Das neue Rechnungslegungsrecht: Musterabschlüsse | KPMG | CH
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Rechnungslegungsrecht: Musterabschlüsse

Das neue Rechnungslegungsrecht: Musterabschlüsse

Das neue Rechnungslegungsrecht

Das neue Rechnungslegungsrecht: Musterabschlüsse

24. August 2015

Als Hilfestellung bei der Erstanwendung des neuen Rechnungslegungsrechts hat KPMG eine neue Broschüre mit illustrativen Jahresrechnungen publiziert. Die Broschüre enthält neben Musterabschlüssen einer operativ tätigen Aktiengesellschaft, einer Holding-Gesellschaft und einer Non-Profit-Stiftung auch eine detaillierte Disclosure Checkliste.

Illustrative Jahresrechnungen

Einzelabschlüsse für Geschäftsjahre beginnend ab 1. Januar 2015 sind erstmals zwingend nach den Bestimmungen des neuen Rechnungslegungsrechts zu erstellen. Um die Umstellungsarbeiten zu erleichtern, hat KPMG die im Mai 2014 publizierte Broschüre „Das neue Rechnungslegungsrecht – Illustrative Jahresrechnung“ in einer stark erweiterten Fassung neu aufgelegt. Die nun vorliegende 2. Auflage enthält neben dem Musterabschluss einer Industrie AG auch einen Musterabschluss für eine Holding-Gesellschaft und eine Non-Profit Stiftung. Im Anhang findet sich neu eine Disclosure Checkliste, anhand derer die Vollständigkeit der offengelegten Angaben im konkreten Einzelfall überprüft werden kann.

Anhand der genannten drei Beispiele wird gezeigt, wie die Anforderungen nach Art. 959 – 961b OR in der Praxis umgesetzt werden können. Die illustrativen Jahresrechnungen stellen jeweils eine mögliche finanzielle Berichterstattung für das Jahr 2016, also das erste Geschäftsjahr nach der Erstanwendung des neuen Rechnungslegungsrechts dar. 

Für die illustrativen Jahresrechnungen wurden folgende Annahmen getroffen:

Musterabschluss Industrie AG

  • Operativ tätige Aktiengesellschaft (Produktionsunternehmen, Stammhausstruktur)
  • Nicht börsenkotiert
  • Zusätzliche Bestimmungen für grössere Unternehmen (Art. 961-961b OR) anwendbar (von Gesetzes wegen zu ordentlicher Revision verpflichtet, Konzernrechnung nach OR)

Musterabschluss Holding AG

  • Nicht operativ tätige Holdinggesellschaft (Halten von Beteiligungen, Konzernfinanzierungen)
  • Börsenkotiert (zusätzliche Bestimmungen von Art. 663c OR anwendbar)
  • Zusätzliche Bestimmungen für grössere Unternehmen nicht anwendbar (Befreiung aufgrund Konzernrechnung nach Swiss GAAP FER)

Musterabschluss Non-Profit Stiftung

  • Gemeinnützige Stiftung (Einnahme und Ausrichtung von freiwilligen Zuwendungen)
  • Zusätzliche Bestimmungen für grössere Unternehmen nicht anwendbar (von Gesetzes wegen nur zu eingeschränkter Revision verpflichtet)

Bei den illustrativen Erfolgsrechnungen wurden – soweit nicht vom Gesetz vorgegeben – zweckmässige Bezeichnungen und Zwischentotale verwendet. Die illustrativen Anhänge enthalten die gesetzlichen Mindestangaben sowie ausgewählte weitergehende Offenlegungen. Bei den Rechnungslegungsgrundsätzen der Industrie AG sind neben den im Beispiel angewandten Grundsätzen auch mögliche alternative Formulierungen aufgeführt. Dies namentlich bei Jahresrechnungspositionen, bei denen Wahlrechte mit Bezug auf die Erfassung/Bewertung bestehen (vgl. hierzu die Ausführungen im Artikel „Das neue Rechnungslegungsrecht – Sind Sie bereit für das Jahr 2015?“). Selbstverständlich kann es im konkreten Einzelfall zweckmässig oder nötig sein, ergänzende Erläuterungen anzubringen.

Handlungsbedarf

Bei der erstmaligen Anwendung des neuen Rechnungslegungsrechts bestehen mit Bezug auf Darstellung und Bewertung verschiedene Handlungsoptionen. Es empfiehlt sich entsprechend (sofern nicht bereits erfolgt), die neuen Vorschriften nun im Detail zu analysieren und das neue Format der Jahresrechnung inkl. der anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätze festzulegen. Als Ausgangsbasis hierfür wird sinnvollerweise die bereits verabschiedete Jahresrechnung 2014 nochmals nach den neuen Bestimmungen aufgestellt und im Sinne einer Probe-Jahresrechnung mit den zuständigen Gremien im Unternehmen und insbesondere auch dem Wirtschaftsprüfer besprochen. Damit lassen sich unliebsame Last-Minute-Adjustments im Rahmen der Abschlussrevision vermeiden.

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