KPMG: Neue Leasingbilanzierung würde Airlines mit über 100 Milliarden US Dollar Schulden belasten

Neue Leasingbilanzierung würde Airlines belasten

Deutliche Auswirkungen auf Bilanzsummen, Finanzkennzahlen und Dividenden

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Berlin, 12. August 2013 - Internationale Fluggesellschaften müssen sich darauf einstellen, in ihren Bilanzen künftig deutlich höhere Verbindlichkeiten auszuweisen. Vorgesehene Änderungen an den Bilanzierungsvorschriften für Leasingverträge würden alleine die 20 größten Fluggesellschaften mit zusätzlichen Schulden von über 100 Milliarden US Dollar  belasten. Das hat eine aktuelle Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG ergeben.

Dr. Steffen Wagner, Partner und Leiter des Sektors Transport und Tourismus bei KPMG: „Insbesondere Fluggesellschaften mit einem hohen Anteil geleaster Flugzeuge müssten sich auf weitreichende Folgen des neuen Bilanzierungsstandards einstellen. Milliardenbeträge wären dann als zusätzliche Schulden zu bilanzieren. Dies würde sowohl Kreditvereinbarungsklauseln (Covenants) als auch diverse Leistungskennzahlen wie EBITDA und letztlich auch Dividendenzahlungen beeinflussen.“

Der von den internationalen Standardsettern vorgelegte und derzeit diskutierte Entwurf zur Leasingbilanzierung sieht eine fundamentale Änderung bei der Bilanzierung von Leasingverhältnissen vor: Künftig sollen beinahe sämtliche Leasingverhältnisse einschließlich der einher gehenden vertraglichen Nutzungsrechte und Verpflichtungen in der Bilanz des Leasingnehmers abgebildet werden. Bisherige Ausnahmemöglichkeiten sollen künftig entfallen. Mit dem aktuellen Vorschlag soll die vielfach kritisierte Praxis der Off Balance sheet-Bilanzierung von Leasingverträgen eingeschränkt werden. Diese resultierte aus der bisherigen Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasingverträgen, wobei Vermögenswerte und Schulden aus Operating-Leasingverträgen aktuell beim Leasingnehmer bilanziell nicht erfasst werden.

Steffen Wagner: „Diese Entwicklung trifft die Fluggesellschaften in einer ohnehin schwierigen Marktsituation. Besonders Fluggesellschaften, deren Flotte durch zahlreiche neue Leasingverträge in Zukunft stark anwächst, müssten mit einer Zunahme der Verbindlichkeiten rechnen. Zudem würden die in der Branche häufig genutzten Sale-and-Lease-Back-Transaktionen durch die Änderungen für die Airlines an Attraktivität verlieren.“

Dabei werden erworbene Flugzeuge von den Airlines zunächst unmittelbar veräußert, um danach von einer Leasing-Gesellschaft zurückgemietet zu werden. Innerhalb des nun überarbeiteten Entwurfes werden diese Sale-and-Lease-Back-Transaktionen in der Bilanz der Airlines als Leasingnehmers erfasst, was bei Transaktionen, die nach den aktuellen Regelungen zu einem Operating-Leasingverhältnis führen, oft nicht der Fall ist.

Steffen Wagner: „Die Airlines müssen nun abschätzen, inwieweit sie von den vorgeschlagenen Veränderungen betroffen sind, wie ihre Mitarbeiter und Rechnungslegungssysteme auf die Regelungen vorbereitet sind und welche Auswirkungen auf ihre finanziellen und operativen Leistungskennzahlen zu erwarten sind.“

Den Erstanwendungszeitpunkt der neuen Regelungen wird das IASB erst nach Auswertung der Ergebnisse der Kommentierungsphase festlegen, die am 13. September 2013 endet.

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