KPMG-Studie zur Technologiekompetenz in Medienunternehmen: Wachstumspotenzial noch längst nicht ausgeschöpft

KPMG-Studie zur Technologiekompetenz

Die digitale Transformation stellt neue Anforderungen an die Kompetenzen von Medienunternehmen.

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Die digitale Transformation stellt neue Anforderungen an die Kompetenzen von Medienunternehmen. Neben der klassischen Content-Kompetenz gewinnt Technologie-Know-how zunehmend an Bedeutung. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG hat daher im Sommer 2015 eine Umfrage zum Stand der Technologiekompetenz in den etablierten Medienunternehmen in Deutschland durchgeführt. 115 Entscheider aus Unternehmen verschiedener Größenordnung und Marktsegmente haben ihre Antworten gegeben. 

 

Ganzheitliche Technologiestrategie fehlt

Ein zentrales Ergebnis: Über zwei Drittel der befragten Medienunternehmen haben die Beherrschung digitaler Technologien als strategischen Erfolgsfaktor erkannt. Aber nur rund 10 Prozent der Medienunternehmen haben eine Technologiestrategie bzw. einen ganzheitlichen Technologieansatz ausgearbeitet.

Stephan Köhler, Consulting Partner von KPMG und verantwortlich für die Studie, erklärt dazu: „Das ist fatal. Denn Technologie ist heute auch ein strategisches Instrument zur Wachstumssteigerung, zur Erschließung neuer Geschäftsfelder und zur Stärkung der Kundenbindung. Umso wichtiger ist die Definition und konsequente Umsetzung einer ganzheitlichen Technologiestrategie.“

Zugleich muss eine weitere Herausforderung gemeistert werden: die Beschaffung der nötigen Ressourcen. Denn – auch das zeigt die KPMG- Studie – ein Mangel an Know-how, Fachkräften und Kapital sind die größten Hürden, die einem verstärkten Ausbau von Technologiekompetenz im Wege stehen. 

„Kein Medienunternehmen wird ohne substanzielle Technologiekompetenz langfristig erfolgreich sein“, betont Markus Kreher, Leiter des Bereichs Media bei KPMG. „Für den Aufbau von Technologiekompetenz braucht es einen ‚digitalen Masterplan‘, um Ressourcen und Kompetenzen an den richtigen Stellen und in ausreichendem Umfang bereitzustellen.“

  

Erschließung digitaler Geschäftsfelder erfolgt zögerlich

Dem Großteil der Medienunternehmen ist bewusst, wie wichtig die digitale Transformation für den Unternehmenserfolg ist. Gleichwohl zögern viele noch beim Aufbau neuer digitaler Geschäftsfelder. Eine weitreichende Expansion in neue digitale Produktbereiche – wie sie bei einigen großen Medienhäusern zu beobachten ist – findet nicht auf breiter Basis statt. Häufig konzentriert sich die Diversifikation auf E-Commerce und Veranstaltungsdienste. Nur wenige Medienunternehmen sind dagegen in Geschäftsfeldern wie beispielsweise Datendienste, Softwareentwicklung für Dritte oder webbasierte Bildungsangebote („E-Learning“) tätig. 

Bestimmte Technologien bzw. technologiebasierter Tools, die in anderen Wirtschaftszweigen schon auf breiter Basis zum Einsatz kommen, werden in der Medienbranche bis dato eher selten genutzt. Weit verbreitet sind Social Media Tools. Bereits 70 Prozent der deutschen Medienunternehmen nutzen entsprechende Plattformen. Auch Streaming Media hat sich weitestgehend etabliert. Hinsichtlich anderer innovativer Technologien wie Big Data und Location-based Services agiert die Mehrheit der Medienunternehmen bis dato sehr zurückhaltend.

KPMG-Partner Stephan Köhler sieht darin ein gewisses Risiko: „Eine erstaunlich große Zahl an Medienunternehmen nutzt die Potenziale moderner Technologien nicht voll aus. Um die Interessen und Gewohnheiten der Kunden besser zu verstehen, reicht es nicht mehr aus, Abonnentenzahlen oder Einschaltquoten auszuwerten. Vielmehr braucht es für eine systematische Analyse der Zielgruppen  und ihres Nutzungsverhaltens fundierte Data & Analytics-Kompetenzen. Hier haben viele deutsche Medienunternehmen noch Nachholbedarf.“

 

Erfolgsfaktor digitale Technologien

Gleichzeitig zeigt die KPMG-Umfrage aber auch, dass die große Mehrheit der Medienunternehmen die Beherrschung digitaler Technologien als strategischen Erfolgsfaktor erkannt hat. Dienten Informations- und Kommunikationstechnologien lange Zeit vornehmlich der Kostensenkung und Effizienzsteigerung, versprechen sich die Unternehmen jetzt Umsatzsteigerungen in neuen Geschäftsbereichen (über 50 Prozent der Befragten) ebenso wie in etablierten Geschäftsbereichen (rund 30 Prozent). Jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) erwartet eine Verbesserung der Kundenbeziehungen. Entsprechend plant die große Mehrheit erhöhte Investitionen in digitale Technologien, vor allem in produkt- bzw. kundennahen Geschäftsbereichen.

 

Deutlicher Kompetenzzuwachs

Die KPMG-Studie zeigt, dass viele Medienunternehmen bereits Technologie-Kompetenz aufgebaut haben bzw. an einem weiteren Kompetenzausbau arbeiten. Große Medienhäuser sind dabei weiter fortgeschritten als kleine, und Fernseh- und Radioanbieter haben tendenziell eine etwas größere Technologiekompetenz als Verlagshäuser.  

Prof. Dr. Thomas Hess von der LMU München stellt fest: „Medienunternehmen beschränken sich nicht mehr nur auf den Betrieb von Systemen oder auf die Bedienung bestimmter Software-Programme. Viele von ihnen integrieren verschiedene Technologien zu neuen, kundengerechten Lösungen. Einige entwickeln Anwendungen oder Systeme gänzlich selbst. Ein Stück weit werden Medienhäuser zu IT-Unternehmen.“ 

Sie finden die Studie unter:

www.kpmg.de/technologiekompetenz

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