KPMG: Stimmung am M&A-Markt bleibt nervös

KPMG: Stimmung am M&A-Markt bleibt nervös

Wirtschaftliche Unsicherheit dämpft Kaufappetit der Unternehmen – Kassen für Übernahmefinanzierungen gut gefüllt

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Berlin, 25. Juli 2013. Die Stimmung am globalen M&A-Markt bleibt nervös, obgleich der Übernahmeappetit der Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen ist und die Kassen für Übernahmefinanzierungen gut gefüllt sind. Das ist das Ergebnis des jüngsten KPMGPredictor,einem globalen M&A-Indikator, der seit 2007 zwei Mal jährlich von KPMG erhoben wird. Er ermittelt anhand von erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGVs) der 1.000 größten Unternehmen weltweit deren Übernahmeappetit sowie anhand der Verschuldungsquote der Unternehmen ihre Fähigkeit Übernahmen zu finanzieren.

Im Jahresvergleich sind die erwarteten KGVs der Unternehmen zum Ende Juni 2013 nach Erhebungen von KPMG weltweit um 14 % gestiegen, in Europa sogar um 17 % und in Deutschland um 20 %. Allerdings sind die Werte seit Jahresanfang 2013 global fast gleich geblieben und in Europa und Deutschland nur unwesentlich gestiegen. Dies ist ein Indikator dafür, dass sich das Marktvertrauen der Unternehmen und damit ihre Übernahmebereitschaft seit Anfang des Jahres nicht wesentlich verbessert haben.

Während das Marktvertrauen der Unternehmen nicht weiter zugenommen hat, steigt ihre Fähigkeit, Übernahmen zu finanzieren: So wird die Verschuldungsquote der Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten global um 13 % zurückgehen, in Europa um 8 % und in Deutschland sogar um 17 %, was Mittel für mögliche Akquisitionen freisetzt.

Die Tatsache, dass die Unternehmen trotz dieser finanziellen Spielräume keinen gesteigerten Übernahmeappetit zeigen, ist laut KPMG auf das weiterhin unsichere makroökonomische Klima zurückzuführen: „Obgleich die erwartete Finanzierungsfähigkeit der Unternehmen schon seit einigen Jahren steigt, überlagert die allgemeine Unsicherheit über die Entwicklung der Weltwirtschaft den M&A-Markt“, erklärt Leif Zierz, Bereichsvorstand Transactions & Restructuring KPMG Deutschland. „Dieses Ungleichgewicht wird dazu führen, dass die Interessen-gegensätze zwischen Unternehmen und ihren Anteilseignern bezüglich der Verwendung überschüssiger Liquidität zunehmen werden.“

„Im gesamteuropäischen Vergleich schneidet Deutschland sowohl in Bezug auf den Übernahmeappetit der Unternehmen wie auch ihre Fähigkeit, Akquisitionen zu finanzieren, überdurchschnittlich ab. Seit Beginn des Jahres sind die erwarteten KGVs der Unternehmen in Deutschland immerhin um 4 % gestiegen. Die Verschuldungsquote der Unternehmen wird in den nächsten zwölf Monaten voraussichtlich um stattliche 17 % sinken“, ergänzt Zierz. „Wir sind deshalb weiterhin optimistisch, dass es mittelfristig zu einer Belebung des deutschen M&A-Marktes kommen wird, auch bei den mittelgroßen Transaktionen.“ Laut Zierz wird auch die zunehmende Aktivität von Private Equity-Investoren dazu beitragen, dass es in Deutschland wieder mehr Transaktionen geben wird.

Transaktionsvolumen weiter fallend

Nach den Erhebungen von KPMG sind die Transaktionsvolumen im Jahresvergleich zum Ende Juni 2013 weltweit um fast 10 % gefallen. Besonders betroffen waren die Regionen Asien-Pazifik sowie Afrika und Naher Osten. Auch der Wert der Transaktionen ging nach einem kurzen Anstieg zu Jahresbeginn 2013 zum Ende Juni wieder auf das Niveau vom Jahresende 2012 zurück. „Die Auswertung der Top 1.000 Unternehmen zeigt, dass das Marktvertrauen zwar verhalten aber dennoch vorhanden ist“, erklärt Zierz. „Das zeigt sich am besten in den durchschnittlichen Werten der Transaktionen, die weiter steigend sind.

Über den KPMG-Predictor:

Der KPMG M&A Predictor ist ein Indikator, der seit 2007 zwei Mal im Jahr erhoben wird. Ziel ist es, die Chancen für M&A-Aktivitäten auf 12-Monats-Sicht vorherzusagen. Gemessen wird einerseits den „Übernahmeappetit“ der Unternehmen, andererseits die Fähigkeit, künftige Übernahmen zu finanzieren. Dabei werden die erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnisse (P/E Ratios) mit dem Marktvertrauen der Unternehmen beziehungsweise dem Appetit auf Übernahmen gleichgesetzt. Für die Fähigkeit, künftige Übernahmen zu finanzieren wird die Verschuldungsquote (Nettoschulden/EBITDA) herangezogen.

Für die Analyse werden Daten der 1.000 größten Unternehmen weltweit (gemessen an der Marktkapitalisierung) ausgewertet. Datenbasis ist der S&P Capital IQ. Nicht berücksichtigt werden die Daten von Finanzdienstleistern und Unternehmen aus der Immobilienbranche, weil die Verschuldungsquote in diesen Branchen keine aussagekräftige Kennziffer für die Fähigkeit zur Übernahmefinanzierung ist.

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