KPMG-Umfrage: Europäische Banken weiten ihre Immobilienfinanzierung aus

Europäische Banken weiten Immobilienfinanzierung aus

Mangel an 1a-Projekten könnte mittelfristig die Portfolio-Qualität gefährden

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Rund  90 Prozent aller Banken in den führenden und etablierten Immobilienmärkten Europas haben ihre Aktivitäten im Bereich der Immobilienfinanzierung im Vergleich zum Vorjahr mindestens konstant gehalten oder sogar ausgeweitet. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Finanzierung von vermieteten Immobilien. So das Ergebnis einer KPMG-Umfrage unter mehr als 90 Banken in 21 europäischen Ländern, die anlässlich der Immobilienmesse EXPO REAL heute veröffentlicht wurde. In der Umfrage stellte sich heraus, dass Banken den Mangel an hochwertigen Immobilien als entscheidenden Einflussfaktor auf die Qualität Ihrer Kreditportfolien betrachten. Dieser Mangel könnte somit mittelfristig dazu führen, dass die Qualität der Kreditportfolien europäischer Banken absehbar sinkt.

Sven Andersen, Partner im Bereich Deal Advisory bei KPMG: „Es ist sehr erfreulich, dass fast alle Banken, insbesondere in den führenden Immobilienmärten Europas, ihre Immobilienfinanzierungen ausweiten. In den etablierten Immobilienmärkten besteht jedoch zunehmend ein Mangel an hochwertigen Immobilien. Daher kommt es darauf an, welche Risiken die Banken einzugehen bereit sind, etwa durch Projektentwicklungen oder Finanzierungen an sogenannten B-Standorten.“

Den höchsten Anteil ausfallgefährdeter Immobilienkredite in den Portfolios der Banken auf den führenden Märkten Europas verzeichnen Immobilien in Spanien. Hier läuft nach Aussage der Banken die Hälfte aller Kredite Gefahr, auszufallen, ein Drittel aller Kredite sehen die Befragten dabei sogar als „ernsthaft gefährdet“ an. Vergleichsweise hoch ist der Anteil gefährdeter Immobilienkredite auf den etablierten Märkten Slowakei (27 Prozent) und Niederlande (18 Prozent) sowie Großbritannien und Italien (jeweils 15 Prozent). Der Anteil ausfallgefährdeter Kredite auf dem deutschen beträgt hingegen nur sechs Prozent. 

Die Mehrheit der befragten Banken geht davon aus, durch Restrukturierungen den größten Teil der ausfallgefährdeten Kredite – nämlich 60 Prozent - erfolgreich managen zu können. Am höchsten ist diese Quote in Tschechien (82 Prozent), Österreich (80 Prozent) und Schweden (79 Prozent). Deutschland hingegen liegt hier mit einer Quote von 58 Prozent noch unter dem europäischen Durchschnitt. 

Der Wettbewerb innerhalb der Kreditinstitute - aber auch zwischen Kreditinstituten und alternativen Kreditgebern - hat sich verschärft. Dies ist insbesondere in den reiferen Märkten der Fall. Die Befragten gaben an, dass ihre größten Konkurrenten unter den alternativen Kreditgebern nicht vor Ort ansässige Geschäftsbanken seien, gefolgt von Private Equity-Fonds und Debt Funds sowie Versicherern und Pensionsfonds. 

Wichtigste Kriterien für eine Finanzierung sind nach übereinstimmender Aussage der befragten Banken ein solides Geschäftsmodell und die Qualität der Immobilie. Zunehmender Wettbewerb und ein sich verbesserndes gesamtwirtschaftliches Umfeld haben dabei im Vergleich zum Vorjahr die Marge im Durchschnitt sinken lassen. Für projektierte Büroimmobilien in Deutschland, Großbritannien oder Spanien liegt diese nach Angabe der Banken zwischen 2,0 und 4,0 Prozent, bei Bestandsimmobilien zwischen 1,4 und 3,1 Prozent. Deutsche Banken verlangen dabei den geringsten Aufschlag.

Sven Andersen: „Insgesamt befindet sich der europäische Immobilienfinanzierungsmarkt weiterhin auf einem Pfad der Erholung. In allen untersuchten Ländern wollen die Banken Ihre Geschäftsaktivitäten ausweiten. Dies gilt insbesondere für die Finanzierung von Bestandsimmobilien.“

Die Studie ist hier zum Download verfügbar:

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