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«CEO hören immer mehr auf ihr Bauchgefühl»

«CEO hören immer mehr auf ihr Bauchgefühl»

KPMG hat in einer weltweiten, branchenübergreifenden Studie über 1‘300 CEO zu deren mittel- und langfristigen Wachstumsperspektiven, zu deren Umgang mit Digitalisierung und geopolitischer Volatilität sowie zur Bedeutung strategischer Allianzen befragt. Im Interview spricht Stefan Pfister, CEO KPMG Schweiz, über die wichtigsten Erkenntnisse aus dem KPMG CEO Outlook 2018.

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“CEOs are more frequently going with their gut feeling”

Welche Herausforderungen stellen sich den Unternehmen mittelfristig?

Geopolitische Volatilitäten und damit verbundene Renationalisierungstendenzen, fundamentale demografische Verschiebungen sowie zunehmende Cyberrisiken sind die grössten Herausforderungen, denen sich Unternehmen mittelfristig zu stellen haben werden. Insgesamt zeigen sich die Unternehmensführer im CEO Outlook von KPMG realistisch und entsprechend pragmatisch.

Wie äussert sich dieser Realismus und Pragmatismus?

Sie äussern sich beispielsweise in den Wachstumserwartungen der CEO: So rechnen 56% der befragten CEO für das laufende Jahr mit einem verhaltenen Umsatzwachstum von lediglich bis zu 2%. 52% verzichten auf neue Wachstumsvorgaben und daran gekoppeltes Personalwachstum für das laufende Jahr, solange zuvor festgelegte Wachstumsziele noch nicht erreicht werden. Ein Drittel der Befragten sieht in strategischen Allianzen den wichtigsten Wachstumstreiber für die kommenden drei Jahre. Weniger als ein Drittel (28%) glaubt an organisches Wachstum. Und nur 16% der CEO streben anorganisches Wachstum durch Akquisitionen und Fusionen an.

Weshalb soll sich ein Unternehmen auf eine Partnerschaft einlassen?

Strategische Allianzen rücken besonders im Zeitalter der Digitalisierung immer stärker in den Fokus. Fast zwei Drittel der CEO sind der Meinung, dass ihr eigenes Unternehmen agiler aufgestellt sein muss, wenn es sich erfolgreich digital transformieren und künftig weiter wachsen will. Über die Hälfte ist dabei überzeugt, dass mehr Agilität des eigenen Unternehmens nur durch Partnerschaften mit Dritten erreicht werden kann.

Sie nannten geopolitische Volatilitäten als eine der grössten Herausforderungen für Unternehmen. Wie ist das zu verstehen?

In verschiedener Hinsicht. Beispielsweise erhöhen geopolitische Volatilitäten, gekoppelt mit digitaler Transformation und damit einhergehenden zunehmenden Cyberrisiken die Unsicherheit im Gesamtsystem, und erschweren damit eine langfristig verbindliche Planbarkeit. Immer mehr Unternehmensführer verlassen sich zusehends auf ihre Intuition und lassen sich vermehrt von Trends und Tendenzen in ihrer Umwelt leiten. Zwei Drittel der befragten CEO hören immer mehr auf ihr Bauchgefühl.

Gibt es weitere Aspekte?

Volatilität und digitale Transformation fördern auch Renationalisierungstendenzen. Auch immer mehr Schweizer Unternehmen holen unter dem Aspekt des «Reshorings» zuvor ins Ausland ausgelagerte Prozesse und Firmeneinheiten zurück in den Heimmarkt.

Womit sich Produktion und Dienstleistungen verteuern?

Nein. «Digitale» Arbeit wird hierzulande in Zukunft noch rund ein Drittel dessen kosten, was heute die Arbeit in Niedriglohnländern kostet. Und das, während gleichzeitig Qualität und Produktivität verbessert werden. Eindrücklich ist hierbei, dass 62% der weltweit befragten CEO glauben, dass beispielsweise die fortschreitende Integration künstlicher Intelligenz in Zukunft mehr neue Jobs schaffen als traditionelle Tätigkeiten verdrängen wird.

Inwieweit fordert der demografische Wandel die Unternehmen?

In vielerlei Hinsicht. Im CEO Outlook richtet sich der Fokus dabei auf Marktentwicklungen. Hierbei stellen wir fest, dass es den Unternehmen immer noch schwer fällt, die Bedürfnisse und Ansprüche besonders künftiger Kundengenerationen zu antizipieren. Diese Angebots-Nachfrage-Lücke bleibt weiterhin offen und lässt einige CEO bisweilen ratlos zurück.

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