischen Entwicklungen in Europa und bewerten die Aussichten ihrer Tochtergesellschaft höchstens mit „mittel“. Ähnlich die chinesischen Unternehmen: Nur 48 Prozent bewerten der die Lage ihres Unternehmens in Deutschland als „gut“ oder „sehr gut“.

Andreas Glunz, Bereichsvorstand „International Business“ bei KPMG: „Chinesische Investoren haben in den letzten Jahren und insbesondere 2016 den deutschen Markt regelrecht gestürmt, stets auf der Suche nach neuen Absatzmärkten und technologischem Know¬how. Doch der Markteintritt ist eine Sache, langjähriger Erfolg eine andere. Unternehmen aus Industrienationen sind zumeist bereits seit Jahrzehnten in Deutschland aktiv und kennen den Markt. Chinesischen Investoren fehlt diese Erfahrung aktuell noch. Doch sie lernen schnell – und sind nicht zu Unrecht optimistisch, dass sie bereits in drei Jahren ähnlich erfolgreich sein können wie andere ausländische Investoren.“

Innovationstreiber Deutschland / Führende Rolle bei der Digitalisierung

Die Bundesrepublik wird von mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen als eine der fünf besten Forschungslandschaften in der EU angesehen. 30 Prozent der befragten Unternehmen profitieren mit eigenen Forschungs¬ und Entwicklungseinrichtungen in Deutschland von diesem Umfeld, mit denen sie vor allem die Entwicklung ihrer Produkte zur Marktreife in der Bundesrepublik vorantreiben wollen. Auch bei der Digitalisierung spielt die Bundesrepublik für über 60 Prozent eine wichtige (37 Prozent) oder gar „sehr wichtige“ Rolle (30 Prozent), womit Deutschland als eines der in Europa führenden Länder in Sachen Digitalisierung wahrgenommen wird. 

Zur Methodik

Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut KANTAR Emnid im Auftrag von KPMG telefonisch 529 CFOs privatwirtschaftlicher deutscher Tochtergesellschaften ausländischer Mutterkonzerne, wobei jeweils nur die größte Tochtergesellschaft pro Mutterkonzern angesprochen wurde. Jeweils mindestens 50 Tochtergesellschaften stammen aus jedem der acht größten Investorenländer der letzten Jahre – den USA, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, China und Japan. Befragt wurden Unternehmen mit einem Jahresumsatz in Deutschland von mindestens 50 Millionen Euro. 49 Prozent der befragten Unternehmen erwirtschafteten zwischen 100 bis 500 Mio €, 8 Prozent mindestens 500 Mio. €.

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