Stiftungen als Vorreiter für mehr Wirkungsorientierung

Stiftungen als Vorreiter für mehr Wirkungsorientierung

Neue Studie untersucht die Relevanz der gesellschaftlichen Wirkung bei der Steuerung von deutschen Non-Profit-Organisationen

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Düsseldorf, 16. Mai 2013. 94 Prozent der Non-Profit-Organisationen meinen, dass im "Dritten Sektor" die Frage nach der Wirkung der eigenen Arbeit zukünftig noch wichtiger werden wird. Doch nur 22 Prozent haben derzeit ein klares Konzept, um diese zu erfassen. Förderstiftungen arbeiten dabei wirkungsorientierter als andere Non-Profit-Organisationen. Sie können als innovative und unabhängige Treiber für mehr Wirkungsorientierung fungieren.

Zu diesen Ergebnissen gelangt die Studie "Wirkungsorientierte Steuerung in Non-Profit-Organisationen", die in Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, dem Institut für den Öffentlichen Sektor e.V. und dem Analyse- und Beratungshaus PHINEO gAG entstanden ist und heute auf dem Deutschen Stiftungstag offiziell präsentiert wird. Für die Studie wurden deutschlandweit 83 gemeinnützige Organisationen unterschiedlicher Rechtsform und Größe besucht und befragt, davon 32 Stiftungen. Ein Fokus lag auf großen sozialen Dienstleistungsorganisationen.

Drei Viertel der gemeinnützigen Organisationen bewerten demzufolge den Erfolg ihrer Arbeit an der Zufriedenheit ihrer Zielgruppen und der Qualität ihrer Dienstleistungen. Während Wirkungsorientierung im Rahmen der strategischen Planung häufig stark ausgeprägt ist, fehlt es den meisten Organisationen allerdings bislang an geeigneten Instrumenten und Standards, um die genaue Wirkung ihrer Arbeit zu erfassen, daraus zu lernen und die Erkenntnisse im täglichen Management gewinnbringend einzusetzen.

Die besten Ergebnisse erzielen neben Förderstiftungen gemeinnützige Einrichtungen im Bildungsbereich und solche Organisationen, bei denen ein eigener Arbeitsbereich für Wirkungsfragen etabliert ist.

Der Staat, der in vielen zentralen Politikfeldern - insbesondere im Sozial- und Gesundheitsbereich - auf die Arbeit gemeinnütziger Organisationen setzt und den Dritten Sektor dafür jährlich in zweistelliger Milliardenhöhe fördert, könnte als zentraler Treiber für Wirkungsorientierung fungieren. Das wünschen sich auch die Organisationen. 75 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Nachfrage der öffentlichen Hand nach Informationen zur Wirkung ihrer Arbeit einheitlicher sein sollte; 60 Prozent sind der Ansicht, dass dafür auch mehr Gelder bereitgestellt werden müssten.

Der öffentlichen Hand geht es bei der Mittelvergabe allerdings häufig vorrangig darum, dass eine gemeinnützige Organisation kostengünstig arbeitet. Gerade im Sozial- und Gesundheitsbereich födert sie einen zunehmenden Wettbewerb zwischen gemeinnützigen Organisationen und gewinnorientierten Wirtschaftsunternehmen. Anstelle eines Qualitätswettbewerbs stellt hier der Preis oftmals das entscheidende Kriterium dar.

Dr. Ferdinand Schuster, Geschäftsführer des Instituts für den öffentlichen Sektor e.V.:
"Vor dem Hintergrund ohnehin knapper Budgets im Sozialbereich hat die derzeitige Praxis Folgen: Müssen sich gemeinnützige Einrichtungen im Kampf um Fördermittel hauptsächlich auf nackte (Finanz-) Ergebnisse und Mittelverwendungsnachweise konzentrieren, droht der gesellschaftliche Nutzen aus dem Blick zu geraten. Die öffentliche Hand sollte bei der Vergabe von Fördermitteln darauf achten, dass sie nicht nur auf die Kosteneffizienz sondern auch auf die Wirksamkeit einer Maßnahme ausgerichtet sind."

Dr. Andreas Rickert, Vorstandsvorsitzender der Phineo gAG:
"Mehr als einen Wettbewerb um den günstigsten Anbieter brauchen wir einen Wettbewerb um Qualität und gesellschaftliche Wirkungen. Eine gemeinnützige Einrichtung kann im Sinne einer Kosten-Nutzen-Rechnung sehr effizient arbeiten, aber dennoch daran scheitern, ihre gewünschte Wirkung zu erreichen. Bemisst sich etwa der Erfolg einer öffentlich finanzierten Weiterbildungsmaßnahme lediglich an der Teilnehmerzahl, nicht jedoch daran, was die Teilnehmer gelernt haben, können die eingesetzten Ressourcen verpuffen."

Sascha Voigt de Oliveira, Head of Nonprofit Organisations und Partner KPMG:
"Der Non-Profit-Sektor ist in der jüngeren Vergangenheit durchaus erfolgreich den vielfach geforderten Weg in Richtung stärkerer Professionalisierung und betriebswirtschaftlicher Effizienz gegangen. Die Ausrichtung auf einen gesellschaftlichen Mehrwert und nichtfinanzielle Zielsetzungen macht jedoch weiterhin den Wesenskern und die Stärke gemeinnütziger Einrichtungen aus. Wenn sich der Trend fortsetzt, besteht die Gefahr, dass sich gemeinnützige Einrichtungen eines Tages kaum noch von ihren gewinnorientierten Mitbewerbern unterscheiden."

Die Studie zur "Wirkungsorientierten Steuerung in Non-Profit-Organisationen" steht kostenfrei zum Download bereit unter www.publicgovernance.de; www.kpmg.de/stiftungen und www.phineo.org.

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KPMG AG

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Marita Reuter/Thomas Blees

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