KPMG-Analyse: 2013 weniger strategische Übernahmen im Transportsektor, aber Zunahme der Transaktionsvolumen

KPMG-Analyse: 2013 weniger strategische Übernahmen

 

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Berlin, 13. Januar 2014

Überblick

  • Konsolidierung der Branche legt 2013 eine Verschnaufpause ein: Anzahl der Übernahmen rückläufig, Gesamtvolumen aufgrund einiger großer Transaktionen im Bereich Infrastruktur jedoch angestiegen
  • Deutlicher Rückgang der strategischen M&A-Aktivitäten– Unternehmen konzentrieren sich auf Kostenoptimierung und organisches Wachstum
Laut einer aktuellen Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG, die auf Zahlen von Thomson Financial beruht, ist die Anzahl der weltweiten Fusionen und Übernahmen (M&A) im Transport- und Logistiksektor im Jahr 2013 insgesamt um 13% auf 872 zurückgegangen (Vorjahr: 1.003, siehe Grafik 1). Gleichzeitig ist das Gesamtvolumen der Transaktionen um 16% auf insgesamt 51,5 Mrd. USD angestiegen (Vorjahr: 44,4 Mrd. USD). Dies zeigt, dass die durchschnittlichen Transaktionsvolumen im Transportsektor 2013 angestiegen sind. Grund hierfür ist eine geringere Anzahl an kleinvolumigen Insolvenz-Transaktionen (sog. distressed M&A), wie sie nach der Finanzkrise 2008 und dem Zuspitzen der Eurokrise 2011 beobachtbar waren.
 
Für den Anstieg des Gesamtvolumens sorgten im Wesentlichen großvolumige Übernahmen im Bereich Verkehrsinfrastruktur (See- und Flughäfen). Eine Zunahme der M&A-Aktivitäten war 2013 auch bei den Fluggesellschaften zu beobachten (maßgeblich bedingt durch die vollzogene Verschmelzung von US Airways und American Airlines mit einem Volumen von rund 3 Mrd. USD). Die Übernahmen im Bereich Schifffahrt und dem größten Bereich des Transportsektors - Landtransport, Spedition und Logistik - gingen dagegen 2013 jeweils deutlich zurück.
 
Dr. Steffen Wagner, Partner und Leiter des Transportsektors bei KPMG: „Die Transportunternehmen konzentrieren sich aktuell stärker auf interne Kostenoptimierungen, Investitionen in IT und Transportmittel sowie die Entwicklung neuer Erlösmodelle - beispielsweise in Zusammenhang mit neuen Konzepten für die Zustellung von Online-Bestellungen. Großvolumige Übernahmen standen 2013 deutlich seltener auf der Agenda als noch in den vergangenen Jahren. Grund hierfür ist auch das anhaltend herausfordernde Marktumfeld der Unternehmen im Sektor. Zwar wächst der Markt in fast allen Bereichen, der Anstieg der Kosten und die scharfe Konkurrenz sorgen jedoch für eine angespannte Ertrags- und Margensituation, insbesondere im Bereich Luft- und Schifffahrt sowie bei den Speditionen. Statt viel Geld in Fusionen und Übernahmen zu stecken, versuchen die Unternehmen eher, durch strategische Kooperationen und Allianzen ihre Einkommenssituation zu verbessern. Prominentes Beispiel hierfür ist die P3 Kooperation der drei größten Linienreedereien.
 
“Starke Zunahme der Transaktionen im Bereich See- und Flughäfen
Stark zugenommen haben 2013 die M&A-Aktivitäten im Bereich Infrastruktur. Aufgrund der starken Zunahme der Transaktionen bei See- und Flughäfen war der Infrastrukturbereich 2013 verantwortlich für rund 60% des gesamten Transaktionsvolumens im Transportsektor (im Durchschnitt der fünf Jahre davor lag der Anteil lediglich bei 20%). Neben strategischen Investoren wie Flughafen- und Terminalbetreibern waren es hier insbesondere Finanzinvestoren, die sich weltweit mit Milliardenbeiträgen an Infrastrukturbetreibern und -assets beteiligten. Insgesamt kam es 2013 zu Infrastruktur-Transaktionen im Wert von 30,9 Mrd. USD, womit sich die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifacht haben (siehe Grafik 2). Entsprechend wird die Liste der größten Übernahmen im Transportsektor 2013 dominiert von Infrastruktur-Transaktionen.
 
Steffen Wagner: „Finanzinvestoren wie Pensionskassen und Staatsfonds besitzen traditionell ein großes Interesse an Infrastruktur-Unternehmen und Anlagen wie Flughäfen. Der Grund liegt in ihrem vergleichsweise sicheren Geschäftsmodell und den stabilen Cashflows, die sie generieren. Zudem bietet der Luft- und Seeverkehr nach wie vor hohe Wachstumsperspektiven, insbesondere in den Emerging Markets. Im Gegensatz zu Transportunternehmen wie Airlines, Reedereien und Speditionen sind die Infrastrukturbetreiber zudem weniger von steigenden Kosten und der Konkurrenz zu anderen Wettbewerbern betroffen.
 
“Zunahme der Transaktionsvolumen in Asien und Europa
Deutlich zugenommen haben die Transaktionsvolumen 2013 in der Asien-Pazifik Region (von 9,5 auf 18,2 Mrd. USD). Auch in Europa sind die Volumen um 28% auf 23,5 Mrd. USD angestiegen (von 18,4 Mrd. USD im Vorjahr). Maßgeblich für den Anstieg in beiden Regionen waren wiederum die großvolumigen Transaktionen im Infrastruktur-Umfeld. Gleichzeitig ist in Europa die Anzahl der Transaktionen um 20% auf gut 400 zurückgegangen (von rund 500 im Vorjahr). In Latein- und Nordamerika sind sowohl die Volumen als auch die Anzahlen der Fusionen und Übernahmen im Transportsektor 2013 zurückgegangen (siehe Grafik 3). Insgesamt sind damit nach wie vor Europa und Asien die dominierenden Regionen für M&A-Aktivitäten im Transportsektor.
 
Ausblick von Steffen Wagner: „Die Konsolidierung der Branche über einen Zukauf von Marktanteilen durch Fusionen und Übernahmen stockt derzeit. Erst wenn die Unternehmen des Sektors ihre gesetzten Ertragsziele erreichen, ist daher wieder mit strategischen großvolumigen Übernahmen zu rechnen. Dies gilt besonders für die Airlines und Reedereien. Im Bereich Spedition und Logistik ist mit weiteren punktuellen Fusionen und Übernahmen zur Weiterentwicklung der Geschäftsfelder der Unternehmen und zur regionalen Expansion zu rechnen – diese werden sich jedoch im mittleren Größenbereich befinden. Nur wenn sich das M&A-Geschehen im Bereich Infrastruktur auf vergleichbarem Niveau fortsetzt, ist daher im Transportsektor 2014 mit Transaktionsvolumen in der Größenordnung der Vorjahre zu rechnen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Bewertungsniveaus der Transaktionen im Sektor, die aktuell stagnieren.“
 
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